Von Hauptschule bis Gymnasium:Drei Fakten zur Einwanderung von Schülern und Lehrern
von Marie Ries
Ein Viertel der Menschen in Deutschland hat eine Einwanderungsgeschichte. Wie sich das in den Schulen zeigt - drei Fakten in Grafiken.
Seit Mitte der 2010er Jahre sind mehr Menschen nach Deutschland eingewandert. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Schulen.
06.02.2026 | 1:11 minIn mehreren Bundesländern gibt es heute Halbjahreszeugnisse. Ein Blick in die Statistik zeigt: Deutschlands Schulklassen sind in den letzten Jahren deutlich internationaler geworden.
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Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind entweder selbst seit 1950 nach Deutschland eingewandert oder haben zwei seit 1950 eingewanderte Eltern. Nach dem Mikrozensus 2024 trifft dies auf rund 29 Prozent der Schüler*innen in Deutschland zu, 2013 waren es noch rund 19 Prozent. Dabei ist besonders der Anteil der selbst eingewanderten Schüler*innen gestiegen: von 4,9 Prozent auf 14,5 Prozent.
Menschen mit nur einem eingewanderten Elternteil werden nach Definition des Statistischen Bundesamts nicht zu den Personen mit Einwanderungsgeschichte gezählt, aber in Statistiken gesondert ausgewiesen.
2024 lebten in Deutschland 650.000 Menschen mit italienischer Einwanderungsgeschichte, fast drei Viertel kamen bis in die 70er-Jahre.
17.12.2025 | 0:27 minLehrkräfte haben seltener Einwanderungsgeschichte
Im Vergleich zu den Schüler*innen ist der Anteil der Lehrkräfte mit Einwanderungsgeschichte deutlich geringer.
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Ist dieser Unterschied ein Problem? Ja und nein, erklärt Aysun Doğmuş, Professorin für Erziehungswissenschaft, die zum Thema Lehren und Lernen in der Migrationsgesellschaft an der TU Berlin forscht. "Lehrkräfte mit Einwanderungsgeschichte können motivieren und die Vorstellung stärken, selbst Lehrperson zu werden", sagt Doğmuş.
Gleichzeitig müssten alle Lehrkräfte lernen, divers zusammengesetzte Klassen gut zu unterrichten - unabhängig von ihrer eigenen Einwanderungsgeschichte.
Schulleiter schlagen seit vielen Jahren Alarm, dass es zu wenig Lehrer an Schulen gibt.
28.11.2025 | 1:45 minJe nach Schulform unterscheidet sich die Schülerschaft deutlich
Die Zusammensetzung der Klassen ist nicht in allen Schulformen gleich: An Hauptschulen etwa ist der Anteil selbst eingewanderter Schüler*innen mehr als drei Mal so hoch wie an Gymnasien.
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Woher kommen diese Unterschiede?
Für Empfehlungen und Entscheidungen für verschiedene Schulformen spielt der soziale Hintergrund häufig eine Rolle - und der hängt in Deutschland mit der Einwanderungsgeschichte zusammen.
Camilla Rjosk, Professorin für Schulentwicklung an der Universität Potsdam
Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien erhalten seltener eine Gymnasialempfehlung. Das zeigt der Nationale Bildungsbericht, den Wissenschaftler*innen im Auftrag von Bundesbildungsministerium und Kultusministerkonferenz erstellt haben. Dieser Zusammenhang besteht auch bei gleichen Noten und Leistungen, wenn auch schwächer ausgeprägt.
Auch mit einer Gymnasialempfehlung wechseln demnach sozioökonomisch benachteiligte Kinder seltener aufs Gymnasium als solche mit hohem sozialem Status.
Ein weiterer Faktor: Sprache. "Im Schnitt verfügen Schüler*innen mit Einwanderungsgeschichte über geringere sprachliche Kompetenzen. Das zeigt, dass Schulen aktuell nicht in der Lage sind, diese ausreichend zu vermitteln. Das kann auch für eine Gymnasialempfehlung ausschlaggebend sein", so Camilla Rjosk, Professorin für Schulentwicklung an der Universität Potsdam.
Die digitale Entwicklung erhöht den Anpassungsdruck auf das Bildungssystem. Gleichzeitig bleiben zentrale Fächer unverzichtbar - unsere Lehrpläne stehen vor Herausforderungen.
18.01.2026 | 2:50 minWie können Schulen besser mit Diversität umgehen?
Auf den Schulhöfen träfen heute zunehmend unterschiedlichste Lebensentwürfe aufeinander, so Erziehungswissenschaftlerin Doğmuş. Dies betreffe nicht nur Einwanderungsgeschichten, sondern etwa auch geschlechtliche Identitäten, sexuelle Orientierungen und Weltanschauungen. Sie alle hätten Inklusionsansprüche. "Schule muss die Räume schaffen, dieser Vielfalt gerecht zu werden", erklärt Doğmuş.
Für einen besseren Umgang mit Diversität sehen die Expertinnen verschiedene Ansätze: etwa die Sprach-Diagnostik stärken und Diskriminierung aktiv thematisieren und abbauen.
Redaktion: Kathrin Wolff
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