Drei Fakten :Hohe Spritpreise: So können Autofahrer beim Tanken sparen
von Susanne Pohlmann
Der Iran-Krieg hat mit hohen Ölpreisen für einen extremen Preisanstieg bei Kraftstoffen gesorgt. Wie Benzinkosten einzuordnen sind - und wie Autofahrer beim Tanken sparen können.
Mineralölkonzerne dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal am Tag erhöhen. Mit Inkrafttreten der neuen Regel gab es am Mittag vielerorts kräftige Preissprünge.
01.04.2026 | 2:33 minDer Ärger an der Tanksäule wird uns - trotz Regierungsmaßnahmen wie der Spritpreisbremse - wohl noch länger begleiten. Es hilft ja nichts, sich zu ärgern, die weltpolitische Lage können wir Verbraucher nicht beeinflussen. Moment! "Hilft ja nichts" stimmt so nicht. Was helfen kann, ist, die Dinge ins richtige Licht zu rücken, und unsere Sichtweise ein klein wenig zu verändern.
Drei Fakten, die uns die Preisschilder an den Tankstellen vielleicht etwas gelassener sehen lassen:
- Warum Spritkosten im Alltag weniger ins Gewicht fallen
Obwohl jede Tankfüllung dem Geldbeutel zurzeit richtig weh tut, geben Verbraucher für Kraftstoffe im Vergleich zu anderen Lebenshaltungskosten gar nicht so viel aus. Das Statistische Bundesamt vergleicht regelmäßig Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung, Gesundheit, Freizeit, Miete und Transport, also auch Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel. Und die liegen laut Statistischem Bundesamt bei gerade mal etwa drei Prozent.
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Dementsprechend treffen uns die Preiserhöhungen im Bereich Kraftstoffe weniger als bei anderen Produkten wie der Miete oder Lebensmitteln. Natürlich ist das individuell unterschiedlich, denn die Statistik zeigt nur einen Durchschnittswert. Pendler sowie Geringverdiener werden die Tankfüllungen im Geldbeutel stärker spüren als Menschen mit höherem Einkommen oder diejenigen, die das Auto nur für gelegentliche kurze Fahrten verwenden.
Tankstellenbetreiber dürfen ab sofort ihre Spritpreise nur noch einmal am Tag ändern. Ob die hohen Spritpreise dadurch begrenzt werden können, ist allerdings unklar.
01.04.2026 | 1:50 minDennoch ist vor allem für Arbeitnehmer folgender Punkt interessant:
- Sprit ist heute relativ gesehen sogar günstiger
Kann gar nicht sein, denkt man. Denn der Preis pro Liter Benzin ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Kostete er 1960 noch umgerechnet 0,31 Euro, sind es heute etwa 2,08 Euro. Das heißt, der Benzinpreis hat sich ungefähr versiebenfacht. Und doch können sich die meisten Autofahrer heute statistisch gesehen eher einen vollen Tank leisten als früher.
Warum? Weil die Netto-Löhne in diesem Zeitraum etwa um das Zwanzigfache gestiegen sind: Von 1,29 Euro pro Stunde auf 25,56 Euro. Somit mussten Beschäftigte 1960 für einen Liter Benzin rund 14 Minuten arbeiten und heute nur 4,53 Minuten, rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft aus.
Trotz Iran-Krieg und steigender Spritpreise müssen Beschäftigte für einen Liter Benzin heute kürzer arbeiten als früher.
Christoph Schröder, leitender Ökonom, Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Aber jeder kann etwas tun, nicht nur Arbeitnehmer. Um zu sparen, müssen wir das Auto nicht stehen lassen. Aber wir müssen anders fahren. Denn die Geschwindigkeit, mit der wir fahren, bestimmt erheblich, wie viel Kraftstoff wir verbrauchen.
- Runter vom Gas spart Sprit
Sieben Liter verbraucht ein Pkw durchschnittlich bei einer Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern. Schon bei zehn Stundenkilometern weniger sind es 6,4 Liter und bei 100 Kilometern pro Stunde sind es nur noch 5,4 Liter, so Berechnungen des österreichischen Verkehrsclubs VCÖ und des Umweltbundesamtes.
Tankstellen in Deutschland sollen ihre Preise künftig nur noch einmal täglich erhöhen dürfen. Doch bis die Regelung greift, lohnt es sich, vor dem Tanken per App die Preise zu prüfen.
12.03.2026 | 0:58 minGanz konkret: Fährt man statt 130 Stundenkilometern nur 100, lässt sich der Benzinverbrauch um rund 22 Prozent senken. Man kommt deutlich weiter mit einer Tankfüllung und spürt die Einsparung sofort im Geldbeutel.
Würde man in Deutschland für Autobahnen ein Tempolimit von 100 (auf Landstraßen 80) einführen, würde das bis zu 3,5 Milliarden Liter Kraftstoff pro Jahr sparen.
Sprit sparen geht einfacher, als viele denken: Kleine Änderungen in der Fahrweise und der Nutzung der Technik machen den Unterschied. ADAC-Experte und Fahrlehrer zeigen, wie man Geld spart.
18.03.2026 | 3:42 minAktiv Sprit sparen kann man auch mit vielen anderen kleinen Veränderungen, wie vorausschauendem Fahren, so dass man weniger bremsen oder Gas geben muss, oder auch den Motor bei kurzen Stopps ausschalten. Außerdem: Gucken Sie doch mal in Ihren Kofferraum, ob Sie da nicht schon seit längerem den kaputten schweren Schreibtischstuhl spazieren fahren. Auch das frisst extra Benzin.
Daher: Weg mit überflüssigem Ballast und Sprit gespart!
Susanne Pohlmann ist Redakteurin des ZDF-Magazins WISO
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