"illner"-Talk über Iran-Krieg: Mehr wie Kanzler Merz handeln?

"maybritt illner" über Iran und USA:Gabriel: Iraner "die ausgebufftesten Verhandler in der Welt"

von Florence-Anne Kälble

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Sigmar Gabriel prognostiziert bei "maybritt illner" langwierige Verhandlungen mit Teheran. Und rechnet mit einem Ergebnis, das einem alten Abkommen ähneln könnte.

v.l.: Juli Zeh,Norbert Röttgen, Maybrit Illner, Sigmar Gabriel und Carlo Masala

Sehen Sie hier die Sendung "maybrit illner" vom 9. April 2026 in voller Länge.

09.04.2026 | 61:03 min

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekommt für seine Reaktion auf die teils harsche Kritik Donald Trumps an Nato und Europa Lob von Sigmar Gabriel (SPD). Der Chef der Atlantikbrücke sagte am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner":

Ich würde das Gleiche tun wie Friedrich Merz, nämlich mich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Sigmar Gabriel, SPD

Es sei "unübersehbar", dass Trump "die ganze Sache aus den Händen geglitten ist", so Gabriel mit Blick auf den Iran-Krieg. Der US-Präsident suche "jemanden, dem er am Ende die Schuld zuschieben kann". Der frühere Außenminister verwies jedoch auch darauf, dass Deutschland wirtschaftliche Partner in der Region habe. Diesen hätte man zu Beginn des Krieges Unterstützung anbieten können.

Präsident Trump und Kriegsminister Hegseth geben eine Pressekonferenz zum Iran-Krieg

Die Feuerpause zwischen den USA und Iran bleibt fragil. Während Trump mehr Einsatz von den Nato-Partnern fordert, signalisiert Kanzler Merz Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus.

09.04.2026 | 1:33 min

Gabriel: Schnelle Ergebnisse im Iran-Krieg nicht erwartbar

Gabriel warnte davor, von den Verhandlungen in Pakistan über ein Ende des Iran-Krieges schnelle Ergebnisse zu erwarten. Das werde nicht in 14 Tagen passieren. Das Beste, was erwartet werden könne, sei "ein Einstieg in einen längerfristigen Prozess". Die Iraner gälten "nicht zu Unrecht als die ausgebufftesten Verhandler in der Welt".

Er vermute, dass am Ende etwas herauskomme, das "gar nicht so weit entfernt" sei von dem früheren Atomabkommen mit Iran. Dieses war von Donald Trump aufgekündigt worden.

Kanzler Merz zur aktuellen Lage

Hohe Kosten im Inland, politische Unsicherheit von außen: Der Iran-Krieg stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Zusätzliche Brisanz bringt Trumps Drohung, die Nato infrage zu stellen.

09.04.2026 | 1:57 min

Röttgen: Iran-Krieg geht Deutschland viel an

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen betonte, der Bundeskanzler werde nicht abrücken von seiner Position, dass sich Deutschland nicht an der Auseinandersetzung in Nahost beteiligen werde. Dennoch gehe der Krieg Deutschland viel an.

Wir sind auch Geiseln der Straße von Hormus.

Norbert Röttgen, CDU-Außenpolitiker

Bei den vom Kanzler genannten Grundsätzen für eine mögliche deutsche Beteiligung an der Sicherung des Handelsweges nach dem Ende des Krieges werde es bleiben. Merz hatte am Donnerstag als Bedingung für ein solches deutsches Engagement unter anderem ein internationales Mandat sowie ein schlüssiges Konzept genannt.

ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese

Die Bundesregierung fordert ein schnelles Ende des Iran-Kriegs. Heute hat Bundeskanzler Merz mit US-Präsident Trump telefoniert. ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese berichtet.

08.04.2026 | 1:17 min

Dass die zivile Infrastruktur nicht bombardiert wurde, wertete Militärexperte Carlo Masala als positiv. "Stand jetzt hat Trump eine Niederlage erlitten, aber das kann sich über die Zeit auch wieder ändern", fügte der Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München hinzu. Er setze darauf, dass Deutschland bei seinen Grundsätzen bleibe und sich nicht an irgendwelchen Missionen im Iran beteiligen werde.

Das heißt nicht, dass sich nicht andere Staaten an solchen Missionen beteiligen werden, obwohl es keinen stabilen Frieden geben wird.

Carlo Masala, Militärexperte

Masala bezog sich dabei auf osteuropäische und baltische Staaten, die sich Unterstützung durch die USA erhoffen.

Schaltgespräch mit Wulf Schmiese zum Iran

Bundeskanzler Merz halte Iran für militärisch nicht besiegbar, so Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese. Daher nehme man den Gesprächsfaden mit Teheran wieder auf.

09.04.2026 | 2:55 min

Europa: Distanzierung oder Eingreifen?

Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh verwies mehrfach auf die völkerrechtliche Dimension des Krieges und forderte eine klare Distanzierung. Journalistin Souad Mekhennet hielt dagegen, dass sich die Lage für Europa nach den Worten von Nato-Generalsekretär Mark Rutte durch das Eingreifen der USA und Israels sicherer darstelle. Zugleich betonte die Expertin für internationale Sicherheit, das Regime habe infolge der Intervention einen großen Teil seines Waffenarsenals verloren.

ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers berichtet aus Brüssel

US-Präsident Trump hat die Nato nach dem Besuch des Generalsekretärs Rutte mit deutlichen Worten kritisiert. Wie es um das Bündnis steht, ordnet Isabelle Schaefers in Brüssel ein.

09.04.2026 | 1:02 min

Zeh hielt dagegen, dass niemand das Regime im Iran verteidige. Die eigentliche Frage sei vielmehr, ob sich Probleme durch völkerrechtswidrige Angriffe lösen ließen oder ob ein solches Vorgehen am Ende nicht eher den Hardlinern nutze. Denn diese könnten daraus ableiten, dass auf Europa kein Verlass sei.

Mekhennet zeichnete für Europa ein differenzierteres Bild. Europa solle sich nicht am Krieg beteiligen, sagte sie. Seine Aufgabe liege vielmehr darin, jene Staaten im Nahen Osten zu unterstützen, die unter Beschuss stehen.

Über dieses Thema berichtete "maybrit illner" in der Sendung "Trump und Iran: Sieg, Niederlage oder Chaos?" am 09.04.2026 um 22:30 Uhr.

Mehr zum Iran-Krieg

  1. Friedrich Merz spricht im Bundeskanzleramt am 09.04.2026.

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