Autismus-Spektrum-Störung: Hochfunktionaler Autismus bei Frauen

Welt-Autismus-Tag:Hochfunktionaler Autismus wird bei Frauen oft übersehen

von Anne Waltermann

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Hochfunktionaler Autismus zeigt sich bei Frauen anders als bei Männern. Sie erhalten daher die Diagnose oft spät oder gar nicht. Warum sie das vor große Herausforderungen stellt.

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Autistische Menschen haben eine eigene Art, die Welt zu erleben, zu denken, zu fühlen und zu kommunizieren. Bei Autismus handelt es sich um eine komplexe neurologische Entwicklungsstörung. Sie kann ganz unterschiedliche Ausprägungen haben, daher wird heute der Begriff Autismus-Spektrum-Störung verwendet.

Experten gehen davon aus, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung davon betroffen ist. Häufig wird die Diagnose bei Männern gestellt. Bei Frauen dagegen wird Störung oft lange übersehen.

Autismus beziehungsweise eine Autismus-Spektrum-Störung ist angeboren und zum großen Teil genetisch bedingt. Möglicherweise gibt es auch bislang unbekannte, nicht-genetische Faktoren, die eine Rolle spielen.
Autismus ist nicht heilbar. Es handelt es sich um Störungen der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung, die sich auf die Entwicklung der sozialen Interaktion, der Kommunikation und des Verhaltensrepertoires auswirken.

Typisch für die Kontakt- und Kommunikationsstörung sind unter anderem Einschränkungen im Interaktionsverhalten und im Knüpfen sozialer Kontakte sowie das Festhalten an Gewohnheiten und Ritualen. Weitere Symptome können intensive und möglicherweise ungewöhnliche Interessen sowie Unterschiede in der Verarbeitung von Sinnesreizen sein.
Einige autistische Menschen brauchen ihr ganzes Leben lang umfassende Unterstützung, andere nur wenig. Der Unterstützungsbedarf kann im Laufe des Lebens variieren.

Quelle: Autismus-Kultur


Was ist hochfunktionaler Autismus?

Hochfunktionaler Autismus ist eine Form der Autismus-Spektrum-Störung. Er ist von außen häufig kaum wahrnehmbar. Die Betroffenen haben keine kognitive und sprachliche Entwicklungsverzögerung. Oftmals führen sie ein selbstständiges Leben, haben Beruf, Freunde und Familie. Allerdings erleben sie ihren Alltag meist als extrem anstrengend.

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Gerade im sozialen Miteinander wird das deutlich: Mimik, Ironie und unausgesprochene Regeln können nicht spontan verstanden, sondern müssen von den Betroffenen aktiv analysiert und entschlüsselt werden. Diese permanente Reflexion kostet sehr viel Energie. Damit einher geht eine langsamere Reizverarbeitung. Bei autistischen Menschen kann es schneller zu einer sensorischen Überlastung kommen.

Frauen aus dem Autismus-Spektrum sind häufig noch reizempfindlicher als Männer. Geräusche, Licht, Gerüche, Berührungen oder visuelle Eindrücke werden von ihnen besonders stark wahrgenommen. Im Alltag fällt es vielen schwer, Reize auszublenden. Selbst Hintergrundgeräusche werden als sehr belastend empfunden.

Die Diagnose "hochfunktionaler Autismus" erfolgt vor allem durch genaue Beobachtung. Fachärzte und Psychologen nutzen dafür diagnostische Gespräche und Verhaltensanalysen. Auch standardisierte Tests werden eingesetzt. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Magnetresonanztomografie werden nicht durchgeführt, da Autismus in Aufnahmen des Gehirns nicht sichtbar ist.


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Autismus bleibt bei Frauen oft unerkannt

Autismus wird deutlich häufiger bei Männern diagnostiziert. Schätzungen zufolge kommt auf drei bis vier Männer mit dieser Diagnose nur eine Frau. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer betroffener Frauen aus, da bei vielen die Autismus-Spektrum-Störung als solche nicht erkannt wird.

Sie vermuten, dass nur etwa jede dritte bis vierte Betroffene tatsächlich eine Diagnose erhält. Die Diagnose hochfunktionaler Autismus wird bei Frauen häufig erst im Erwachsenenalter gestellt. Ein Grund dafür ist, dass sich bei Frauen und Mädchen die Störung anders zeigt.

Menschen mit hochfunktionaler Depression wirken nach außen stark, kämpfen innerlich jedoch mit Erschöpfung, Antriebslosigkeit und innerer Leere.

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Anpassen statt auffallen: Masking bei Frauen

Jungen mit hochfunktionalem Autismus neigen dazu, sich sozial zu isolieren. Sie haben eher ungewöhnliche Interessen, die sie nicht mit Gleichaltrigen teilen. Dagegen verhalten sich Mädchen und Frauen aus dem Autismus-Spektrum meist unauffällig und versuchen, sich ihrem Umfeld anzupassen. Sie beobachten, prüfen, vergleichen, imitieren soziale Verhaltensweisen und verbergen Unsicherheiten. Dieses sogenannte Masking hat einen hohen Preis.

Der Versuch, sich ständig der Außenwelt anzupassen, kostet extrem viel Energie.

Dr. Dipl.-Psych. Dagmar Evers, LVR-Klinik Viersen

Autistinnen berichten oft von chronischer Müdigkeit, innerer Anspannung oder dem Gefühl, "eine Rolle zu spielen". Nicht selten suchen sie zunächst wegen Erschöpfungsdepression oder Angststörungen Hilfe - während der Autismus unerkannt bleibt.

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Mit Autismus-Spektrum-Störung leben

Eine Autismus-Spektrum-Störung ist keine Krankheit, die geheilt werden muss, sondern eine neurologische Besonderheit. Mit therapeutischer Unterstützung können Betroffene lernen, sich selbst besser zu verstehen und passende Alltagsstrategien zu entwickeln.

Dabei geht es darum, Reizauslöser zu erkennen, Stresssignale früh wahrzunehmen und alltagstaugliche Verhaltensweisen wie Rückzug, Tagesplanung und Reizreduktion anzuwenden.

Betroffene benötigen dafür ein verständnisvolles Umfeld, das ihre Grenzen respektiert, sie ernst nimmt und ihnen die nötige Sicherheit gibt, ihren besonderen Weg zu gehen.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 02.04.2026, ab 09:05 Uhr.

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