WM-Turnier der DFB-Elf:Sommermärchen reloaded? So viele Parallelen gibt es zu 2006
von Tim-Julian Schneider
Dritter WM-Gruppenspieltag und es wartet Ecuador: Dieser Fakt ist aber nicht die einzige Parallele zum Sommermärchen 2006. Es gibt jedoch auch Unterschiede.
Vor der WM 2006 steht der deutsche Fußball am Abgrund. Klinsmanns Revolution wankt – bis sein junges Team das Land elektrisiert. Die Doku zeigt die unerzählte Vorgeschichte und Emotionen hautnah.
14.04.2026 | 0:56 minDas letzte Mal mit zwei Siegen in ein WM-Turnier gestartet ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor 20 Jahren: bei der WM 2006 im eigenen Land. Welche Parallelen und Unterschiede es in diesem WM-Jahr zum Sommermärchen gibt:
Neuville und Undav knipsen in der Nachspielzeit
Besonders auffällig sind die Parallelen beim Start ins Turnier. Ähnlich wie 2006 ist die DFB-Elf in diesem Jahr gegen einen Underdog ins Turnier gestartet, hat offensiv begeistert, hinten aber auch Schwächen offenbart. Beim 7:1 gegen Curacao schlugen diese Unkonzentriertheiten noch weniger zu Buche, als beim 4:2 gegen Costa Rica vor 20 Jahren.
Das DFB-Team hat den WM-Neuling aus Curaçao nur kurz von der Sensation träumen lassen, dann drehte Deutschland auf und hat das Weiterkommen in der Gruppe E damit bereits so gut wie sicher.
14.06.2026 | 10:45 minNoch augenfälliger sind die Parallelen beim zweiten Gruppenspiel, das bei beiden Turnieren gewonnen wurde. Dass die ersten beiden Spiele siegreich gestaltet werden konnten, war bei allen Weltmeisterschaften dazwischen nicht der Fall. Selbst beim WM-Titel 2014 gab es im zweiten Gruppenspiel nur ein Unentschieden gegen Ghana.
Und auch das Wie weist Gemeinsamkeiten auf. So rannte das DFB-Team 2006 gegen Polen ähnlich intensiv an, wie vor wenigen Tagen gegen die Elfenbeinküste. Und waren es 2006 gegen Polen die Joker David Odonkor und Oliver Neuville, die den Sieg brachten, waren es 20 Jahre später Nadiem Amiri und Deniz Undav, die die Wende einleiteten. Undav und Neuville trafen beide zum jeweiligen Siegtreffer in der Nachspielzeit.
Lange rennt die DFB-Elf im zweiten Gruppenspiel einem Rückstand hinterher. Doch dann beweist Bundestrainer Nagelsmann mit seinen Auswechslungen ein glückliches Händchen.
21.06.2026 | 10:09 minDrittes Gruppenspiel gegen Ecuador
2006 war der Spielort das Berliner Olympiastadion, 2026 wird es die imposante Arena vor den Toren New Yorks sein: So oder so heißt der Gegner im dritten Gruppenspiel für die deutsche Nationalelf Ecuador. 2006 konnten Klose, Poldi und Co. die Südamerikaner mit 3:0 aus dem Stadion schießen, den Gruppensieg festmachen und das ohnehin schon euphorisierte Land bei der Heim-WM endgültig in Ekstase versetzen.
Zwar hat die DFB-Elf dieses Mal den Gruppensieg schon in der Tasche und nicht den Vorteil einer WM im eigenen Land, aber auch bei diesem Turnier wollen die Spieler von Bundestrainer Nagelsmann das dritte Spiel nutzen, um den Schwung mit in die K.o.-Phase zu nehmen und ein Signal an die Konkurrenz zu setzen.
In der Partie zwischen den beiden deutschen Gruppengegnern Ecuador und Curaçao stehen die Torhüter im Mittelpunkt. Zum Weiterkommen wäre für beide Mannschaften ein Sieg nötig.
21.06.2026 | 9:25 minSommermärchen 2.0?
Was die 2006er-Mannschaft vor allem ausmachte, war der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und die Verbindung mit den Fans bei der Heim-WM, die das Team des damaligen Trainers Jürgen Klinsmann durchs Turnier getragen hat. Diese Bedingungen sind natürlich 20 Jahre später in den USA völlig andere, auch wenn das deutsche Lager gegen die Elfenbeinküste in Toronto für ordentlich Stimmung sorgte.
Die Zeit während der WM 2006 zeichnete sich durch ein Zusammenwachsen und Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gesellschaft aus. Zwanzig Jahre später wirkt das Land dagegen polarisiert wie seit langem nicht, was auch politische Umfragen immer wieder deutlich machen. Aber vielleicht kann die WM ja einen kleinen Teil dazu beitragen, dass zumindest für ein paar Wochen wieder ein kollektives Erlebnis entsteht.
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