Iran-Krieg verteuert Benzin und Diesel:Bundestag beschließt Spritpreispaket: Maßnahmen im Überblick
Viele Deutsche ächzen unter der Last der gestiegenen Preise für Benzin und Diesel. Der Bundestag hat nun Maßnahmen beschlossen, die helfen sollen - ein Überblick.
Nur eine Preiserhöhung täglich, Bußgelder bis 100.000 Euro und mehr Kontrolle: Das neue Kraftstoffpaket soll Preise begrenzen, Senkungen bleiben jederzeit möglich.
26.03.2026 | 1:52 minDer Bundestag hat erste Maßnahmen gegen die deutlich gestiegenen Tankstellenpreise im Zuge des Iran-Kriegs beschlossen. Für den entsprechenden Gesetzentwurf stimmten die schwarz-roten Regierungsfraktionen sowie die Grünen. Linke und AfD votierten dagegen.
Künftig sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen immer möglich sein. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden, wie es im Gesetzentwurf heißt.
Der Bundestag berät über Maßnahmen gegen die stark gestiegenen Spritpreise. Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Schwesig gehen diese jedoch nicht weit genug.
26.03.2026 | 0:36 minZudem wird das Kartellrecht geschärft, wodurch mehr Transparenz in die Preisgestaltung kommen soll. Das Gesetz soll nach einem Jahr evaluiert werden.
Die neuen Regeln könnten vor Ostern in Kraft treten. Das Paket muss noch den Bundesrat passieren.
Was bringt die neue Regel?
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, erklärt, die Preise in Deutschland seien aktuell extrem unbeständig. Im Durchschnitt melde eine Tankstelle pro Tag 20 Preisveränderungen, in der Spitze seien es 50. Dadurch verlören Preisvergleichs-Apps an Wert. Die neue Regel soll Abhilfe schaffen.
Steigende Preise für Benzin, Diesel und Kerosin setzen die Wirtschaft unter Druck. Laut Ministerin Reiche könnten bei anhaltendem Konflikt ab Frühjahr Engpässe drohen. Wie hoch ist das Risiko tatsächlich?
26.03.2026 | 2:13 minUmstritten ist, ob die neue Regel wirklich preisdämpfend wirkt. So schreibt der Düsseldorfer Ökonom Justus Haucap in einer Stellungnahme für eine Anhörung im Bundestag, die neue Tankregel könne es für Verbraucherinnen und Verbraucher zwar einfacher machen, Preise zu vergleichen.
Ob dadurch die Preise nachhaltig gesenkt werden können, ist allerdings nicht klar.
Justus Haucap, Ökonom
Der Bundesverband Freier Tankstellen weist darauf hin, dass ein erheblicher Grund für die im europäischen Vergleich hohen Kraftstoffpreise in Deutschland die politisch festgelegten Kostenanteile seien - wie die Energiesteuer, die CO2-Bepreisung und die Mehrwertsteuer.
Die Bundesregierung will unter anderem das Kartellrecht verschärfen, um die stark gestiegenen Spritpreise im Zaum zu halten. Eine Einschätzung von Andrea Maurer.
15.03.2026 | 1:00 minWas soll sich im Kartellrecht ändern?
Bei der Verschärfung des Kartellrechts geht es im Kern um eine Umkehr der Beweislast: Unternehmen sollen künftig darlegen müssen, dass Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind. Dadurch soll es für das Kartellamt deutlich leichter werden, gegen überhöhte Spritpreise vorzugehen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie warnt vor tiefgreifenden und riskanten Eingriffen in das Wettbewerbsrecht. Das Kartellamt bekäme faktisch weitreichende Befugnisse zur Marktgestaltung.
Kommen noch weitere Maßnahmen?
Am Freitag tagt eine von den Koalitionsfraktionen eingesetzte Taskforce. Es zeichnet sich ein weiteres Maßnahmenpaket ab. Die weiterhin zu hohen Kraftstoffpreise belasteten die Menschen in Deutschland schmerzhaft, sagt SPD-Fraktionsvize Armand Zorn. Er leitet zusammen mit Unionsfraktionschef Sepp Müller die Taskforce.
Tanken wird immer teurer. Mineralölkonzerne können dabei bisher ihre Preise selbstständig festlegen. Das soll sich mit einem neuen Gesetz ändern.
16.03.2026 | 1:34 minIn der Diskussion sind eine befristete Senkung der Energiesteuer, eine höhere Pendlerpauschale und ein Preisdeckel für Benzin und Diesel. Denkbar scheinen auch Entlastungen bei der Lkw-Maut.
Außerdem geht es um eine mögliche "Übergewinnsteuer". Das ist eine Art Extra-Steuer für kriegsbedingte Profite der Mineralölkonzerne. Sie gab es für eine bestimmte Zeit nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 und der dadurch ausgelösten Energiepreiskrise. Offiziell hieß sie "EU-Energiekrisenbeitrag".
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