Migration: EU macht Weg frei für Abschiebung in Drittstaaten

Beschluss in Straßburg:EU macht Weg frei für Abschiebung in Drittstaaten

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Künftig ist es in EU-Ländern möglich, Migranten in einen Drittstaat abzuschieben, wo diese vorher nie waren. Der Beschluss des EU-Parlaments wird kontrovers diskutiert.

Frankreich, Straßburg: Abgeordnete des Europäischen Parlaments sitzen im Plenarsaal des Europäischen Parlaments

Das EU-Parlament hat das Asylrecht verschärft: Mitgliedsstaaten können künftig Asylsuchende in Drittländer abschieben, auch wenn keine persönliche Verbindung zu dem Land besteht.

10.02.2026 | 0:25 min

Eine Mehrheit der Europaabgeordneten hat die neuen Regeln zum Konzept des "sicheren Drittstaats" am Dienstag im EU-Parlament in Straßburg endgültig beschlossen. Damit wird es EU-Staaten grundsätzlich ermöglicht, Asylsuchende in Länder zu überstellen, in denen sie zuvor nicht gelebt haben. Der Vorschlag wird häufig als "Ruanda-Modell" bezeichnet.

"Heute wird die europäische Migrationswende weiter gefestigt. Der Beschluss des Parlaments gibt den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität in der Zusammenarbeit mit Partnerstaaten, entlastet unsere Asylsysteme und stärkt die Kontrolle über die Migration", erklärte Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und Migration.

Der EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, spricht am 8. Dezember 2025 während eines Treffens der europäischen Innenminister in Brüssel, Belgien, mit der Presse.

Die EU-Innenminister haben sich auf schärfere Regeln bei Migration geeinigt. Asylsuchende ohne Aussicht auf Aufnahme sollen an den Außengrenzen zurückgewiesen werden.

08.12.2025 | 1:45 min

EU: Abschiebung in Drittstaaten

Ein zentraler Punkt der Reform ist die Abschaffung des bisherigen Verbindungskriteriums: Künftig muss nicht mehr nachgewiesen werden, dass eine persönliche oder familiäre Verbindung zwischen der asylsuchenden Person und dem sicheren Drittstaat besteht. Stattdessen kann auch die bloße Durchreise durch einen sicheren Drittstaat ausreichen - oder ein bilaterales Abkommen mit diesem Staat, das die Prüfung des Schutzantrags dort sicherstellt. Unbegleitete Minderjährige sind von dieser Möglichkeit ausgenommen.

Kritik kam vom Grünen-Europaabgeordneten Erik Marquardt.

Eine pragmatische Asylpolitik darf sich nicht von menschenrechtlichen Standards lösen,

Erik Marquardt, Europaabgeordneter der Grünen

betonte er. Die Drittstaaten-Modelle seien in der Vergangenheit außerdem immer wieder an rechtlich, praktischen und finanziellen Hürden gescheitert.

So viele Schutzsuchende leben in Deutschland

ZDFheute Infografik

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Die Mitgliedstaaten müssen geplante Abkommen mit sicheren Drittstaaten künftig frühzeitig melden, damit die EU-Kommission deren Vereinbarkeit mit dem EU-Recht prüfen und überwachen kann.

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Flüchtlinge, die illegal in Großbritannien ankommen, sollen festgenommen und sofort nach Ruanda geflogen werden. Die Regierung setzt auf Abschreckung. Aber ihr Plan geht nicht auf

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Quelle: epd
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 10.02.2026 ab 12 Uhr.

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