Viel Salz in Snacks für Kinder: Worauf Eltern achten sollten

Verbraucherzentrale prüft Kindersnacks:Zu salzig? Darauf sollten Eltern bei Knabbersnacks achten

von Kiana Klingberg

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Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigt: Oft enthalten Kindersnacks viel Salz. Warum das problematisch sein kann und worauf Eltern achten sollten.

Eine Schüssel voller Kinderknabbereien

In einer Marktstichprobe hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen festgestellt, dass viele Kinderknabbereien zu viel Salz enthalten. Das kann gesundheitliche Folgen haben.

15.05.2026 | 0:45 min

Bunte Tüten und niedliche Tierchen - viele Snacks scheinen speziell für Kinder gemacht. Doch ein Blick in die Zutatenliste und die Nährwertangaben zeigt: Viele dieser Produkte enthalten überraschend viel Salz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktstichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW), die 30 Snackprodukte unter die Lupe genommen hat.

Alle untersuchten Produkte richten sich durch ihre Aufmachung an Kinder. Nicht berücksichtigt in der Stichprobe wurden Produkte, die ausdrücklich für unter Dreijährige verkauft werden.


Kinderprodukte: Was die Verpackung nicht zeigt

Bunte Verpackungen suggerieren oft, dass ein Produkt speziell für Kinder geeignet sei. Tatsächlich gelten für diese Lebensmittel aber die gleichen gesetzlichen Vorgaben wie für alle anderen. Ausnahmen gibt es nur bei Produkten für Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren - hier sind Zusammensetzung und Kennzeichnung streng geregelt.

In Deutschland gibt es keine gesetzlichen Vorgaben für sogenannte Kinderlebensmittel.

Sonja Fahmy, Ernährungswissenschaftlerin, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.

Bei der großen Auswahl an Kinderprodukten sei für viele Eltern auf den ersten Blick oft nicht erkennbar, welche Produkte tatsächlich für Babys oder Kleinkinder geeignet sind, so Sonja Fahmy, Ernährungswissenschaftlerin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DEG). Ein Blick auf die Zutatenliste und Nährwertangaben schafft Klarheit.

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Kindersnacks: Salzmenge oft unterschätzt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene maximal sechs Gramm Salz pro Tag. Bei Kindern sollte der Maßstab noch strenger angelegt werden - für sie gelte bei Salz grundsätzlich: "So wenig wie möglich und nötig", sagt Fahmy. "Geht man von einem Orientierungswert von drei bis sechs Gramm pro Tag aus, so ist dieser sehr schnell erreicht." Denn entscheidend sei der Gesamtkonsum über den Tag - der nicht nur durch Knabbersnacks, sondern auch durch Lebensmittel wie Brot, Wurst oder Käse zusammenkomme, so die Expertin.

Bei den untersuchten Kindersnacks lag der Salzgehalt im Durchschnitt bei 1,92 Gramm pro 100 Gramm, der höchste Wert bei etwa 2,8 Gramm. Die Packungen sind oft so klein, dass Kinder den Inhalt in einer Portion verzehren. So ist es etwa möglich, dass mit dem Verzehr eines 50-Gramm-Päckchens 1,35 Gramm Salz aufgenommen werden. Das entspricht rund der Hälfte bis zu zwei Dritteln der Menge, die Kinder täglich höchstens zu sich nehmen sollten.

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Warum zu viel Salz für Kinder schlecht ist

Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass eine frühe Gewöhnung an salzige Lebensmittel vermieden werden sollte. Grund dafür ist, dass sich Geschmacksvorlieben bereits früh entwickeln und die spätere Ernährung prägen können.

Ein zu hoher Salzkonsum kann auch Einfluss auf die Gesundheit haben. "Natrium bindet Wasser. Um das überschüssige Natrium auszuscheiden, müssen die Nieren mehr arbeiten", sagt Fahmy. Langfristig könne es die Nieren belasten. Zudem steigt durch die zusätzlich aufgenommene Flüssigkeit das Blutvolumen und damit auch das Risiko für erhöhten Blutdruck.

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Jod fehlt in den untersuchten Produkten

Der Körper kann Jod nicht selbst herstellen und benötigt es, um Schilddrüsenhormone zu bilden. Diese Hormone sind zum Beispiel am Energiestoffwechsel beteiligt. Kinder und Jugendliche benötigen Jod für das normale Wachstum.

Laut der Verbraucherzentrale NRW enthielt keines der untersuchten Produkte Jodsalz. Gleichzeitig weist die Verbraucherzentrale darauf hin, dass die Jodversorgung vieler Kinder- und Jugendlicher in Deutschland nicht optimal ist.

"Es geht nicht um ein 'mehr', sondern um ein 'richtig' salzen. Dies bedeutet: sparsam salzen aber konsequent Jodsalz verwenden", erklärt Ökotrophologin Fahmy.

Jodsalz muss auf Produkten als "Jodsalz" oder "jodiertes Speisesalz" gekennzeichnet sein. Gute Jodquellen sind Kabeljau, Seelachs und bei entsprechender Tierfütterung auch Milch, Milchprodukte sowie Eier.


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Gesündere Snack-Alternativen für Kinder

Wer den Salzkonsum von Kindern reduzieren möchte, muss nicht auf Snacks verzichten. Ernährungswissenschaftlerin Fahmy empfiehlt Alternativen ohne zusätzliches Salz, wie zum Beispiel Gemüsesticks, selbst gemachtes Popcorn (ohne Salz), ofengeröstete Kichererbsen, Apfelchips oder Gemüsepommes.

Wer lieber zu fertigen Produkten greift, sollte auf speziell gekennzeichnete Lebensmittel für Kleinkinder achten.

  • Nicht von kindgerecht aussehenden Verpackungen täuschen lassen - sie sagen nichts darüber aus, ob sie tatsächlich für Kinder geeignet sind.
  • Snackfreie Zeiten zwischen den Mahlzeiten einplanen
  • Salz sparsam verwenden, möglichst Jodsalz verwenden
  • Gelassen bleiben: Kleine Mengen wie eine Handvoll Salzstangen sind unproblematisch. Maßvoller Genuss ist entscheidend.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 15.05.2026 ab 09:05 Uhr.

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