Unicredit: Kritik an Commerzbank - wollen dennoch Übernahme

Italiener verlangen Veränderungen:Unicredit übt scharfe Kritik an Commerzbank

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Zu viel Bürokratie, zu hohe Kosten - die Vorwürfe von Unicredit in Richtung Commerzbank wiegen schwer. Dabei wollen die Italiener das deutsche Bankinstitut übernehmen.

Commerzbank-Gebäude in Frankfurt am Main vor blauem Himmel

Die italienische Großbank Unicredit erhöht im Übernahmekampf um die Commerzbank den Druck und spricht dem Frankfurter Institut in seiner jetzigen Form die Zukunftsfähigkeit ab.

20.04.2026 | 0:56 min

Die italienische Großbank Unicredit erhöht im Übernahmekampf um die Commerzbank den Druck und spricht dem Frankfurter Institut in seiner jetzigen Form die Zukunftsfähigkeit ab. Die Commerzbank sei nicht ausreichend auf die kommenden Herausforderungen der Branche vorbereitet und konzentriere sich zu sehr auf kurzfristige Ziele, erklärte Unicredit.

Mit einer Strategie namens "Commerzbank Unlocked" kann nach Auffassung der Italiener der Nettogewinn des deutschen Rivalen bis 2028 auf rund 5,1 Milliarden Euro gesteigert werden. Dies seien 600 Millionen Euro mehr als die bisherige Konsensschätzung von 4,5 Milliarden Euro am Markt.

Germany Commerzbank UniCredit

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Unicredit: Zu viel Bürokratie und hohe Kosten

"Die Commerzbank läuft Gefahr, für ein sich rasch wandelndes Bankenumfeld zunehmend schlechter gerüstet zu sein", sagte Unicredit-Chef Andrea Orcel. Wenn es so weitergehe wie bisher, seien weitere Umstrukturierungen auf längere Sicht ohnehin unvermeidlich. Der Manager kritisierte eine "ausufernde" Bürokratie und unverhältnismäßig hohe Kosten außerhalb des Personalbereichs. Hier gebe es Spielraum für Einsparungen, die sich am vollzogenen Umbau der deutschen Unicredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB) orientieren sollten.

Unsere Einschätzungen basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen und sind das Ergebnis der Anwendung der bewährten Erfolgsbilanz von 'UniCredit Unlocked'.

Unicredit

Orcel zufolge würden sich die Einschnitte mehrheitlich auf das internationale Netzwerk der Commerzbank und nicht auf das Geschäft in Deutschland konzentrieren.

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Italiener wollen deutsches Institut übernehmen

Unicredit ist bereits der größte Aktionär der Commerzbank und bereitet ein Übernahmeangebot vor - gegen Widerstand der Commerzbank und der deutschen Politik. Mit der Offerte wollen die Italiener ihren Anteil von knapp unter 30 Prozent wenigstens etwas darüber heben. Damit würde Unicredit diese Hürde überwinden, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, und hätte freie Hand, am Markt weitere Commerzbank-Aktien zu kaufen. "Ein Szenario ist, dass wir eine geringe Annahmequote erwarten, und damit sind wir zufrieden", sagte Orcel. Finanziell sei dies ein Gewinn. Man könne sich dann zurücklehnen. In zwei Jahren könne dann eine bessere Transaktion möglich sein.

Sollte Unicredit durch die Offerte die Kontrolle erlangen, werde die Commerzbank zunächst für 18 Monate als eigenständiges Unternehmen weitergeführt, sagte Orcel. Die behördlichen Genehmigungen würden ohnehin erst Ende 2027 vorliegen. Sollte das Angebot nicht zur Kontrolle führen, werde Unicredit zwölf bis 18 Monate lang keine weiteren Schritte zur Kontrollübernahme unternehmen.

Bundesregierung weiter gegen Übernahme

Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme zu den Äußerungen ab. Das Institut pocht ebenso wie die Bundesregierung auf seine Eigenständigkeit. Das SPD-geführte Bundesfinanzministerium sprach sich weiterhin klar gegen eine Übernahme aus. "Der Bund unterstützt die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Eine feindliche Übernahme wäre - insbesondere mit Blick auf eine systemrelevante Bank wie die Commerzbank - nicht akzeptabel.

Sprecher des Bundesfinanzministeriums

Die Position der Regierung habe sich nicht geändert.

Quelle: Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 20.04.2026 um 16:20 Uhr.

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