Uneinigkeit im CDU-Arbeitnehmerflügel:Ruf nach Reiches Entlassung: CDA-Chef widerspricht Vize
Nach ihrer Attacke gegen die SPD kommt Kritik an Ministerin Reiche aus der Union. Der Vize-Chef des Arbeitnehmerflügels fordert ihre Entlassung. Der CDA-Chef weist dies zurück.
Finanzminister Klingbeil fordert staatliche Eingriffe zur Senkung der Spritpreise. Er spricht sich für steuerliche Entlastungen sowie einen Preisdeckel für Benzin und Diesel aus.
11.04.2026 | 0:27 minDer Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels der CDU (CDA), Dennis Radtke, warnt wegen des koalitionsinternen Streits über die hohen Energiekosten vor Personaldebatten.
Wir brauchen jetzt harte Debatten in der Sache, aber keine Personaldiskussionen.
Dennis Radtke, Vorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA)
Notwendig seien jetzt spürbare Entlastungen für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen - bei Steuern, Energie und im Alltag, sagte Radtke in Berlin. "Diese Diskussion führen wir auch intern sehr klar und konstruktiv".
Wirtschaftsministerin Reiche kritisiert Vorschläge der SPD für Entlastungen wegen hoher Energiepreise scharf. Nun gerät sie selbst unter Druck, auch aus der eigenen Partei.
10.04.2026 | 2:14 minCDA-Chef widerspricht CDA-Vize
Er reagierte damit auf Äußerungen seines Vize Christian Bäumler. Dieser hatte nach der scharfen Attacke von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gegen den Koalitionspartner SPD im SWR gesagt, eine "Auswechslung" der Ministerin sei unumgänglich, auch weil sich Reiche Kanzler Friedrich Merz (CDU) widersetzt habe.
Wer sich wie Reiche gegen ein Machtwort des Kanzlers stellt und einen Kompromiss mit der SPD bei den Spritpreisen ablehnt, will eine andere Koalition.
Christian Bäumler, Vize-Vorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels
Bäumler, der auch Chef des CDU-Sozialflügels in Baden-Württemberg ist, warf der Ministerin vor, "eine Koalition mit der AfD anzustreben". Reiche habe zudem den Kontakt zur Lebenswirklichkeit der Menschen verloren, kritisierte Bäumler. "Wir brauchen Soforthilfen für Menschen, die keine Reserven haben", mahnte er.
Nötig seien "ein Mobilitätsgeld für Normalverdiener und eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel".
Wirtschaftsministerin Reiche ignorierte das Machtwort des Kanzlers, weil sie auf den Finanzminister reagieren wollte. Merz sei genervt ,sagt Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese.
10.04.2026 | 2:23 minMerz will von Klingbeil und Reiche einvernehmliche Vorschläge
Merz hatte am Donnerstag SPD-Chef Lars Klingbeil und Reiche aufgefordert, gemeinsam Vorschläge zur Entlastung der Menschen vorzulegen. Am Freitag lud der Finanzminister Arbeitgeber und Gewerkschaften zu einem Spitzentreffen. Reiche ging ihrerseits vor die Presse und kritisierte die SPD-Vorstellungen - etwa eine Übergewinnsteuer - scharf als "teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig".
Merz forderte daraufhin seine Parteifreundin zur Zurückhaltung auf. Merz sei "befremdet über den öffentlichen Schlagabtausch", hieß es am Freitag aus seinem Umfeld.
SPD-Chef Lars Klingbeil drängt unterdessen weiter auf staatliche Eingriffe. "Das Wirksamste ist gerade der Eingriff in den Markt. Das sehen wir in anderen europäischen Ländern", sagte der Finanzminister der "Süddeutschen Zeitung". "Und ich finde, wir sollten diesen Mut auch haben."
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