Inflation sinkt durch fallende Ölpreise und Tankrabatt

Verbraucherpreise:Inflation sinkt durch fallende Ölpreise und Tankrabatt

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Durch gesunkene Ölpreise und den Tankrabatt ist die Inflation im Juni abgeschwächt worden. Dennoch stiegen die Preise in manchen Bereichen - zum Beispiel bei Nahrungsmitteln.

Eine Frau hält auf einem Wochenmarkt ein geöffnetes Portemonnaie in den Händen.

Die Inflation ist im Juni weiter gesunken. Gründe dafür sind laut Statistischem Bundesamt der fallende Ölpreis und der Tankrabatt.

30.06.2026 | 0:16 min

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Juni mit dem Tankrabatt und fallenden Ölpreisen nicht mehr ganz so schnell gestiegen. Die Inflationsrate beträgt im Vergleich zum Vorjahresmonat 2,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt auf Grundlage vorläufiger Daten berichtet. Der Preisdruck auf Verbraucher hat damit nachgelassen.

Im Mai waren die Verbraucherpreise noch um 2,6 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen und im April sogar um 2,9 Prozent - die höchste Rate seit Januar 2024.

Gesunkener Ölpreis Hauptgrund für Entwicklung

Insbesondere Tanken war mit dem Ölpreisschock wegen des Iran-Kriegs sprunghaft teurer geworden. Im Juni kosteten Haushaltsenergie und Sprit 3,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, so die Statistiker. Im Mai hatten die Energiepreise aber noch um gut 6,6 Prozent angezogen, im April waren es rund zehn Prozent. "Die Inflation ist im Juni vor allem wegen des gesunkenen Ölpreises zurückgegangen", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Im Juli sollte sie aber wieder steigen, weil der Tankrabatt wegfällt."

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30.06.2026 | 2:19 min

Mit Entspannungssignalen im Iran-Krieg sind die Ölpreise deutlich gefallen. Mit rund 74 Dollar je Barrel Brent-Öl war Rohöl zuletzt ungefähr so teuer wie vor den Kämpfen im Nahen Osten, die die Ölpreise zeitweise auf mehr als 110 Dollar getrieben hatten. Insgesamt ließen die Verbraucherpreise von Mai auf Juni laut Statistik um 0,3 Prozent nach.

Tankrabatt drückt Teuerungsrate deutlich

Um Verbraucher und Unternehmen bei den Spritkosten zu entlasten, hatte die Bundesregierung im Mai einen Tankrabatt eingeführt, mit dem die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um rund 17 Cent je Liter sank. Die Subvention, die an diesem Dienstag ausläuft, dämpft nach Einschätzung der Bundesbank die Inflation um etwa einen viertel Prozentpunkt und hatte schon im Mai die Teuerungsrate deutlich gedrückt.

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Eine Entlastung wie durch den Tankrabatt müsse künftig eher denen mit niedrigem Einkommen zu Gute kommen, so Clemens Fuest vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung.

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Im Juni lagen die Spritpreise deutlich unter dem Niveau von Mai, zeigen Daten des ADAC. In den ersten 29 Tagen des Monats war Superbenzin der Sorte E10 im Schnitt knapp sechs Prozent günstiger als im Mai und Diesel sogar knapp neun Prozent. Dahinter steckt allerdings nicht nur der Tankrabatt, der nach einer Ifo-Analyse gerade bei Diesel nur begrenzt an Verbraucher weitergegeben wurde, sondern auch der Rückgang der Ölpreise.

Nahrungsmittel im Vergleich zum Vorjahresmonat teurer

An anderer Stelle stiegen die Preise für Verbraucher. Für Nahrungsmittel mussten die Menschen in Deutschland im Juni laut Statistik 0,4 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor - ebenso wie im Mai. Dienstleistungen, zu denen Restaurantbesuche und Reisen zählen, verteuerten sich erneut um 3,1 Prozent (Mai: 3,1 Prozent).

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Volkswirte fürchten, dass Unternehmen zeitverzögert höhere Energie- und Transportkosten an Kunden weitergeben und die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen weiter steigen. Auch die Importpreise haben angezogen, sie stiegen im Mai so stark wie seit Ende 2022 nicht mehr. Immerhin: Mit Hoffnung im Iran-Krieg planen nach Ifo-Daten weniger Firmen Preiserhöhungen.

Iran-Krieg bremst privaten Konsum

Der Krieg in Iran verunsichert Verbraucher und bremst den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze für die Konjunktur ist. Der Sachverständigenrat ("Wirtschaftsweise") erwartet dieses Jahr einen deutlichen Anstieg der Inflation auf im Schnitt 3,0 Prozent - nach moderaten 2,2 Prozent 2025.

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Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft der Verbraucher: Sie können sich dann für einen Euro weniger leisten. Nach der Preiswelle infolge des Ukraine-Krieges ebbte die Teuerung ab, viele Preise sind aber dauerhaft erhöht.

Vergleich: Inflation von Energie und Nahrung

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Inflation im Juni auf 2,3 Prozent gesunken" am 30.06.2026 um 15:37 Uhr.

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