Kraftstoffpreise an Tankstellen :Was hat die neue 12-Uhr-Regel gebracht?
von Robert Meyer, Moritz Zajonz
Spritpreise so hoch wie nie: Die 12-Uhr-Regel sollte Autofahrer beim Tanken entlasten, so die Hoffnung. Eine Analyse der Daten verrät, was die Regel gebracht hat - und was nicht.
Obwohl seit dem 1. April strengere Regeln bei der Erhöhung der Spritpreise gelten, steigen sie weiter. Die Debatte um Erleichterung für die Verbraucher geht weiter.
07.04.2026 | 1:34 minIst die Lage an den Tankstellen in Deutschland dank der neuen 12-Uhr-Regel entspannter? Seit Anfang April gilt: Die Preise dürfen nur noch einmal am Tag - um 12 Uhr - erhöht, aber jederzeit gesenkt werden.
So sollen Preisschwankungen reduziert und mehr Transparenz hergestellt werden. Die Erwartungen vieler Menschen waren sogar sinkende Spritkosten. Was hat die neue 12-Uhr-Regel geschafft?
Neue Spritpreis-Regel: Gibt es nun weniger Schwankungen?
Ein Blick auf die Preise der letzten zwei Wochen zeigt: Seit die neue Regel gilt, ist klarer, wann der günstigste Zeitpunkt zum Tanken ist.
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Der Liter Super E5 wird mittags etwa fünf bis zehn Cent teurer. Beim Diesel sieht es ähnlich aus, mit noch deutlicheren Preisanstiegen zur Mittagszeit. Wer kann, sollte also vormittags oder abends tanken.
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Bleibt es bei diesem Muster, erleichtert die neue Regel also die Tankplanung. Das zeigt auch folgende Grafik: Seit dem 1. April ändern Tankstellen deutlich seltener die Preise. Das nahezu stündliche Auf-und-ab von ein paar Cent pro Liter ist vorerst Geschichte.
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Statt über zwanzig Mal am Tag ändern Tankstellen seit der Regel im Mittel nur noch ein paar Mal ihre Preise. Mittags einmal rauf, ansonsten runter.
Taxifahrer, Landwirte und Pfleger im ambulanten Dienst werden von steigenden Tankkosten bedroht.
08.04.2026 | 2:18 minHat die neue Spritpreis-Regel die Kraftstoffpreise gesenkt?
Bleibt die Frage nach dem dämpfenden Effekt. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar und der damit verbundenen Einschränkung der für den Ölhandel so wichtigen Straße von Hormus sind die Spritpreise in Deutschland deutlich gestiegen.
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Ein Liter Diesel kostete zuletzt im Mittel bis zu 75 Cent mehr als noch sechs Wochen vorher - plus 43 Prozent. Und damit lag er sogar höher als nach Beginn des Ukraine-Kriegs vor vier Jahren. Auch der Benzinpreis kratzt mittlerweile an diesem Rekord.
Spritpreise sind kaum gesunken
Sinkende Preise hat die 12-Uhr-Regel erstmal nicht gebracht. Und das wird auch in Zukunft nicht zu erwarten sein. Eine Studie zum Österreich-Modell habe gezeigt, dass dort die Benzinpreise zwar kurzfristig "stark gesunken" seien, erklärt Stephan Sommer, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Bochum. Die Effekte fielen aber langfristig "deutlich schwächer" aus.
Und selbst das ist in den vergangenen Tagen kaum eingetreten. Die Preise bleiben auch angesichts des immer noch hohen Ölpreises auf Rekord-Niveau, zeigen die Daten. "Daran ändert auch das Österreich-Modell bislang nichts", schreibt der ADAC.
Der Spritpreis in Deutschland steigt an vielen Tankstellen weiterhin an. Für zahlreiche Autofahrer im Grenzgebiet lohnt sich so der Blick zum günstigeren Nachbarland Tschechien.
08.04.2026 | 2:47 minADAC: Österreich-Modell "zahnlos"
Die Unsicherheit an der Zapfsäule ist für die Fahrenden tatsächlich durch die neue Regel kleiner geworden.
Aber: Die Mineralölkonzerne würden "auf die mangelnde Flexibilität bei Preisanpassungen mit deutlichen Risikoaufschlägen reagieren", erklärte der ADAC. "Ohne ein hartes Eingreifen des Bundeskartellamtes sowie der Länderbehörden" bleibe das Österreich-Modell daher "zahnlos".
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