"Fall Balogun": FIFA nach aufgehobener Rot-Sperre unter Druck

DFB-Präsident fordert Aufklärung:"Fall Balogun": FIFA nach aufgehobener Rot-Sperre unter Druck

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Nach Berichten über eine mögliche Einflussnahme von Donald Trump bei der Rot-Sperre des US-Stürmers Balogun steht die FIFA unter Druck. DFB-Präsident Neuendorf forderte Aufklärung.

Moma-Interview mit René Adler

Für René Adler ist die Rücknahme der Roten Karte für den US-Stürmer Balogun das "I-Tüpfelchen". Ideal wäre, so Adler, wenn der US-Verband den Spieler gegen Belgien nicht einsetzt.

06.07.2026 | 1:32 min

Der "Fall Balogun" erregt die Gemüter und sorgt für heftige Diskussionen. Am Sonntag hatte die FIFA die Sperre für den US-Stürmer aus dem WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) zur Bewährung ausgesetzt.

Balogun ist damit im Achtelfinale der USA gegen Belgien (Dienstag, 2.00 Uhr MESZ/ARD) spielberechtigt. Laut Medienberichten rief US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino an, um ihn um eine Überprüfung der Roten Karte zu bitten.

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02.07.2026 | 8:58 min

DFB-Präsident Neuendorf fordert Erklärung

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat die Entscheidung mit großer Sorge zur Kenntnis genommen und Aufklärung vom Fußball-Weltverband FIFA gefordert. "Die FIFA sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll", ließ Neuendorf wissen:

Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf

Artikel 66.4 im Disziplinarkatalog der FIFA ist eindeutig: Eine Rote Karte zieht automatisch eine Sperre von einem Spiel nach sich. Ein Einspruch dagegen ist nicht möglich. Der belgische Verband, der rechtliche Schritte prüft, verwies auf ein vor dem Start der WM verschicktes Rundschreiben, in dem auf diese Regel hingewiesen worden sei.
Der Weltverband bezog sich in seiner Entscheidung zu Balogun lediglich auf Artikel 27 der FIFA-Disziplinarordnung, ohne weitere Erklärung. Dieser erlaubt es der FIFA, "die Umsetzung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise auszusetzen".


UEFA kritisiert: "Rote Linie" überschritten

Die UEFA hat den Weltverband am Montag in selten zuvor erlebter Form kritisiert und von der Überschreitung einer "roten Linie" gesprochen. "Wir bringen unser Unverständnis über eine derart beispiellose, unbegreifliche und nicht zu rechtfertigende Entscheidung zum Ausdruck", schrieb die UEFA in einer Stellungnahme: "Manchmal lassen Regeln Interpretationsspielräume zu. In diesem Fall nicht." Der europäische Verband fürchtet fatale Folgen.

Wenn die Verlässlichkeit der Regeln von ihren Hütern nicht mehr garantiert wird, steht die Integrität des Spiels auf dem Spiel und die Glaubwürdigkeit eines Wettbewerbs wird untergraben.

Scharfe Kritik der UEFA an die FIFA

"Gleichzeitig schafft eine solche Entscheidung einen Präzedenzfall in einem laufenden Turnier, in dem nun vergleichbare Fälle gleich behandelt werden müssen - zum Schaden des Wettbewerbs." Im Schreiben der UEFA wird kein Funktionär zitiert. Dennoch gilt UEFA-Präsident Aleksander Ceferin als Gegenspieler Infantinos.

Tuchel: "Wo fängt es an - wo hört es auf?"

Auch Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel reagierte erstaunt auf die Aussetzung der Rot-Sperre. "Ich denke, um ganz klar zu sein, dass es keine Rote Karte war. Aber der VAR war involviert. Drei Leute vom VAR und der Referee haben es gecheckt und hatten die Meinung, dass es eine Rote Karte war. Es wurde also eine Entscheidung getroffen", sagte Tuchel.

"Wer kippt diese Entscheidung dann - und wann? Und auf welcher Grundlage? Wie weit geht das jetzt? Es ist einfach seltsam für mich. Wir wollen einfach Konsistenz in den Entscheidungen haben", mahnte der Coach.

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06.07.2026 | 11:05 min

Tuchel sagte nach dem 3:2 der Three Lions im WM-Achtelfinale gegen Mexiko zudem: "Legen wir jetzt Berufung ein, wenn eine Gelbe Karte keine Gelbe Karte ist?" Man könnte jetzt endlos debattieren. "Wo fängt es an und wo hört es auf?", sagte Tuchel. Auf die anschließende Frage eines Journalisten, ob man vielleicht US-Präsident Donald Trump fragen sollte, sagte Tuchel: "Vielleicht. Das ist ein guter Startpunkt."

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Stürmer Folarin Balogun steht dem US-Team im Achtelfinale gegen Belgien doch zur Verfügung. Seine Rotsperre wurde auf Bewährung ausgesetzt.

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