Panter für Partnerschaft in Sachsen:Bau chinesischer E-Autos im VW-Werk Zwickau? Minister offen
2019 war das VW-Werk Zwickau zur E-Auto-Fabrik umgebaut worden, ausgelastet ist es aber nicht. Sachsens Wirtschaftsminister liebäugelt nun mit China als Produktionspartner.
In Sachsen wird über Kooperationen mit chinesischen Autobauern gesprochen, um Arbeitsplätze bei VW zu sichern.
11.05.2026 | 0:42 minNach dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies bringt auch Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter chinesische Autobauer als Partner in der Produktion in VW-Werken ins Spiel. Dabei geht es Panter vor allem um das Volkswagen-Werk in Zwickau. "Es ist besser, industrielle Kompetenz bei VW in Sachsen weiterzuentwickeln und die Produktion abzusichern, als auf verlorenem Posten zu kämpfen und Wertschöpfung zu verlieren", sagte der SPD-Politiker der "Bild".
Wir müssen mit der Zeit gehen. Deswegen: China ist eine Chance für Zwickau.
Dirk Panter, Sachsens Wirtschaftsminister
Produktion chinesischer Autos bei Volkswagen: Auch Blume offen
Panter reagiert damit auf die Ankündigung von VW-Konzernchef Oliver Blume, das Geschäftsmodell genau unter die Lupe zu nehmen und die Kapazitäten in den Werken in Europa erneut zu reduzieren. Um welche Fabriken es konkret geht, sagte Blume nicht.
Deutsche Autohersteller bekommen immer mehr Druck aus China: Dessen Autoindustrie will Edel-Modelle günstig in Europa verkaufen.
02.05.2026 | 1:41 minAllerdings steht das E-Auto-Werk in Zwickau schon länger im Fokus. Es war 2019 für rund 1,5 Milliarden Euro zur reinen Elektroauto-Fabrik umgebaut worden. Derzeit werden in Zwickau ein Modell von Audi sowie der ID.3 und der Cupra Born gebaut. Geplant ist allerdings, in den kommenden Jahren eine Fertigungslinie abzubauen und das VW-Modell ins Stammwerk von Volkswagen nach Wolfsburg zu verlagern. Ende 2025 waren rund 8.000 Menschen in dem Zwickauer Werk beschäftigt.
Auch Blume hatte sich offen dafür gezeigt, chinesische Autos bei Volkswagen vom Band laufen zu lassen. Panter sagte, eine Möglichkeit sei ein Joint Venture zwischen Volkswagen und einem chinesischen Hersteller. Dieses könnte eine oder mehrere derzeit nicht ausgelastete Produktionslinien nutzen und Fahrzeuge in Sachsen fertigen. Voraussetzung seien klare europäische Regeln und Standards.
Unser Maßstab ist nicht Ideologie, sondern industrielle Zukunftsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze bei VW in Sachsen.
Dirk Panter, Sachsens Wirtschaftsminister
Chinesische E-Autos werden rasant besser und günstiger und verändern den Markt. Marken drängen nach Europa. Können deutsche Hersteller mithalten? Alle Highlights der Automesse.
28.04.2026 | 11:21 minVolkswagen äußert sich nicht - IG Metall nicht "pauschal" dagegen
Volkswagen lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Die IG Metall erklärte, ein Vorschlag zum Bau chinesischer Autos müsse sorgfältig und im Einzelfall bewertet werden. "Wir lehnen solche Überlegungen nicht pauschal ab", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft.
Entscheidend sei aber, dass sie eine eigenständige industrielle Strategie von Volkswagen ergänzen könnten - "nicht ablösen und auf keinen Fall vorgesehene Investitionen und Fahrzeugprojekte ersetzen dürfen". Zugleich brauche es auf europäischer Ebene verbindliche Local-Content-Regelungen. "Wer auf dem europäischen Markt verkaufen will, muss in großen Teilen auch hier produzieren", sagte der IG-Metall-Sprecher.
Bei Volkswagen ist der Gewinn im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Der Konzern will seine Sparbemühungen erhöhen. ZDF‑Wirtschaftsexperte Neuhann ordnet die Entwicklungen ein.
10.03.2026 | 2:37 minChinesische Hersteller suchen nach Werken in Europa
Volkswagen kämpft schon länger mit Problemen: Der Umstieg auf E-Autos läuft schleppend, chinesische Hersteller mischen den Markt in Europa auf und die US-Zollpolitik macht den Autobauern hierzulande das Leben schwer. Chinesische Hersteller wie BYD, Geely oder SAIC drängen mit Macht auf den europäischen Markt. Sie reagieren damit auf den harten Preiskampf in China und die massiven Überkapazitäten dort.
Mehrere chinesische Hersteller suchen derzeit nach Werken in Europa, und auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hatte hier zuletzt VW-Werke ins Spiel gebracht. Bei Experten gilt der Schritt aber als riskant. Horst Schneider, Analyst bei der Bank of America, sprach von einem "Wolf im Schafspelz", den sich VW so möglicherweise hereinhole.
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