Nach Austritt der Emirate:Opec+ erhöht Förderquote von Erdöl
Nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate die Ölallianz Opec+ verlassen haben, wollen die anderen Mitglieder ihre Förderung steigern. Sie einigten sich auf eine Erhöhung ab Juni.
Die Ölallianz Opec+ erhöht ihre Fördermenge: Die erdölexportierenden Länder, darunter Russland, wollen nach dem Austritt der VAE ab Juni täglich 188.000 Barrel Öl zusätzlich fördern.
03.05.2026 | 0:18 minNach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate hat die Ölallianz Opec+ ihre Öl-Förderquote erhöht. Saudi-Arabien, Russland und die fünf übrigen Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner (Opec+) fördern im Juni täglich 188.000 Barrel zusätzlich, wie die Organisation am Sonntag auf ihrer Website mitteilte.
Die höhere Fördermenge beruhe auf der "gemeinsamen Verpflichtung, die Stabilität des Ölmarkts zu stützen", erklärten die Opec+-Staaten. Die Erhöhung der Förderquote war bereits erwartet worden.
Zum 1. Mai kündigten die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Austritt aus der Ölallianz OPEC an. Der Zeitpunkt - so Experten - ist inmitten der Eskalation um den Iran-Krieg bewusst gewählt.
28.04.2026 | 2:34 minZur Opec+ gehören Saudi-Arabien, Irak, Russland, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman. Die Länder einigten sich laut der Mitteilung außerdem darauf, die Marktbedingungen weiterhin genau zu beobachten und zu bewerten. Dazu werde es monatliche Treffen geben, das nächste am 7. Juni.
Die Opec wurde 1960 in Bagdad von Saudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Kuwait und Venezuela gegründet. Ziel war es, die heimischen Ölquellen selbst zu kontrollieren, anstatt sie den privaten, oft westlich dominierten Ölkonzernen zu überlassen. Dazu gehörten auch Förderabsprachen, um den Ölpreis zu beeinflussen und sich stabile Gewinne zu sichern. Die Zahl der Mitglieder schwankte, nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate sind es noch elf.
Vor zehn Jahren begann die Opec, Absprachen auch mit anderen Ländern zu treffen. Unter der Führung Saudi-Arabiens und Russlands verfügt diese breitere Gruppe namens Opec+ über noch größere Förderkapazitäten und damit auch über größeren Einfluss am Markt.
(Quelle: dpa)
Emirate verließen Opec überraschend
Die Erhöhung entspricht in etwa der Anhebung vom letzten Monat um 206.000 Barrel pro Tag - abzüglich des Anteils der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die diese Woche überraschend bekanntgaben, die Gruppe zum 1. Mai zu verlassen. In der Erklärung gingen die verbliebenen Mitglieder der Opec+ nicht darauf ein.
Die Produktionserhöhungen der Opec+ sind vorerst weitgehend symbolisch, da der Großteil des Schiffsverkehrs durch die für Öltransporte wichtige Straße von Hormus durch den Krieg der USA und Israels gegen Iran zum Erliegen gekommen ist.
„Die Emirate haben lange auf höhere Förderquoten gedrängt. Nun also der Bruch“, sagt ZDF‑Expertin Valerie Haller zum Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC.
28.04.2026 | 1:30 minWas die höhere Fördermenge für Verbraucher bedeutet
"Von diesem Schritt sollte man nicht zu viel erwarten", sagt Florian Neuhann, Leiter des ZDF-Wirtschaftsteams. "Dem Weltmarkt fehlen derzeit - nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur - aufgrund des Iran-Kriegs täglich rund 13 Millionen Barrel Öl pro Tag."
Die 188.000 Barrel zusätzlich am Tag wären definitiv kein Mittel, um den Ölpreis dauerhaft oder nennenswert zu senken.
Florian Neuhann, ZDF-Wirtschaftsexperte
Sie wären "maximal ein politisches Signal, um die Handlungsfähigkeit der OPEC+ nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate zu demonstrieren", erklärt Neuhann. "Es bleibt dabei: Wir erleben die größte Ölkrise in der Geschichte, und die physische Knappheit des Öls dürfte zu einem immer größeren Problem werden, erst recht, sollte die Straße von Hormus weiterhin geschlossen bleiben."
Die Deutsche Marine bereitet sich auf einen möglichen internationalen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus vor. Dafür gelten einige Bedinungen – vor allem eine Waffenruhe.
23.04.2026 | 2:41 minAuch Emirate wollen Förderung erhöhen
Mit dem Austritt aus der Opec können die VAE nun selber Fördermenge und Preis ihres Erdöls bestimmen. Die VAE wollten "nicht durch Quoten eingeschränkt werden", sobald sich die Marktlage wieder normalisiert habe, hieß es aus dem Umfeld des Energieministeriums in Abu Dhabi.
Am Sonntag kündigte das staatliche emiratische Öl-Unternehmen Adnoc an, in den kommenden beiden Jahren umgerechnet rund 46,45 Milliarden Euro in neue Projekte zu investieren. Damit will der Staatskonzern nach eigenen Angaben sein Wachstum beschleunigen.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit der ZDFheute als hinterlegte Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Iran-Krieg und seinen Folgen
- Liveblog
Aktuelle Entwicklungen der Eskalation:Iran-Krieg: Alle Nachrichten im Liveblog
Gesetzliche Frist endet:Trump erklärt Kämpfe in Iran für beendet - wegen Zeitdruck?
mit Video0:29BIP steigt um 0,3 Prozent:Deutsche Wirtschaft wächst trotz Iran-Kriegs
mit Video0:28- Grafiken
Kosten von Kraftstoffen und Öl:Tankrabatt in Kraft: So viel kosten Benzin und Diesel aktuell
von Robert Meyer, Moritz Zajonzmit Video1:34