Merz fordert vor CDU-Parteitag mehr Leistungsbereitschaft

Politischer Aschermittwoch:Leistung statt Lifestyle: Merz stimmt CDU auf Parteitag ein

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Mehr Arbeit für mehr Wohlstand? Vor dem CDU-Parteitag wirbt Kanzler Merz für einen Mentalitätswechsel - und grenzt sich klar von "Lifestyle-Teilzeit" und Steuererhöhungen ab.

Randmotiv,Bierkrug,Masskrug hinter CSU Schild.

Poltern in Richtung politischer Gegner, ringen mit dem Koalitionspartner. Das jährliche Ritual am Aschermittwoch kreist in diesem Jahr ganz besonders um die Themen Arbeit und Geld.

18.02.2026 | 2:41 min

Vor dem CDU-Parteitag hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen Mentalitätswechsel zu mehr Leistungsbereitschaft gefordert, um das Land wieder nach vorn zu bringen. "Lifestyle und Vier-Tage-Woche. Alles schön, kann man alles machen", sagte Merz beim Politischen Aschermittwoch in Trier.

Aber wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, dann müssen wir jetzt alle mal zusammen ins Rad packen und dafür sorgen, dass in diesem Land wieder eine richtig gute Leistung gezeigt wird.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Arbeiten wir zu wenig?

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05.02.2026 | 13:27 min

Merz fordert "neue Kraftanstrengung" für Deutschlands Wohlstand

Deutschland hätte den heutigen Wohlstand nicht, "wenn unsere Eltern mit dieser Mentalität an die Arbeit gegangen wären, die wir heute zum Teil sehen", sagte Merz. "Und da möchte ich raus. Ich möchte uns, Sie alle, uns zusammen motivieren, dass wir hier eine neue Kraftanstrengung miteinander unternehmen", sagte der Kanzler.

Nicht mit Zwang, nicht mit Druck, nicht mit neuen Gesetzen, sondern einfach mit Fröhlichkeit an der Arbeit.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

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Teilzeit-Streit vor Parteitag entschärft

Die CDU kommt am Freitag zu einem Parteitag zusammen, bei dem es auch um das Thema Leistungsbereitschaft gehen wird. Ein Antrag des CDU-Wirtschaftsflügels zur Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit hatte zwischenzeitlich für viel Aufregung gesorgt. Er trug den Titel: "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit", wurde aber dann deutlich geändert. In dem Antrag zum Parteitag ist nun die Rede davon, Teilzeitansprüche zu "ordnen" - die Bezeichnung "Lifestyle-Teilzeit" kommt nicht mehr vor.

Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), vor einer Grafik einer Anzeige: "Wir suchen in Teilzeit"

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26.01.2026 | 29:29 min

Merz bezeichnet Debatte um Erbschaftsteuer als "verheerend"

Außerdem warnte Merz in Trier vor neuen Steuerbelastungen. Die Debatte über eine Reform der Erbschaftsteuer bezeichnete er als "verheerend" und bekräftigte seine Ablehnung von SPD-Plänen für eine Reform der Erbschaftsteuer.

Die SPD hatte kürzlich eine Reform der Erbschaftsteuer vorgeschlagen: Bei der Vererbung von Betrieben sollte ein Freibetrag von fünf Millionen Euro gelten - millionenschwere Unternehmens-Erbschaften will die SPD aber höher besteuern und damit mehr Steuergerechtigkeit erreichen.

Merz sagte dazu, die Sozialdemokraten müssten zwischen Privatvermögen und Betriebsvermögen unterscheiden. "Wir wollen das Betriebsvermögen entlasten und nicht das besonders hohe Privatvermögen."

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Zwischen Betriebsvermögen und Privatvermögen unterscheiden

Die überwiegende Zahl der Ausbildungsplätze und der Beschäftigten befinde sich in kleinen und mittleren, häufig eigentümergeführten Unternehmen. Deswegen gebe es im Erbschaftsteuergesetz Möglichkeiten, um Arbeitsplätze zu erhalten: "Damit die Unternehmen auch in die nächste Generation weitergegeben werden können und nicht wegen hoher Erbschaftsteuer abgewickelt oder verkauft werden müssen", so Merz.

Merz sagte, die Einkommensteuer sei "nicht nur eine Steuer für diejenigen, die viel verdienen", sondern auch die Unternehmensteuer für die Mehrzahl der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Der Spitzensteuersatz greife schon jetzt bei Einkommen, die nicht nur von sehr reichen Menschen erzielt werden. "Wollen wir das noch weiter erhöhen? Wollen wir die Menschen noch mehr belasten?", sagte Merz.

Wer investiere, müsse von dem Geld, das er verdiene, auch noch etwas übrig behalten, wenn er Arbeitsplätze schaffen solle.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 18.02.2026 ab 21:45 Uhr.

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