Nach Rücknahme der Strafe für US-Stürmer:Rote-Karte-Skandal: Trump bestätigt Anruf bei FIFA
Die Aufhebung der Sperre für US-Stürmer Balogun löst massive Kritik aus. Nun bestätigte der US-Präsident, Infantino um Überprüfung gebeten zu haben. Auch der FIFA-Boss äußert sich.
Bei einer Pressekonferenz gab US-Präsident Trump zu, bei Infantino angerufen zu haben. Während des Gesprächs habe er lediglich um die Überprüfung der Roten Karte gebeten, nicht um eine Aufhebung.
06.07.2026 | 0:45 minUS-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass er FIFA-Präsident Gianni Infantino um die Überprüfung einer Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina gebeten hat. Er halte die Entscheidung des "schrecklichen" Schiedsrichters nicht für gerechtfertigt, erklärte Trump am Montag vor Journalisten im Oval Office.
Ich habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht glaube, dass es ein Foul war.
US-Präsident Donald Trump
Trump hatte sich zuvor in seinem Online-Netzwerk Truth Social bei der FIFA dafür bedankt, "dass sie das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit rückgängig gemacht hat".
Infantino weist Einflussnahme Trumps zurück
FIFA-Chef Gianni Infantino hat sich in der "Causa Balogun" verteidigt und Kritik zurückgewiesen. Er habe in dieser Angelegenheit "tatsächlich einen Anruf von Präsident Donald Trump erhalten", teilte der Schweizer am Montag in einer vom Weltverband verbreiteten Stellungnahme mit. Infantino betonte darin, dass die FIFA-Disziplinarkommission "unabhängig" sei.
"Ich habe die öffentlichen Stellungnahmen zur Entscheidung des unabhängigen Disziplinarausschusses der FIFA in Bezug auf die Sperre von Folarin Balogun zur Kenntnis genommen und möchte einen grundlegenden Grundsatz der FIFA-Governance bekräftigen. Die judikativen Gremien der FIFA sind unabhängig. Sie arbeiten autonom, wenden den FIFA-Disziplinarkodex an und entscheiden Fälle auf Grundlage der einschlägigen Bestimmungen und der konkreten ihnen vorliegenden Fakten. Ihre Unabhängigkeit ist für die Glaubwürdigkeit und Integrität des Fußballs von entscheidender Bedeutung und muss stets respektiert werden.
Ja, ich spreche regelmäßig mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten über Themen im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft, und in dieser Angelegenheit habe ich tatsächlich einen Anruf von Präsident Donald Trump erhalten – so wie ich Anrufe von Staats- und Regierungschefs, Regierungsvertretern, Fußball-Akteuren und Wirtschaftsführern aus aller Welt zu den unterschiedlichsten Themen erhalte. Während unseres Gesprächs habe ich erklärt, dass ein laufendes juristisches Verfahren unter Beteiligung der unabhängigen judikativen Gremien der FIFA anhängig sei und dass der Fall zu gegebener Zeit von den zuständigen Instanzen entschieden würde. So funktioniert das System der FIFA, und es ist ein Grundsatz, den ich stets verteidigen werde.
Ich lese die Entscheidungen des Disziplinarausschusses der FIFA, wenn sie ergehen. Manchmal überraschen sie mich. Manchmal stimme ich ihnen zu, und manchmal bin ich anderer Meinung. Was ich jedoch immer tue, ist, diese Entscheidungen und die Autonomie der Gremien, die sie treffen, zu respektieren. Ob uns eine Entscheidung persönlich gefällt oder nicht, ist unerheblich. Die Achtung unabhängiger Institutionen und der Rechtsstaatlichkeit ist es, die zu jeder Zeit die Integrität unserer Wettbewerbe und die Glaubwürdigkeit der FIFA schützt."
Balogun gegen Belgien spielberechtigt
Die FIFA hatte am Sonntag die Rot-Sperre für Balogun aufgehoben und zur Bewährung ausgesetzt. Für die USA ist der Fall von großer Bedeutung: Am Dienstag (2 Uhr/MESZ) tritt das Team des Mitgastgebers im WM-Achtelfinale gegen Belgien an, der für die Mannschaft wichtige Stürmer wäre nun wieder spielberechtigt.
Die Rot-Sperre des US-Amerikaners Folarin Balogun ist nach einem Anruf von Donald Trump bei Gianni Infantino aufgehoben worden. Die Fußball-Welt ist empört.
06.07.2026 | 2:13 minTrump argumentierte: "Ganz egal, was passiert, man muss ihnen erlauben, ihre besten Spieler einzusetzen". Zwei "großartige Athleten" seien zusammengestoßen und hätten sich ineinander verhakt, interpretierte Trump den Vorfall beim Sechzehntelfinale des US-Teams gegen Bosnien-Herzegowina.
Das war kein Fall, in dem jemand zugeschlagen hat, was, wie Sie wissen, etwas anderes wäre.
US-Präsident Donald Trump über den Vorfall.
Für René Adler ist die Rücknahme der Roten Karte für den US-Stürmer Balogun das "I-Tüpfelchen". Ideal wäre, so Adler, wenn der US-Verband den Spieler gegen Belgien nicht einsetzt.
06.07.2026 | 1:32 minBelgien scheitert mit Beschwerde
Der belgische Verband hatte von der FIFA eine schriftlich eine Erklärung gefordert. Dies habe der Weltverband als formalen Einspruch gewertet und als unzulässig abgewiesen, teilten die Belgier mit. Auch eine offizielle Beschwerde des belgischen Verbands wurde am Montagabend für unzulässig erklärt.
Der belgische Verband sei "nicht Verfahrenspartei" und besitze somit keine Beschwerdebefugnis gegen die Entscheidung, hieß es vonseiten der FIFA. Grund dafür ist offenbar, dass die Rote Karte aus einer Begegnung stammt, an der Belgien nicht beteiligt war.
Mit der Aufhebung der Rotsperre von US-Stürmer Balogun ist die FIFA offenbar einer Bitte von US-Präsident Trump nachgekommen – für viele ein handfester Skandal. David Sauer mit einer Einordnung.
06.07.2026 | 1:42 minMehr zur Fußball-WM 2026
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