Gianni Infantino offenbar vor Wiederwahl als FIFA-Präsident

Große Unterstützung im Verband:Infantino offenbar vor Wiederwahl als FIFA-Präsident

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Gianni Infantino strebt 2027 seine erneute Wiederwahl als FIFA-Präsident an. Die Zeichen dafür stehen trotz der Fehltritte bei der laufenden WM gut.

FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht während des 76. FIFA-Kongresses am 30.04.2026.

Gianni Infantino spricht während des 76. FIFA-Kongresses am 30.04.2026. Der FIFA-Präsident kann sich seiner Wiederwahl laut eines Berichtes sehr sicher sein.

Quelle: dpa

Anders als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) befürwortet die überwältigende Mehrheit der 211 FIFA-Mitgliedsländer eine Wiederwahl von Gianni Infantino als Präsident des Weltverbandes. Nach Informationen des "Guardian" haben "mehr als 200" Länder ein entsprechendes Unterstützerschreiben unterzeichnet. Damit dürfte die Wahl Infantinos beim Kongress des Weltverbandes am 18. März 2027 in Rabat/Marokko schon jetzt so gut wie sicher sein.

DFB zählt nicht zu den Unterstützern

Dem Bericht zufolge verzichtete nur eine Handvoll Verbände auf das Schreiben. "Eine kleine Anzahl europäischer Länder zählt zu den Ausnahmen. Deutschland ist dabei der prominenteste Verband, der bislang keine offizielle Unterstützung zugesagt hat", schreibt die englische Zeitung. Bislang ist Infantino der einzige Kandidat, Interessenten müssen bis zum 18. November eine Kandidatur verkünden.

Der DFB und sein Präsident Bernd Neuendorf hatten laut der "Bild"-Zeitung die Unterschrift verweigert. "Der DFB hat kein Unterstützungsschreiben für die Wiederwahl von Gianni Infantino unterzeichnet", teilte der DFB auf Anfrage mit: "Weitere Schritte werden im DFB-Präsidium beraten." Laut "Bild" warb der für Europa zuständige FIFA-Direktor während der WM-Endrunde in Nordamerika bei den 16 europäischen Teilnehmern für die Unterschrift. Der DFB hat seine Position zur Infantino-Wiederwahl bisher offen gelassen.

UEFA mit harscher Kritik im "Fall Balogun"

Die seit langer Zeit schwelenden Differenzen zwischen dem DFB und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auf der einen und der FIFA auf der anderen Seite sind spätestens seit dem "Fall Folarin Balogun" offen zu Tage getreten. Die UEFA hatte - scharf wie selten zuvor - das Gebaren der FIFA kritisiert und von der Überschreitung einer "roten Linie" gesprochen. Neuendorf sagte damals, dass "dieser Vorgang nicht zu den Akten gelegt werden darf".

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Infantino hatte beteuert, dass weder er noch US-Präsident Donald Trump Einfluss auf die Entscheidung der Disziplinarkommission genommen hätten. Das Gremium selbst untermauerte dies und beteuerte seine Unabhängigkeit. US-Stürmer Balogun durfte trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) im Achtelfinale gegen Belgien (1:4) spielen. Vor der Aussetzung der Sperre durch die Disziplinarkommission hatte Trump bei Infantino angerufen und um eine Überprüfung des Falles gebeten.

Regiert Infantino bis 2031 durch?

Die letztmögliche Wiederwahl Infantinos bis zum Jahr 2031 gilt aufgrund der erklärten Unterstützung mehrerer Konföderationen derzeit als sicher. Allerdings hat die Menschenrechtsorganisation FairSquare beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine zehnseitige Beschwerde gegen Infantino eingereicht. Grund dafür seien mehrere Verstöße gegen die Regeln zur politischen Neutralität. Dabei geht es vor allem um die Nähe des IOC-Mitglieds Infantino zu Trump.

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