Weber weist Kenntnis von AfD‑Chatgruppe im EU‑Parlament zurück

EVP-Chef schließt Zusammenarbeit aus:Weber bestreitet Kenntnis von EVP-Chats mit rechten Parteien

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Vor wenigen Tagen waren Chatverläufe zwischen der EVP und rechten Parteien im EU-Parlament bekanntgeworden. EVP-Chef Weber erklärt nun, er habe davon nichts gewusst.

Eine Europäische Flaggen wehen im Zentrum von Brüssel.

Die Konservativen im Europa-Parlament arbeiten wohl deutlich enger mit rechten Fraktionen zusammen als bisher bekannt. Es soll Absprachen in Chatgruppen und persönlichen Treffen gegeben haben.

16.03.2026 | 5:01 min

Der Chef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, der bayerische CSU-Politiker Manfred Weber, wusste nach eigenen Angaben nichts von der umstrittenen Chatgruppe seiner Fraktion mit der AfD und anderen rechten Parteien. "Bild", "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Süddeutsche Zeitung" zitierten ihn:

Die Chatgruppen von Mitarbeitern kenne ich weder noch habe ich sie genehmigt.

Manfred Weber, EVP-Chef

Hintergrund sind Recherchen der Deutschen Presse-Agentur, wonach die EVP-Fraktion, der die Unions-Abgeordneten angehören, jüngst gemeinsam mit dem rechten Flügel des Europaparlaments in einer Chatgruppe und bei einem persönlichen Treffen von Abgeordneten an einem Gesetzesvorschlag zur Verschärfung der Migrationspolitik arbeitete. Zu dem Treffen äußerte Weber sich in den Zeitungen nicht.

Chatgruppe mit AfD: CSU-Landesgruppenchef schließt Zusammenarbeit aus

Der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag, Alexander Hoffmann, fordert vor diesem Hintergrund eine Aufklärung der umstrittenen Kooperation. "Diese Chatgruppen, das muss man sich ansehen", sagte er im "Frühstart" von RTL und ntv. Er betonte zugleich, an der Abgrenzung zur AfD werde nicht gerüttelt.

Es wird keine Zusammenarbeit geben - vor allem eben auch aus dem Umstand heraus, dass die AfD die Zielsetzung hat, die Union zu zerstören.

Alexander Hoffmann, CSU-Landesgruppenchef

Zudem sei die Politik der Union darauf ausgerichtet, die AfD überflüssig zu machen.

Weber: Wollen Zusammenarbeit mit der AfD nicht

Den EVP-Chef nahm Hoffmann in Schutz. Seine Äußerungen müssten "in der ganzen Breite" betrachtet werden, sagte der Landesgruppenchef der CSU mit Verweis auf die Migrationswende. "Es geht schon darum, dass wir die Fragen lösen, die die Menschen beschäftigen. Da gehört das Thema Migration dazu." Weber habe darauf verwiesen, dass die SPD hier auf europäischer Ebene sehr unbeweglich sei - im Gegensatz zu den Sozialdemokraten auf Bundesebene.

Weber hatte sich am Sonntag bereits in der ARD geäußert. "Wir wollen diese Zusammenarbeit nicht", sagte er.

Und wir werden der AfD auch nicht zugestehen, dass sie Zugang zur Gesetzgebung bekommt. Aber wir brauchen eine Lösung in der Sache.

Manfred Weber, EVP-Chef

Es müsse "auch funktionieren, dass wir Illegale aus Europa wieder zurückführen".

Wadephul fordert Bekenntnis zur Brandmauer

Außenminister Johann Wadephul forderte unterdessen ein klares Bekenntnis zur Brandmauer. Es müsse jeder Anschein vermieden werden, dass es irgendeine Zusammenarbeit mit der AfD gebe, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Außenministertreffens in Brüssel. Er sei sich ganz sicher, dass dies nun auch in den Gremien der EVP entsprechend diskutiert werde.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 14.03.2026 ab 23:15 Uhr.

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