Drohende Unicredit-Übernahme:Commerzbank baut 3.000 weitere Stellen ab
Die Commerzbank will weitere 3.000 Stellen streichen. Hintergrund ist der Abwehrkampf gegen eine Übernahme der Bank durch die italienische Großbank Unicredit.
Vor dem Hintergrund der drohenden Übernahme durch die italienische Unicredit kündigt die Commerzbank weitere Stellenstreichungen an. (Symbolbild)
Quelle: SVEN SIMONDie Commerzbank will im Abwehrkampf gegen die italienische Unicredit konzernweit etwa 3.000 weitere Vollzeitstellen abbauen. Das teilte der Dax-Konzern in Frankfurt mit. Die Commerzbank setzt sich im Ringen um die Übernahme-Ambitionen von Unicredit ehrgeizigere Ziele.
Bis zum Jahr 2030 sollen die Erträge auf 16,8 (Ziel für 2026: 13,2) Milliarden Euro steigen, der Nettogewinn soll dann bei 5,9 Milliarden Euro liegen, wie die Bank in Frankfurt mitteilte.
Die fortgesetzte Transformation der Bank geht mit einem konzernweiten Abbau von weiteren rund 3.000 Stellen brutto einher.
Mitteilung der Commerzbank
Das offizielle Angebot der UniCredit liegt den Commerzbank‑Aktionären nun vor. Wirtschaft und Politik diskutieren, was eine Übernahme durch die Italiener bedeuten würde.
05.05.2026 | 2:36 minCommerzbank lehnt Unicredit-Pläne ab
Die Unicredit hat seit Ende 2024 im großen Stil Anteile an der Commerzbank gekauft und strebt eine Übernahme an. Am Dienstag unterbreitete sie den Commerzbank-Aktionären offiziell ein Tauschangebot. Erklärtes Ziel des als nicht sonderlich attraktiv bewerteten Angebots ist es, zunächst die Commerzbank-Anteile der Italiener auf über 30 Prozent zu steigern. Bislang hält die Unicredit rund 25 Prozent der Commerzbank-Anteile.
Die Frankfurter Bank lehnt die Übernahmepläne ab und setzt auf ehrgeizige Geschäftsziele, um ihre Aktionäre zu überzeugen, ihre Anteile nicht zu verkaufen. In ihrem Quartalsbericht verwies sie erneut darauf, dass die Unicredit den Commerzbank-Aktionären keine Prämie anbiete, und bezeichnet die von der italienischen Bank vorgestellten Pläne für eine gemeinsame Zukunft als "vage" und risikoreich.
Die italienische Großbank Unicredit erhöht im Übernahmekampf um die Commerzbank den Druck und spricht dem Frankfurter Institut in seiner jetzigen Form die Zukunftsfähigkeit ab.
20.04.2026 | 0:56 minCommerzbank-Chefin Bettina Orlopp sieht ihr Unternehmen auf Kurs. "Wir sind mit Ergebnissen auf Rekordniveau ins Jahr gestartet", erklärte Orlopp zur Vorstellung des Quartalsberichts.
Das beweist: Unsere Strategie funktioniert - und hat mehr Potenzial als ursprünglich geplant.
Bettina Orlopp, Vorstandsvorsitzende Commerzbank
Im Streit um eine mögliche Übernahme durch die Unicredit hatte sich zuletzt der Ton deutlich verschärft. Die Italiener kritisierten die Strategiepläne der Commerzbank.
Bundesregierung und Verdi gegen Übernahme
Die Bundesregierung, die Commerzbank-Führung und ihre Beschäftigten haben sich mehrfach gegen die Übernahme-Pläne der italienischen Großbank ausgesprochen. Das Vorgehen der Unicredit sei "völlig unangebracht", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Mittwoch in Berlin.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte das Vorgehen der Unicredit ebenfalls: "Feindliches und aggressives Vorgehen lehnen wir entschieden ab", sagte Merz am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Deutschen Industrie- und Handelskammer.
„Wenn das passiert, dann ist das eine große Niederlage für den deutschen Finanzplatz“, sagt Dr. Hans‑Peter Burghof, Finanzökonom, zu der möglichen Übernahme der Commerzbank.
05.05.2026 | 5:13 minAuch die Gewerkschaft Verdi lehnte die Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit ab. "Dies tun wir mit Blick auf die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und insbesondere auf die Arbeitsplätze in Deutschland in beiden Häusern, Hypovereinsbank und Commerzbank", sagte Jan Duscheck, Verdi-Bundesfachgruppenleiter Banken, der "Rheinischen Post".
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