Versenkbare Türgriffe an Autos: China verbietet Technik

Änderung tritt im Januar 2027 in Kraft:China verbietet versenkbare Türgriffe an Autos

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Versteckte Türgriffe an Autos waren durch den US-Hersteller Tesla bekannt geworden. China verbietet die Technik nun ab Januar 2027. Grund seien Sicherheitsbedenken.

Ein versenkbarer Türgriff an einem Fahrzeug.

Ab Januar 2027 sind versenkbare Auto-Türgriffe in China verboten. Der Grund sind Sicherheitsbedenken.

03.02.2026 | 0:29 min

Als erstes Land verbietet China die versenkbaren Türgriffe an Autos - wegen Sicherheitsbedenken. Die Änderung, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll, gilt für alle ab dann in China verkauften Autos.

Mit der Änderung könnte China als weltgrößter Automarkt einen Trend in Gang setzen. Die neue Anforderung besagt, dass Autotüren von innen und außen mechanisch zu öffnen sein müssen, wie das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie mitteilte.

Versenkbare Türgriffe: Erhöhte Gefahr bei Unfällen?

Hintergrund ist, dass die versenkbaren Türgriffe im Verdacht stehen, bei einigen Unfällen versagt zu haben. In China gab es mehrere Fälle, in denen Elektroautos in Brand gerieten - und Helfer berichteten, dass sie Türen nicht öffnen konnten, um Insassen zu befreien. In den USA

Betroffen von dem Verbot sind Türgriffe, die in der Autotür verschwinden können und vor Betätigung automatisch herausfahren oder sich ausklappen. Modelle, die von Behörden bereits genehmigt wurden und kurz davorstehen, auf die Straße zu kommen, müssen die Hersteller bis 2029 umrüsten. Nicht betroffen ist die Kofferraumklappe.

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Was das Verbot für Hersteller bedeutet

Die chinesische Behörde nannte keine Namen speziell betroffener Modelle. Die Prüfung des Türgriff-Standards lief schon länger. Laut der staatlichen Zeitung "China Daily" hatten - Stand April 2025 - von den 100 am häufigsten verkauften Elektro- und Hybridautos 60 Prozent versteckte Türgriffe.

Hersteller müssen nun das Autogriff-Design betroffener Fahrzeuge erneuern. Die Kosten für die Umrüstung dürften jedoch überschaubar bleiben, auch weil man die Zulieferer für klassische Türgriffe bereits kenne, hieß es von einem deutschen Hersteller in China auf Nachfrage. Neue Entwicklungen im Türgriff-Bereich, die nun von der Regeländerung betroffen seien, könnten jedoch nicht mehr verwendet werden.

Tesla-Unfall 2024: Studenten sterben in brennendem Cybertruck

Bekannt geworden war die Technik bei den Modellen von Tesla. Der des US-Autobauer entschied sich beim Design mehrerer millionenfach verkaufter Modelle schon vor Jahren für versenkbare Türgriffe außen und einen Knopf zur Öffnung innen. Die Türen haben - wie auch bei mehreren anderen Herstellern - einen elektrischen Schließmechanismus. Er bekommt Strom aus einem 12- oder 16-Volt Kreislauf, über den auch Fenster und Touchscreen laufen.

Eine Collage des BYD und Tesla-Logos. Oben auf Schwarzem Grund mit weißer Schrift das BYD-Logo, unten das weiße Tesla-Logo auf rotem Grund.

Tesla hat zum zweiten Mal in Folge weniger Autos ausgeliefert als im Vorjahr. Ein Grund dürften die fehlenden Förderungen der US-Regierung beim Kauf eines Teslas sein, die im September ausliefen.

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Bricht diese Versorgung nach einem Unfall ab, funktionieren die elektrischen Türöffner nicht mehr. Insassen müssten dann mechanische Türöffner wie Hebel oder Seile finden und betätigen. Von Modell zu Modell unterschiedlich können sie sich hinter Türverkleidungen oder unterhalb von Sitzen befinden. Um die Türen von außen zu öffnen, muss laut Benutzerhandbuch 12-Volt-Strom aus einer externen Quelle an zwei bestimmten Stellen angeschlossen werden.

In den USA sorgte ein Unfall im Herbst 2024 für besondere Aufmerksamkeit, bei dem drei College-Studenten im Alter von 19 und 20 Jahren in einem brennenden Cybertruck-Pickup von Tesla starben. Ein Helfer schaffte es, ein Fenster einzuschlagen und einen 20-Jährigen lebend herauszuziehen - konnte jedoch die Türen nicht öffnen, um auch den anderen Insassen zu helfen, bevor Flammen das Fahrzeug erfassten.

Tesla signalisierte nach Kritik und Untersuchungen, dass Türen in Zukunft in Notsituationen leichter zu öffnen sein sollen. Die Idee, die elektronische und die mechanische Schließtechnik an einem Knopf zu kombinieren, "ergibt eine Menge Sinn", sagte Teslas Chefdesigner Franz von Holzhausen in einem Podcast des Finanzdienstes Bloomberg im vergangenen Jahr.

Damit könnten Türen von Insassen "in Panik-Situationen" intuitiver geöffnet werden, erklärte er. "Das ist etwas, woran wir arbeiten." Bei Tesla wird auch erwogen, die Türschlösser beim Ausfall des Niedrigstrom-Systems einfach zu entriegeln.

Einige Hersteller kombinieren elektrische Schlösser mit einer mechanischen Öffnung, so dass man die Türen durch kräftiges Ziehen am Griff auch ohne Strom aufbekommen kann. Andere wiederum verzichten auf elektrische Systeme dafür.


Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 03.02.2026 um 14:08 Uhr in dem Beitrag "China verbietet versenkbare Auto-Türgriffe".
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