US-Präsident erfreut über Wahlergebnis:Bundesregierung verärgert über Trump-Unterstützung für AfD
Die Bundesregierung reagiert irritiert auf Trump-Äußerungen, worin er den AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt lobt. Berlin verschiebt ein Telefonat zwischen Merz und Trump.
Der AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt löst im Ausland unterschiedliche Reaktionen aus. Es gibt zum einen Glückwünsche, aber auch Sorgen und Warnungen.
07.09.2026 | 1:51 minDie offene Unterstützung von US-Präsident Donald Trump für die AfD nach deren Wahlsieg in Sachsen-Anhalt hat für Verärgerung bei der Bundesregierung gesorgt. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), sagte dem "Tagesspiegel":
Wir Deutschen entscheiden selbst, wie wir mit Migration umgehen, und auch, wen wir wählen.
Metin Hakverdi, Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung
Hakverdi fügte hinzu: "Ratschläge aus dem Weißen Haus brauchen wir dabei nicht."
Bei der Generaldebatte im Bundestag hat die AfD-Vorsitzende Alice Weidel die Regierung kritisiert. Kanzler Merz bekräftigte seine Reformvorhaben.
09.09.2026 | 2:01 minTrump bezeichnet AfD-Erfolg als "wirklich großen Abend"
Trump hatte den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt als "wirklich großen Abend" begrüßt und erklärt, die Partei sei "auf dem Vormarsch".
Berlin verschob ein Telefonat von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Trump. Bei dem ursprünglich für Mittwoch geplanten Gespräch sollte es nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius um den 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September in den USA gehen. Einen Grund für die Absage nannte der Kornelius nicht. Auch ein neuer Termin steht demnach bisher nicht fest. Eine solche Absage gilt als höchst ungewöhnlich.
Der Regierungssprecher wollte sich zwar nicht dazu äußern, ob die Absage etwas mit Trumps Stellungnahme zu tun hat. Kornelius verwies aber auf Äußerungen des Kanzlers in der Vergangenheit: Merz habe in "abstrakter Weise" schon häufig darauf hingewiesen, "dass Eingriffe oder Kommentierungen der deutschen innenpolitischen Situation besonders zu Wahlen" für ihn "nicht in Frage kommen".
Das starke Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Altkanzlerin Angela Merkel erschüttert. Sie spricht von einem historischen "Einschnitt".
08.09.2026 | 1:17 minTrump kritisiert deutsche Einwanderungsregeln
Am Dienstag hatte Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social geschrieben:
Wow! Die populistische Partei in Deutschland hatte gerade einen wirklich großen Abend.
Donald Trump, US-Präsident
"Sie haben endlich genug von den absolut schrecklichen Einwanderungsregeln und -vorschriften, die Deutschland so sehr geschadet haben", fügte Trump hinzu. "Sie sind auf dem Vormarsch und lassen sich das nicht mehr gefallen."
In Anlehnung an seinen Slogan "Make America Great Again" (Macht Amerika wieder großartig) fügte der US-Präsident die auf Deutschland umgemünzte Abkürzung "MGGA" hinzu, was offenbar "Make Germany Great Again" bedeuten soll (Macht Deutschland wieder großartig).
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und dem Siegesrausch der AfD beschäftigt sich "frontal" mit dem politischen Wahlbeben, den Folgen - und der Frage nach möglichen Machtoptionen.
08.09.2026 | 45:24 minWeitere Trump-Unterstützer kommentieren AfD-Erfolg
In den USA hatten prominente Unterstützer von Trump den Wahlerfolg der AfD bejubelt. "Gut gemacht!", kommentierte US-Tech-Unternehmer Elon Musk in der Nacht zum Montag in seinem Onlinedienst X einen Beitrag der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel.
Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, nannte das Wahlergebnis auf X einen "großen Gewinn" und einen "neuen Tag in Deutschland". Die Bevölkerung sei "bereit für Veränderungen, egal, wie sie genannt werden". Grenell war während Trumps erster Amtszeit US-Botschafter in Berlin und gilt als einer seiner Vertrauten.
Die AfD war bereits in der Vergangenheit Streitthema zwischen Berlin und Washington. So sorgten im vergangenen Jahr Äußerungen unter anderem von US-Vizepräsident JD Vance über eine angebliche Benachteiligung der AfD in Berlin für Irritationen. Bundeskanzler Merz verbat sich jede Einmischung bei den Themen Meinungsfreiheit und Umgang mit der AfD.
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