Cohere übernimmt KI-Konkurrenten:Mit Kooperationen gegen KI-Übermacht der USA
von Jan Henrich
Die kanadische KI-Firma Cohere übernimmt den deutschen Konkrurrenten Aleph Alpha. Berlin sagt Ja zum Projekt, man will unabhängig werden von der US-KI-Übermacht.
Pressekonferenz zu deutsch-kanadischer Partnerschaft für souveräne KI.
24.04.2026 | 0:33 minMatchmaking und Partnersuche scheinen auf der Prioritätenliste des Digitalministeriums unter Karsten Wildberger (CDU) weit oben zu stehen. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) setzt der Minister verstärkt auf Kooperation, egal ob auf Ebene von Regierungen oder Unternehmen.
Hoffen auf neuen "KI-Champion"
Der verkündete Zusammenschluss des in Heidelberg ansässigen deutschen KI-Unternehmens Aleph Alpha und des kanadischen Startups Cohere ist ein solches Match. Die Digitalminister Kanadas und Deutschlands hoffen auf einen neuen "KI-Champion" und hatten das Geschäft im Rahmen ihrer Anfang des Jahres vereinbarten Zusammenarbeit begleitet.
Für die Dominanz der US-Unternehmen auf dem KI-Markt wird das vermutlich keine Gefahr sein. Doch Wildberger machte bei der Vorstellung der Pläne deutlich: Es gehe auch um "digitale Souveränität".
Beim Thema KI dominieren US-Player den Markt. Doch Europa will unabhängiger werden. Wie das gelingen könnte, zeigen seltene Einblicke bei Frankreichs Militär und beim KI-Riesen Mistral.
25.03.2026 | 6:32 minSolomon: "Das Ziel sind souveräne Lösungen"
Man wolle neue Optionen schaffen und den KI-Markt nicht einigen wenigen Playern überlassen, unterstrich der kanadische Digitalminister Evan Solomon bei der Pressekonferenz in Berlin. Damit gemeint seien insbesondere Systeme und Anwendungen, die auf einem festen Wertefundament beruhen, also auch deutsche und kanadische Sicherheits- und Datenschutzvorgaben beachten.
Wir müssen es richtig gestalten und dabei unsere Werte im Blick behalten.
Evan Solomon, kanadischer KI-Minister
Mit dem Zusammenschluss der Unternehmen könnten Angebote nach diesen Maßstäben entstehen. Das Geschäft, an dem auch die Digitalsparte der Schwarz Gruppe, der Muttergesellschaft von Lidl, beteiligt ist, bekommt damit auch eine politische Dimension.
Deutschland sucht KI-Partner
Um Alternativen auf dem KI-Markt zu stärken, hatte die Bundesregierung in den vergangenen Monaten immer wieder den Schulterschluss mit anderen Staaten gesucht. Im Februar wurde ein Pakt für KI zwischen Deutschland und Indien gestartet, der unter anderem Kooperationen im Bereich Talentförderung und Rechenkapazitäten vorsieht.
Präsident Macron fordert, Europa müsse souveräner werden. Frankreich macht es vor, will zum führenden KI-Standort in Europa werden und investiert Milliarden in entsprechende Infrastruktur.
23.04.2026 | 2:05 minUnd im Rahmen des deutsch-französischen Digitalgipfels im November vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung eine ganze Reihe "strategischer Partnerschaften" vorgestellt, darunter eine weitreichende Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Software-Riesen SAP und dem französischen KI-Anbieter Mistral AI.
Vorherrschaft von US-Software bei deutschen Behörden
Mehrmals hatte Digitalminister Wildberger bereits betont, dass digitale Souveränität und Datensicherheit bei öffentlichen Ausschreibungen künftig verstärkt beachtet werden sollen. Gemeint sind auch Software-Anwendungen für Arbeitsplätze bei deutschen Behörden. Dort ist die Dominanz US-amerikanischer Produkte immer noch riesig.
Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung seien bislang weniger als zwei Prozent der Beschäftigten in der Bundesverwaltung an die deutsche Office-Alternative "Open Desk" angebunden. Der Bund halte weiterhin Softwareverträge mit US-Konzernen im Wert von über 8,35 Milliarden Euro, so der Bericht.
Jan Henrich berichtet aus dem ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin.
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