Lokale KI: Was das ist und was sie kann

Datensparsame Nutzung:Was ist und was kann lokale KI?

von Stefan Mey

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KI privat betreiben, sodass sie keine Daten nach draußen schickt? Das geht, wenn auch mit Einschränkungen. Einige KI-Entwickler verschenken ihre Modelle ganz oder teilweise.

Interview mit Daniel Abbou vom KI-Bundesverband

Wie groß die Abhängigkeit von amerikanischen KI-Unternehmen ist, zeigt sich am Beispiel von Anthropic. KI-Experte Daniel Abbou spricht sich deshalb für eine Förderung europäischer Modelle aus.

16.06.2026 | 3:18 min

Konventionelle KI kann stets mithorchen: Alle Fragen, die man eingibt, landen in großen Clouds - den Rechenzentren der Entwickler. Läuft Künstliche Intelligenz nur lokal auf dem eigenen Gerät, besteht das Problem nicht. Damit das möglich ist, bräuchte es allerdings frei zugängliche KI-Modelle, die sich einfach so herunterladen und installieren lassen, vergleichbar mit einem nichtkommerziellen Browser oder Schreibprogramm.

KI-Modelle zum Herunterladen

Und tatsächlich gibt es verschiedene frei nutzbare Modelle. Einige der großen KI-Entwickler geben die sogenannten Gewichte frei - die Kerne von KI-Modellen. Man könnte sagen: Sie verschenken ihre KI.

Gewichte sind Milliarden von Zahlen, die für sich genommen nichts bedeuten. In einem komplizierten mathematischen Zusammenspiel sorgen sie aber dafür, dass KI (mehr oder weniger gut) Quantenphysik erklären, Gedichte schreiben, Alltagsfragen beantworten und Bilder erzeugen kann.

Bei der Freigabe von KI gibt es zwei Stufen: Die KI-Entwickler geben nur die Gewichte zur Nutzung frei, dieser Ansatz heißt "Open Weight". Bei "Open Source"-KI hingegen dokumentieren sie auch, wie und mit welchen Daten die KI trainiert wurde, was für zusätzliche Transparenz sorgt.


Mit Einschränkungen kann man deshalb auf dem eigenen Rechner und Smartphone eine ganz private KI-Anwendung betreiben. Man lädt über ein Hilfsprogramm die Gigabyte-großen Modelle herunter - und chattet mit ihnen. Dabei verlassen keine Daten das eigene Gerät. Man muss nicht online sein und die Nutzung ist dauerhaft kostenlos.

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Meta gibt Llama frei

Im Sommer 2023 hat der Social-Media-Konzern Meta die Gewichte seines Sprachmodells Llama freigegeben. Man kann Llama deshalb entweder innerhalb von Facebook, WhatsApp und Instagram nutzen - oder alternativ das KI-Modell datensparsam selbst betreiben. Auch das Sprachmodell des französischen KI-Startups Mistral AI ist frei zugänglich.

Andere KI-Entwickler veröffentlichen nicht ihre kompletten Modelle, sondern abgespeckte Versionen unter eigenen Namen: Gemma (von Google), Phi (Microsoft) und GPT-OSS (OpenAI). Daneben gibt es frei nutzbare Bildmodelle sowie Transkriptionsmodelle, die Sprache in Text verwandeln.

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28.06.2026 | 1:03 min

Leistung mit Abstrichen

Die Tücke: Handelsübliche Geräte sind meist nur in der Lage, kleinere Modellversionen auszuführen. Bei lokalen KI-Modellen kommt es deshalb zu mehr Halluzinationen und sprachlichen Patzern. Je größer ein Modell ist, desto mehr Weltwissen und sprachliche Fähigkeiten hat es gespeichert. Außerdem arbeitet lokal betriebene KI langsamer.

Trotzdem lässt sich mit lokaler KI im Alltag viel anfangen: Lokale Modelle können Texte übersetzen und korrigieren und Witze erzählen. Man kann mit ihnen über den Sinn des Lebens plaudern, sich Alltags-Tipps holen, Audioaufnahmen transkribieren und - je nach verfügbarer Hardware - auch Bilder erzeugen.







Digitale Schenkökonomie

Insgesamt gibt es mehr als zehn frei nutzbare Sprachmodelle. Wieso entscheiden sich Big-Tech-Konzerne und KI-Startups überhaupt, ihre teuren Modelle freizugeben?

Dirk Riehle wundert das nicht. Der Informatikprofessor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg weiß, dass die Öffnung eines Digitalprodukts eine funktionierende Geschäftsstrategie sein kann:

Man hat als IT-Unternehmen ein gutes Produkt. Partiell wird es geöffnet, sodass Anwender kostenfrei Wert abschöpfen können. Aber sie erhalten noch mehr Wert, wenn sie auf die Bezahlversion wechseln.

Dirk Riehle, Informatikprofessor

Konkret könne das beispielsweise so aussehen: Andere Unternehmen nutzen am Anfang das frei verfügbare, kleine Google-Sprachmodell Gemma. Wenn sie die Möglichkeiten der Google-KI aber maximal ausschöpfen wollen, entscheiden sie sich vielleicht eines Tages doch für das kostenpflichtige Spitzenmodell Gemini.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU)

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16.06.2026 | 3:04 min

Win-Win-Situation für Meta

Beim Meta-Konzern hingegen vermutet er eine andere Logik: "Meta hat gar nicht vor, mit seiner KI im großen Stil direkt Geld zu verdienen. Meta macht sein Geld mit Werbung." Die Öffnung der Llama-KI könne dabei helfen, das Modell zu verbessern - etwa weil externe Nutzer wertvolles Feedback geben oder neue Anwendungen für das Modell entwickeln. Das wiederum komme Meta zugute, da der Konzern Llama in seine Social-Media-Plattformen einbaut. Deswegen gelte: "Wenn die Modelle aufgrund der Öffnung besser werden, verdient Meta mehr Geld."

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 16.06.2026 im Beitrag "KI-Experte: Aufgeben kann nicht der Anspruch sein'" um 16:17 Uhr.

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