Kälte gefährdet Obdachlose: Wie Sie helfen können

"Akute Lebensgefahr" durch Kältewelle:Wie Sie Obdachlosen im Winter helfen können

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Schnee und eisige Kälte machen vor allem Menschen zu schaffen, die auf der Straße leben. Ein Kältebus-Koordinator erklärt, womit jeder Obdachlosen helfen kann.

Ein Obdachloser liegt in einen Schlafsack eingewickelt in einer Fußgängerzone

Der Paritätische Gesamtverband warnt wegen der anhaltenden Kälte vor dem Kältetod von Obdachlosen. Kommunen und Länder müssten warme Räume als Notunterkünfte stellen.

08.01.2026 | 0:20 min

Die Zahl der Menschen ohne ein eigenes Dach über dem Kopf steigt. Aktuell gelten eine halbe Million Menschen in Deutschland als wohnungslos, mehr als 47.000 Menschen leben obdachlos auf der Straße oder in Behelfsunterkünften.

In den Wintermonaten ist das Leben auf der Straße besonders hart. Angesichts des eisigen Wetters mit Schnee und Glätte warnt der Paritätische Gesamtverband vor dem Kältetod von Obdachlosen.

Die aktuelle Kältewelle stellt für obdachlose Menschen eine akute Lebensgefahr dar und erfordert sofortiges, koordiniertes Handeln.

Joachim Rock, Paritätischer Gesamtverband

Kommunen und Länder müssten umgehend Notunterkünfte niedrigschwellig zur Verfügung stellen, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Rock dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zugleich müssten freie Träger ausreichend Geld für ihre Hilfsangebote bekommen. Ähnlich äußerte sich die VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Hier warnt der DWD vor Frost

ZDFheute Infografik

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Doch nicht nur die Kommunen - auch jeder und jede kann Obdachlosen selbst helfen. Dafür gibt Sven Müller, Koordinator des Kältebusses der Malteser in Kiel, fünf Tipps:

1. Gespräch suchen:

Wenn Menschen ungeschützt oder frierend im Freien sitzen oder liegen, sollte man sie ansprechen, erklärt Müller. Das gelte vor allem, wenn die obdachlose Person allein sei.

 Ein Schneeräumfahrzeug fährt durch die schneebedeckte Landschaft des Odenwalds.

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2. Hilfe anbieten:

Wenn man den Kontakt hergestellt habe, könne man fragen, ob und wie man helfen könne, zum Beispiel mit Tee, Kaffee oder einer warmen Mahlzeit. Hilfreich ist den Maltesern zufolge, sich über Tourzeiten eines Kältebusses oder anderer Angebote vor Ort zu informieren und diese an den oder die Obdachlosen weiterzugeben.

3. Rettungsdienst rufen:

Wenn man Zweifel daran hat, dass die obdachlose Person die Situation selbst richtig einschätzt oder beherrscht, rät der Malteser-Mitarbeiter dazu, den Rettungsdienst unter der 112 zu informieren. Liege ein medizinischer Notfall vor, sollte man ebenfalls den Rettungsdienst rufen. Bis dieser eintrifft, sollte man bei dem Hilfebedürftigen bleiben.

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4. Menschen zuhören:

Zwar ist es kalt draußen, dennoch ist eine schöne Geste, sich etwas Zeit zum Zuhören zu nehmen, wenn man merkt, dass jemand reden möchte. Der Mensch auf der Straße spüre so nicht nur die Aufmerksamkeit und das Interesse des Gegenübers, sondern schärfe möglicherweise auch das eigene Bewusstsein für die gefährliche Lage im Frost. Oftmals sei für Betroffene ein interessiertes Gespräch viel mehr wert als eine Geld- oder Sachspende, sagt Müller.

5. Ehrenamtlich engagieren:

Wer mehr tun möchte, als im Einzelfall zu helfen, kann sich in Initiativen vor Ort ehrenamtlich engagieren. Auch Geld- oder Sachspenden an solche Organisationen sind sinnvoll.

Aktuelle Entwicklungen zur Unwetterwarnung für Deutschland im Liveblog:

Quelle: KNA, epd
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Obdachlose durch Kälte bedroht" am 08.01.2026 um 7:30 Uhr.

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