Höchster Stand seit 2014:2025 meldete alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz an
Im vergangenen Jahr gingen so viele Unternehmen insolvent wie seit zehn Jahren nicht mehr. Insgesamt rutschten 24.064 Firmen in die Pleite, so das Statistische Bundesamt.
Die Pleitewelle der deutschen Wirtschaft setzt sich fort: 2025 wurden mehr als 24.000 Firmeninsolvenzen registriert – 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr, laut dem Statistischen Bundesamt.
13.03.2026 | 0:33 minIn der Wirtschaftskrise sind so viele Unternehmen in Deutschland in die Pleite gerutscht wie seit mehr als zehn Jahren nicht. 2025 registrierten die Amtsgerichte 24.064 beantragte Firmeninsolvenzen, 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
"2025 war ein ausgesprochen schwaches Jahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland", sagte Volker Treier, Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). "Im Schnitt musste in Deutschland alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz anmelden." Der Krieg im Nahen Osten gefährde die ohnehin fragile Lage.
Steigende Energiepreise und die Angst um neue Störungen in Lieferketten setzen viele Unternehmen zusätzlich unter Druck.
Volker Treier, Deutsche Industrie- und Handelskammer
Insolvenzen: Privatleute zunehmend betroffen
Schon 2023 und 2024 war die Zahl der Firmenpleiten je um mehr als 20 Prozent gewachsen. Gemessen daran ebbte der Anstieg im vergangenen Jahr ab. "Höher als 2025 hatte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zuletzt im Jahr 2014 mit 24.085 Fällen gelegen", schrieben die Statistiker.
Zahlen des Kreditversicherers Creditreform ließen bereits im Dezember erahnen: 2025 gab es so viele Firmeninsolvenzen wie seit zehn Jahren nicht.
08.12.2025 | 1:31 minAlte Höchststände sind aber nicht erreicht: In der Finanzkrise 2009 war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf 32.687 Fälle geklettert. Christoph Niering, Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID), sagt dazu:
Die Insolvenzzahlen sind gestiegen, aber sie bleiben weit hinter denen früherer Krisen zurück.
Christoph Niering, VID
Die deutsche Wirtschaft wird seit Jahren von einer Pleitewelle heimgesucht. Auch Privatleute geraten zunehmend in finanzielle Bedrängnis. 2025 gab es nach Angaben der Statistiker 77.219 Verbraucherinsolvenzen - 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Insolvenzen: Vor allem Branchen Verkehr und Lagerei betroffen
Die Forderungen der Gläubiger aus den Unternehmensinsolvenzen beliefen sich 2025 auf rund 47,9 Milliarden Euro - deutlich weniger als im Vorjahr mit 58,1 Milliarden Euro. Denn 2024 habe es mehr Großinsolvenzen gegeben. Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im vergangenen Jahr 69 Insolvenzen. Am stärksten betroffen waren die Branchen Verkehr und Lagerei sowie das Gast- und Baugewerbe.
2025 hatten zehntausende Unternehmen Insolvenz angemeldet, so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Wie es für 2026 aussieht, berichtete Stephanie Barrett im Dezember.
08.12.2025 | 1:15 minDer Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) ist vorsichtig optimistisch, dass sich die Lage bei den Insolvenzen dieses Jahr etwas bessert. Voraussetzung sei aber, dass der Iran-Krieg in wenigen Wochen endet und die Energiepreise schnell wieder sinken.
"In diesem Fall dürften die Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2026 um 3,7 Prozent auf 23.100 Fälle sinken und die Verbraucherinsolvenzen leicht um 1,0 Prozent auf 76.500 Fälle zurückgehen", sagte BVR-Chefvolkswirt Andreas Bley. Im Falle weiter steigender Energiepreise über lange Zeit könnten die Insolvenzzahlen nochmals steigen.
Auch VID-Chef Niering hält es für möglich, dass die Insolvenzzahlen 2026 weiter steigen, weil viele Branchen vor großen Herausforderungen stünden - wie die Autoindustrie und das Gesundheitswesen.
Wegen des Iran-Kriegs stieg der Ölpreis über das Wochenende um knapp 30 Prozent.
09.03.2026 | 1:40 minLage bleibt wegen Iran-Krieg angespannt
Aus Sicht der Wirtschaftsauskunftei Crif hat sich die Stimmung der Firmen zwar etwas verbessert, aber die Lage bleibe angespannt, gerade mit dem Iran-Krieg.
"Viele positive Signale der vergangenen Monate verlieren dadurch an Wirkung, da Energie- und Beschaffungskosten für zahlreiche Branchen weiter ansteigen", sagt Deutschland-Geschäftsführer Frank Schlein. Gut zehn Prozent aller Firmen seien inzwischen insolvenzgefährdet.
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