Abstimmung im Parlament:Kampf gegen hohe Spritpreise: Das plant der Bundestag
Viele Deutsche ächzen unter der Last der gestiegenen Preise für Benzin und Diesel. Der Bundestag stimmt nun über zwei Maßnahmen ab, die helfen sollen.
Der Bundestag berät über ein Maßnahmenpaket gegen die stark gestiegenen Spritpreise. Unter anderem sollen Tankstellen ihre Preise künftig nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen.
26.03.2026 | 0:22 minKnapp vier Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs stimmt der Bundestag über ein Maßnahmenpaket ab, das gegen die stark gestiegenen Spritpreise helfen soll.
Künftig sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen immer möglich sein. Die neue Regel könnte vor Ostern in Kraft treten. Außerdem soll das Bundeskartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise bekommen. Das Paket muss noch den Bundesrat passieren.
Der Bundestag berät über Maßnahmen gegen die stark gestiegenen Spritpreise. Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Schwesig gehen diese jedoch nicht weit genug.
26.03.2026 | 0:36 minDie schwarz-rote Koalition verspricht sich von der Änderung nach österreichischem Vorbild mehr Verlässlichkeit durch weniger Preiserhöhungen.
Verstöße gegen das geplante Verbot der mehrfachen Preiserhöhungen können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden, wie es im Gesetzentwurf heißt. Das Gesetz soll nach einem Jahr evaluiert werden.
Was bringt die neue Regel?
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, erklärt, die Preise in Deutschland seien extrem unbeständig. Im Durchschnitt melde eine Tankstelle pro Tag 20 Preisveränderungen, in der Spitze seien es 50. Dadurch verlören Preisvergleichs-Apps an Wert. Die neue Regel soll Abhilfe schaffen.
Bei einer Rede im Bundestag sprach der Kanzler über Reformen, die deutsche Wirtschaft und Verteidigungsfähigkeit und die Sicherung von Arbeitsplätzen. ZDFheute live zeigt die ganze Rede.
25.03.2026 | 65:55 minUmstritten ist, ob die neue Regel wirklich preisdämpfend wirkt. So schreibt der Düsseldorfer Ökonom Justus Haucap in einer Stellungnahme für eine Anhörung im Bundestag, die neue Tankregel könne es für Verbraucherinnen und Verbraucher zwar einfacher machen, Preise zu vergleichen.
Ob dadurch die Preise nachhaltig gesenkt werden können, ist allerdings nicht klar.
Justus Haucap, Ökonom
Der Bundesverband Freier Tankstellen weist darauf hin, dass ein erheblicher Grund für die im europäischen Vergleich hohen Kraftstoffpreise in Deutschland die politisch festgelegten Kostenanteile seien - wie die Energiesteuer, die CO2-Bepreisung und die Mehrwertsteuer.
Die Bundesregierung will unter anderem das Kartellrecht verschärfen, um die stark gestiegenen Spritpreise im Zaum zu halten. Eine Einschätzung von Andrea Maurer.
15.03.2026 | 1:00 minWas soll sich im Kartellrecht ändern?
Bei der Verschärfung des Kartellrechts geht es im Kern um eine Umkehr der Beweislast: Unternehmen sollen künftig darlegen müssen, dass Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind. Dadurch soll es für das Kartellamt deutlich leichter werden, gegen überhöhte Spritpreise vorzugehen.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie warnt vor tiefgreifenden und riskanten Eingriffen in das Wettbewerbsrecht. Das Kartellamt bekäme faktisch weitreichende Befugnisse zur Marktgestaltung.
Kommen noch weitere Maßnahmen?
Am Freitag tagt eine von den Koalitionsfraktionen eingesetzte Taskforce. Es zeichnet sich ein weiteres Maßnahmenpaket ab. Die weiterhin zu hohen Kraftstoffpreise belasteten die Menschen in Deutschland schmerzhaft, sagt SPD-Fraktionsvize Armand Zorn. Er leitet zusammen mit Unionsfraktionschef Sepp Müller die Taskforce.
Tanken wird immer teurer. Mineralölkonzerne können dabei bisher ihre Preise selbstständig festlegen. Das soll sich mit einem neuen Gesetz ändern.
16.03.2026 | 1:34 minIn der Diskussion sind eine befristete Senkung der Energiesteuer, eine höhere Pendlerpauschale und ein Preisdeckel für Benzin und Diesel. Denkbar scheinen auch Entlastungen bei der Lkw-Maut.
Außerdem geht es um eine mögliche "Übergewinnsteuer". Das ist eine Art Extra-Steuer für kriegsbedingte Profite der Mineralölkonzerne. Sie gab es für eine bestimmte Zeit nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 und der dadurch ausgelösten Energiepreiskrise. Offiziell hieß sie "EU-Energiekrisenbeitrag".
Mehr zu den hohen Spritpreisen
Krise in Nahost:Was der Iran-Krieg für Gold, Sprit, Börse & Co. bedeutet
mit Video0:42Von Preisdeckeln bis Verkaufs-Limits:Benzin & Diesel: So reagiert das Ausland auf die Spritpreise
mit Video1:14Tipps zum Senken des Benzinverbrauchs:Extrempreise an der Zapfsäule: Wie Sie jetzt Sprit sparen
von Claudia Krafczykmit Video0:58- Analyse
Vorwurf des "zahnlosen Tigers":Hohe Spritpreise: Ist das Kartellamt machtlos?
von Frank Bethmannmit Video2:16