Erbittertes Ringen um Übernahme:Unicredit hält nun fast 40 Prozent an Commerzbank
Der Übernahme-Poker um die Commerzbank geht weiter: Trotz Widerständen hält die Unicredit nun schon fast 40 Prozent der Aktien des Dax-Konzerns. Und es könnte noch mehr werden.
Unicredit-Chef Andrea Orcel kommt mit seinem Plan zur Übernahme der Commerzbank schneller voran als gedacht.
Quelle: ImagoDie Unicredit treibt die Übernahme der Commerzbank entgegen erbitterter Widerstände in Deutschland voran und hat nach eigenen Angaben fast 40 Prozent der Anteile des Dax-Konzerns sicher. Noch bis einschließlich 3. Juli hält die italienische Großbank ihr Angebot zum Kauf sämtlicher Aktien der Commerzbank aufrecht. Das finale Ergebnis solle voraussichtlich am 8. Juli veröffentlicht werden, teilte die Unicredit mit.
Die Commerzbank rät ihren Anteilseignern weiterhin davon ab, das Umtauschangebot anzunehmen: Es sei "unverändert keine angemessene Prämie" enthalten, sagte ein Sprecher. Die Commerzbank zeigt sich grundsätzlich gesprächsbereit mit Unicredit. Als Voraussetzung sieht sie jedoch eine attraktive Prämie für ihre Aktionäre sowie einen überzeugenden Plan zur Wahrung ihres Geschäftsmodells.
Die italienische Großbank Unicredit hat Anfang Mai ein Angebot für sämtliche Anteile der Commerzbank vorgelegt. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller erläutert die Hintergründe.
20.05.2026 | 0:57 minUnicredit baut Einfluss Schritt für Schritt aus
Bis Ablauf der bisherigen Frist bis zum 16. Juni wurde das Tauschangebot nach Angaben der Unicredit für 12,51 Prozent der Commerzbank-Papiere angenommen. Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die Italiener vor der Offerte hielten, würde der Anteil der Unicredit an Deutschlands zweitgrößter börsennotierter Bank damit rechnerisch auf 39,28 Prozent steigen.
Zudem hat das Mailänder Institut über Kaufoptionen Zugriff auf weitere mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien und hält weitere Finanzinstrumente und käme so nach eigenen Angaben auf 42,50 Prozent. Unicredit rechnete außerdem vor:
Dieser Prozentsatz steigt auf 43,33 Prozent, sobald die Commerzbank ihre eigenen Aktien zurückkauft, wozu sie sich verpflichtet hat.
Unicredit
In Wiesbaden trifft sich die Commerzbank zur Hauptversammlung – eigentlich Routine. Doch ein feindliches Übernahmeangebot der italienischen Unicredit sorgt für Spannung.
20.05.2026 | 2:07 minCommerzbank wehrt sich, Unicredit droht
Die Commerzbank wehrt sich seit fast zwei Jahren gegen das aus ihrer Sicht "feindliche" Vorgehen von Unicredit-Chef Andrea Orcel und verdächtigt die italienische Großbank, ihre Aktienposition "künstlich aufzublähen". Zwecks Klärung hat der Dax-Konzern die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Zudem stellte der Commerzbank-Gesamtbetriebsrat Strafanzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation.
Die Unicredit wies die Vorwürfe wiederholt zurück und drohte jüngst indirekt mit dem Austausch der Commerzbank-Führungsspitze. Die Kritik der Commerzbank lenke vom wirtschaftlichen Sinn der Übernahme ab, argumentiert die Unicredit. In Deutschland ist das Institut bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) aktiv und sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus Tausender Stellen.
"Wir können das beeinflussen, was in unserer Macht steht und das ist eben unsere Strategie und die bringen wir sehr erfolgreich nach vorne", so Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp.
08.05.2026 | 6:40 minBund wirft Unicredit "aggressives Verhalten" vor
Der deutsche Staat, dessen Aktienverkauf im September 2024 zum Einfallstor für die Unicredit wurde, hat jüngst erneut klargemacht, dass er seine restlichen gut zwölf Prozent nicht verkaufen wird. Das Übernahmeangebot enthalte "keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie". Das "aggressive Vorgehen" der Unicredit werde abgelehnt.
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