Update am Morgen:Schickt Deutschland Seehunde in den Golf?
von Johannes Lieber
Guten Morgen,
die Friedensgespräche zwischen Iran und den USA sollen zwar erst Ende der Woche beginnen, aber schon heute wird in Berlin hinter den Kulissen über mögliche Einsätze der Bundeswehr zur Friedenssicherung gesprochen. Gestern hieß es von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dazu nur: Man werde "in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu gewährleisten".
Was genau "in geeigneter Weise" bedeutet, wollte niemand sagen. Man werde sich "Schritt für Schritt" bewegen, so der Regierungssprecher. Klar ist: Besonders bei der Minenbekämpfung hat Deutschland beachtliche Fähigkeiten aufgebaut. Es wird vermutet, dass Iran zumindest damit begonnen haben könnte, die Straße von Hormus zu verminen. Eine "freie Schifffahrt" wäre dann kaum vorstellbar.
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 08.04.2026 um 21:45 Uhr.
08.04.2026 | 3:10 minZehn Minenjagdboote stehen der Bundeswehr zur Verfügung, die auch regelmäßig im Einsatz sind. Laut einem Sprecher liegt der Fokus seit dem russischen Angriffskrieg auf der Nord- und Ostsee. Eine zweistellige Zahl von Minen entschärfen sie hier jedes Jahr. Dafür zuständig sind Taucher, aber auch die Überwasserdrohnen "Seehund" und die Unterwasserdrohnen "Seefuchs".
Diese tierische Unterstützung könnte wie gerufen kommen. Denn Berichten zufolge hat die US-Navy Schwierigkeiten bei der Minenbekämpfung. Alte Boote wurden erst vergangenes Jahr ausgemustert, die neuen machen Probleme.
Bereits vor einer Woche stellte der Kanzler klar: "Das können wir." Ein Einsatz wäre aber nur eine Option, wenn ein Mandat der Vereinten Nationen, der EU oder der Nato vorliegt. Bis dahin müssten "Seehund" und "Seefuchs" also noch warten.
Herzliche Grüße aus Berlin
Johannes Lieber, Redakteur im ZDF-Hauptstadtstudio
Was im Iran-Krieg passiert ist
Trump wirft Nato im Iran-Krieg Versagen vor: US-Präsident Donald Trump hat nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte seine scharfe Kritik am Militärbündnis bekräftigt. "Sie wurden auf die Probe gestellt und haben versagt", zitierte eine Sprecherin des Weißen Hauses am Mittwoch den Präsidenten mit Blick auf die Rolle der Allianz im Iran-Krieg. Rutte bezeichnete das Gespräch nach dem Treffen als sehr offen und ehrlich. Er könne die Enttäuschung Trumps über viele Nato-Verbündete nachvollziehen, sagte er dem Sender CNN.
Beirut: Mehr als 180 Tote und 890 Verletzte bei israelischen Angriffen im Libanon: Am ersten Tag nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat die israelische Armee ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Bei den massiven Angriffen wurden mindestens 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilt. Israel erklärte, die Waffenruhe gelte nicht für den Libanon.
Hisbollah-Miliz: Angriffe auf Israel gehen weiter: Nach den verheerenden israelischen Luftangriffen im Libanon schwört die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz eine Fortsetzung ihrer Angriffe gegen Israel. In Reaktion auf Israels "Verstoß gegen die Waffenruhe" sei in der Nacht der Kibbuz Manara im Norden Israels beschossen worden, heißt es in einer Erklärung der Schiiten-Miliz. Die Gegenangriffe auf Israel würden so lange fortgesetzt, bis die israelisch-amerikanische Aggression aufhöre.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zum Angriff auf Iran. Alle Berichte rund um Iran finden Sie hier.
Was im Ukraine-Krieg passiert ist
Russland: Mann in Region Krasnodar von Trümmerteilen getötet: Die herabstürzenden Trümmerteile einer über der südwestrussischen Region Krasnodar abgeschossenen Drohne haben nach Angaben des Regionalgouverneurs einen Mann getötet. Der Mann sei von den Trümmerteilen getroffen worden, als er sich auf dem Balkon eines Wohnhauses im Dorf Sauk-Dere im Bezirk Krymsk aufgehalten habe, teilt Regionalgouverneur Wenjamin Kondratjew im Onlinedienst Telegram mit. Weitere Drohnentrümmer seien auf einem Firmengelände und "an mehreren Adressen" in der Region herabgestürzt.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.
Was heute noch wichtig ist
Prozess gegen mutmaßliche Linksextremisten in Dresden / Weltnaturschutzunion stellt Rote Liste der bedrohten Arten vor / Strafmaß in London zu Diebstahl eines Fabergé-Eis erwartet
09.04.2026 | 0:59 minAktualisierung der Roten Liste: Die Weltnaturschutzunion IUCN veröffentlicht ein neues Update der internationalen Roten Liste der bedrohten Arten. Es gibt sie seit 1963.
Prozess in Dresden: Der Prozess gegen sieben Angeklagte wegen Mitgliedschaft oder Unterstützung einer linksextremistischen kriminellen Vereinigung wird fortgesetzt. Die Bundesanwaltschaft hatte die Beschuldigten, darunter eine Frau, aus dem Umfeld von Lina E. im Juni angeklagt.
Menschenrechtsorganisation Memorial droht endgültiges Verbot in Russland: Das Oberste Gericht Russlands verhandelt in geschlossener Sitzung über einen Antrag des Justizministeriums, Memorial als internationale Bewegung für extremistisch zu erklären und zu verbieten.
Ausführlich informiert
ZDFheute live, 08.04.2026, 19:30 Uhr
08.04.2026 | 24:42 minDie Waffenruhe im Iran-Krieg ist in Kraft - doch viele Fragen sind offen: Gilt die Waffenruhe auch für Libanon? Und wie geht es in der Straße von Hormus weiter? ZDFheute live hat Antworten.
Sport
Am Abend kämpft der SC Freiburg gegen den spanischen Klub Celta Vigo im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League um eine gute Ausgangslage für das Weiterkommen in die Vorschlussrunde. Kann der Sport-Club seine bisher erfolgreichste Saison auf europäischem Parkett fortsetzen?
Kann er spielen oder kann er nicht? Mainz 05 hofft auf einen Einsatz von Spielmacher Nadiem Amiri im ersten europäischen Viertelfinal-Spiel der Vereinsgeschichte. Trainer Urs Fischer gibt sich geheimnisvoll. Dürfen die Rheinhessen weiter vom großen Coup träumen?
Zahl des Tages
Quelle: ZDF
Die Zahl der von Armut bedrohten Mieter in Deutschland ist weiter angestiegen: Die Quote für das Jahr 2025 beträgt 23,6 Prozent - somit ist fast jede vierte Person, die zur Miete lebt, betroffen. Das geht aus den aktuellen Daten der europäischen Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) hervor.
Ein Lichtblick unter Paris
ZDFheute Xpress, 08.04.2026
08.04.2026 | 1:44 minMillionen Tote liegen unter Frankreichs Hauptstadt. Die Pariser Katakomben sind ein beliebtes Touristenziel. Nach langer Pause ist der unterirdische Friedhof wieder geöffnet.
Weitere Schlagzeilen
Die Nachrichten im Video
Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden
09.04.2026 | 1:37 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
Heute gibt es im Nordwesten wenige Schauer zum Nachmittag, sonst bleibt es trocken, teils sonnig bei maximal 9 bis 24 Grad.
Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie hier im Video.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von David Metzmacher
Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne Ihren Freunden und Bekannten - hier ist der Anmeldungs-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!