Tankstellen: Neue Spritpreisregel in Kraft - was jetzt gilt

FAQ

Nur noch eine Preiserhöhung täglich:Neue Tankregel tritt in Kraft: Was jetzt gilt

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Die neue Tankregel in Deutschland tritt heute in Kraft. Nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, dürfen an Tankstellen die Preise erhöht werden. Fragen und Antworten.

Katherina Reiche gibt im Bundestag nach der Abstimmung zum Spritpreis-Paket ein Pressestatement

Nur eine Preiserhöhung täglich, Bußgelder bis 100.000 Euro und mehr Kontrolle: Das neue Kraftstoffpaket soll Preise begrenzen, Senkungen bleiben jederzeit möglich.

26.03.2026 | 1:52 min

Warum wurde die neue Regel eingeführt?

Grund für die Neuregelung ist der Preissprung an der Zapfsäule seit Beginn des Iran-Kriegs. Die schwarz-rote Koalition verspricht sich von der Änderung nach österreichischem Vorbild mehr Verlässlichkeit durch weniger Preiserhöhungen sowie mehr Transparenz. Autofahrerinnen und Autofahrer hätten schon länger kritisiert, dass sich die Preise an den Tankstellen teilweise sehr häufig änderten, hieß es zur Begründung des Gesetzes.

Im Durchschnitt habe eine Tankstelle pro Tag 20 Preisveränderungen gemeldet, in der Spitze seien es 50, sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. Dadurch verlören Preisvergleichs-Apps an Bedeutung. Verstöße gegen das Verbot der mehrmaligen Preiserhöhungen können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Was bringt die neue Regel?

"Ob die neue Tankregel tatsächlich zu günstigeren Spritpreisen führen wird, ist offen", sagte Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale-Bundesverbands.

Die Erfahrung aus unserem Nachbarland zeigt: Kurz nach der Einführung sanken die Kraftstoffpreise in Österreich vorübergehend, pendelten sich aber rasch wieder auf dem gewohnten Niveau ein.

Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale-Bundesverbands

Mundt schrieb im sozialen Netzwerk LinkedIn:

Eines ist sicher: Wir werden nach aller Voraussicht weniger Preisgezappel sehen. Es wird vielleicht leichter, die niedrigen Preise an einem Tag an der Tankstelle auch zu erwischen. Und das lohnt die Sache doch schon.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts

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Die Angriffe auf Energieanlagen nehmen zu, dazu kommt die Blockade in der Straße von Hormus. Worauf müssen sich Märkte und Verbraucher einstellen? Dazu Valerie Haller.

19.03.2026 | 1:13 min

ADAC zweifelt an Wirkung des Gesetzes

Der ADAC bewertet das Eingreifen der Bundesregierung grundsätzlich positiv - bezweifelt jedoch, dass das Gesetz tatsächlich zu niedrigeren Preisen führt.

In Österreich liegt der günstigste Zeitpunkt zum Tanken laut Autoclub nun häufig kurz vor Mittag, zu einem Zeitpunkt, an dem bisher nur wenige Menschen eine Tankstelle ansteuern.

"Ob sich die Situation für Verbraucherinnen und Verbraucher verbessert, muss sich daher erst noch zeigen", sagt eine Sprecherin. Nach Einschätzung der ADAC-Fachleute wird das neue System das Preisniveau voraussichtlich nicht senken.

Erwartet werden vor allem Veränderungen im Tagesverlauf der Preise, weniger jedoch beim generellen Niveau.

Münchner ADAC-Zentrale

Was sagt die Branche?

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie, der mehrere Mineralölkonzerne zu seinen Mitgliedern zählt, hält nicht viel von dem neuen Modell:

Uns ist keine Untersuchung bekannt, die belegt, dass das neue Preismodell nach österreichischem Vorbild Vorteile für den Verbraucher bieten würde.

Stellungnahme des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie

Fuels und Energie widerspricht der Darstellung, hierzulande seien die Tankstellenpreise wegen des Kriegs besonders stark gestiegen. Dies sei längst widerlegt. Der Interessenverband der Tankstellen bescheinigt der Bundesregierung gute Absichten - und ist ebenso skeptisch wie der ADAC.

"In Österreich hat der Preiskampf nicht so stattgefunden, wie man sich das wünscht", sagt dessen Sprecher Herbert Rabl. Es sei unklar, ob die Mineralölkonzerne in Deutschland den Preiswettbewerb aufnehmen wollten.

Der entscheidende Punkt ist, ob der Markt funktioniert oder nicht. Wenn sich nichts tut, ist der Markt dysfunktional und wir haben ein stillschweigendes Kartell.

Herbert Rabl, Sprecher des Interessenverbands der Tankstellen

Zum Spritpreispaket der Bundesregierung gehört auch, dass das Kartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise bekommt. Ein entsprechendes Vorgehen aber könnte viel Zeit in Anspruch nehmen.

Die Bundesregierung plant mehrere Maßnahmen, um die steigenden Spritpreise zu bremsen.

Tanken wird immer teurer. Mineralölkonzerne können dabei bisher ihre Preise selbstständig festlegen. Das soll sich mit einem neuen Gesetz ändern.

16.03.2026 | 1:34 min

Wie haben sich die Spritpreise seit Beginn des Kriegs entwickelt?

Am 27. Februar - dem Tag vor dem Kriegsbeginn - kostete ein Liter Super E10 nach Daten des ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,778 Euro, ein Liter Diesel war mit 1,746 Euro ein wenig günstiger. Seither hat der Dieselpreis Superbenzin überholt.

Am Dienstag lagen die morgendlichen Preisspitzen laut Autoclub bei 2,368 Euro, gut ein Drittel teurer. Super E10 hat sich wenig stark verteuert, um etwa ein Fünftel. Bisher wurde Benzin im Laufe eines Tages nach den Höchstpreisen während der morgendlichen Rushhour üblicherweise wieder günstiger.

Spritpreis

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Welche Maßnahmen plant die Koalition noch?

Die schwarz-rote Koalition prüft weitere Schritte für den Fall, dass der Iran-Krieg länger andauert und die Preise weiter steigen. Nach einer Sitzung der von den Koalitionsfraktionen eingesetzten Arbeitsgruppe am vergangenen Freitag wurden verschiedene Möglichkeiten genannt.

Dazu zählen: eine temporäre Entlastung über die Pendlerpauschale, eine Pauschalentlastung über Daten der Kfz-Steuer, eine befristete Senkung der Energiesteuer und die Senkung der Stromsteuer für alle. Daneben geht es um einen Spritpreisdeckel sowie die Einführung einer "Übergewinnsteuer" - eine Art Extra-Steuer für kriegsbedingte Profite von Mineralölkonzernen.

Quelle: dpa
Über das Thema berichteten mehrere Sendungen, zuletzt ZDFheute Xpress am 01.04.2026 ab 6 Uhr.
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