Zweites Quartal:Deutsche Bank überrascht mit Milliardengewinn
Starke Ergebnisse im Investmentbanking treiben die Deutsche Bank an: Im zweiten Quartal übertrifft ein Milliardengewinn die Erwartungen.
Die Deutsche Bank vermeldet glänzende Zahlen im zweiten Quartal.
Quelle: dpaSprudelnde Gewinne im Geschäft mit Wertpapieren, Währungen und mit der Begleitung von Börsengängen haben der Deutschen Bank im zweiten Quartal einen Milliardengewinn auf Rekordniveau beschert. Das Vorsteuerergebnis des Dax-Konzerns war mit 2,68 Milliarden Euro nur minimal geringer als im gleichen Zeitraum des Rekordjahres 2007, wie Deutschlands größtes Geldhaus in Frankfurt mitteilte.
Dazu trug die Investmentbank mit einem Sprung um etwa 60 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro fast die Hälfte bei - jene Sparte also, von der sich die Deutsche Bank nach den Skandalen und teuren Rechtsstreitigkeiten der Vergangenheit unabhängiger machen wollte. Die Erträge, also die gesamten Einnahmen, in der Sparte stiegen mit rund 3,2 Milliarden Euro auf den höchsten Wert seit der Neuaufstellung des Geschäftsbereichs im Jahr 2019.
Konzernchef Sewing will Rendite nach oben treiben
Unter dem Strich macht die Deutsche Bank im Zeitraum April bis Juni 1,64 Milliarden Euro Gewinn - zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber etwas weniger als 2007. Angesichts der guten Ergebnisse, welche die Markterwartungen übertrafen, will die Bank weitere 500 Millionen Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken.
"Zusammen mit unseren bisherigen Rekordergebnissen in diesem Jahr stärken diese Entwicklungen unsere Zuversicht, dass wir unsere Ziele für 2028 übertreffen können", sagte Konzernchef Christian Sewing. Der Manager, der die Führung des Geldhauses nach etlichen Krisenjahren im April 2018 übernommen hatte, will die Eigenkapitalrendite auf mehr als 13 Prozent steigern. Im zweiten Quartal lag sie bei 11 Prozent. Diese Rendite zeigt, wie effizient Banken ihr Kapital zur Erzielung von Gewinnen einsetzen.
Die Deutsche Bank muss sich nach der Veröffentlichung der Epstein-Akten schweren Vorwürfen stellen. Sie nahm Epstein als Kunde auf und sah ihn lange als akzeptables Risiko.
11.02.2026 | 1:48 minDurchsuchungen wegen fragwürdiger Aktiengeschäfte
Künstliche Intelligenz eröffne "neue Möglichkeiten, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und zusätzliche Einsparungen zu erzielen", bekräftigte Sewing. Die Bank will bis 2028 für einen Euro Ertrag weniger als 60 Cent aufwenden. Im ersten Halbjahr waren es noch fast 61 Cent.
Ermittler durchsuchen die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Es geht um den Verdacht auf Steuerhinterziehung durch Cum-Cum-Geschäfte der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010.
22.07.2026 | 0:22 minGetrübt wurde der Aufschwung zuletzt erneut durch Ermittlungen der Justiz. Nachdem Ermittler von Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) bereits im Januar die Zentrale der Deutschen Bank durchsucht hatten, folgte im Juli eine weitere Durchsuchung. Diesmal ging es um Beweise für fragwürdige Aktiengeschäfte aus früheren Postbank-Zeiten. Die Deutsche Bank ist in diesem Fall Rechtsnachfolgerin der Postbank.
Nach sechs Monaten auf Rekordkurs
Die Bank sieht sich auf gutem Weg, ihre Erträge im Gesamtjahr 2026 wie geplant auf rund 33 Milliarden Euro zu steigern. Nach sechs Monaten stehen rund 17,2 Milliarden Euro Erträge in der Zwischenbilanz.
Der Halbjahresgewinn von rund 3,6 Milliarden Euro unter dem Strich kommt nicht ganz an das Ergebnis von 2007 heran: Im letzten Jahr vor dem Höhepunkt der Finanzkrise entfielen auf die Aktionäre der Deutschen Bank in den ersten sechs Monaten knapp 3,9 Milliarden Euro.
Im Gesamtjahr 2025 hatte die Deutsche Bank mit gut 9,7 Milliarden Euro das bisher höchste Vorsteuerergebnis ihrer Geschichte erzielt. Unter dem Strich standen 6,1 Milliarden Euro Überschuss. Höher war der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn nur im Rekordjahr 2007 mit damals rund 6,5 Milliarden Euro.
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