Energiepreise: "Klare Absage" von Reiche an Klingbeil-Vorschläge

Diskussion um hohe Energiepreise:Reiche teilt gegen SPD aus - Merz fordert Zurückhaltung

Johannes Lieber

von Johannes Lieber

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Die Diskussion wegen der hohen Energiepreise geht weiter. Kanzler Merz hatte seine Minister zur Zusammenarbeit aufgefordert. Trotzdem machen Klingbeil und Reiche eigene Vorschläge.

30.01.2026, Berlin: Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, gibt in der 57. Plenarsitzung der 21. Legislaturperiode im Deutschen Bundestag eine Regierungserklärung zum Jahreswirtschaftsbericht 2026 ab.

Wirtschaftsministerin Reiche kritisiert Vorschläge der SPD für Entlastungen wegen hoher Energiepreise scharf. Nun gerät sie selbst unter Druck, auch aus der eigenen Partei.

10.04.2026 | 2:14 min

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich in einem spontan einberufenen Pressestatement klar gegen die Entlastungs-Vorschläge von Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) gestellt. Der "Koalitionspartner" sei in den letzten Wochen "damit aufgefallen", Vorschläge zu unterbreiten, die "teurer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig" seien, so Reiche am Freitag in Berlin.

Besonders der oft diskutierten Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne erteilte sie eine "klare Absage". Noch gestern hatte Klingbeil auf Instagram genau das gefordert.

Wirtschaftsministerin Reiche (CDU): Absage an Übergewinnsteuer

SPD und Union sind sich einig: In puncto Energiekrise müssen Entlastungen her. Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche (CDU), erteilt den Vorschlägen des Koalitionspartner jedoch eine klare Absage.

10.04.2026 | 4:21 min

Medienberichte: Kanzler ist "befremdet"

Aus dem Umfeld von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist zu hören, dass er "befremdet" über den "öffentlichen Schlagabtausch" sei. Ministerin Reiche mahne er zur "Zurückhaltung" auf, schreibt unter anderem die Deutsche Presse-Agentur.

Die Härte der Kritik von Reiche ist durchaus überraschend, hatte doch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erst gestern in einem Pressestatement Klingbeil und Reiche öffentlich dazu aufgefordert, gemeinsame Vorschläge für Entlastungen zu unterbreiten.

Nachdem sich danach Klingbeil auf Instagram erneut für die Übergewinnsteuer und einen Preisdeckel für Kraftstoffe ausgesprochen hatte, folgte jetzt der Konter von Reiche.

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Wirtschaftsministerin Reiche ignorierte das Machtwort des Kanzlers, weil sie auf den Finanzminister reagieren wollte. Merz sei genervt, sagt Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese.

10.04.2026 | 2:23 min

Medienberichten zufolge fordert Merz heute nochmals die Zusammenarbeit von Reiche und Klingbeil, nachdem es in einem Ministergespräch am Donnerstag bereits eine klare Verabredung gegeben hatte. "Die zuständigen Häuser sollten Vorbereitung für den Fall treffen, dass die Benzinpreise weiter und dauerhaft steigen", heißt es aus Kreisen des Kanzlers.

Reiche unterbreitet konkrete Vorschläge

Um die Bürger und Unternehmen zu entlasten, machte Reiche drei konkrete Vorschläge. Sie sprach sich erneut dafür aus, die Pendlerpauschale temporär zu erhöhen. Das Gleiche soll auch für die Mobilitätsprämie gelten, die an Menschen mit geringem Einkommen und weiten Arbeitswegen gezahlt wird.

Außerdem schlägt die Wirtschaftsministerin vor, die Bürger mit Direktzahlungen zu entlasten. Diese Zahlungen sollen progressiv ausgestaltet werden und Pendler unterstützen, die "besonders weite Wege haben". Dafür sollen wohl die zusätzlichen Einnahmen genutzt werden, die der Regierung durch die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe zur Verfügung stehen.

Die Mehreinnahmen dürfen nicht im Bundesfinanzministerium bleiben.

Katherina Reiche (CDU), Bundeswirtschaftsministerin

Hohe Spritpreise schaden vielen Branchen

Taxifahrer, Landwirte und Pfleger im ambulanten Dienst werden von steigenden Tankkosten bei gleichbleibenden Einnahmen bedroht.

08.04.2026 | 2:18 min

Ihr Ministerium rechne mit zusätzlichen Einnahmen von 100 bis 200 Millionen Euro pro Monat. Das Bundesfinanzministerium dagegen geht nicht von Mehreinnahmen durch die gestiegenen Spritpreise aus.

Reiche schlägt zudem vor, die Dieselsteuer für die Güter- und Logistikbranche zu senken.

Gestern sagte Kanzler Merz, dass es eine "Abschöpfung" von Gewinnen nur geben könne, wenn das Bundeskartellamt einen Missbrauch feststelle. Kurzfristige Entlastungen stellte der Kanzler aber nicht in Aussicht.

Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender, gibt zu Beginn der Sitzung des Bundestags ein Pressestatement.

Bundesfinanzminister Klingbeil trifft sich mit Vertretern aus Wirtschaft und Gewerkschaften zu einem Energie-Gipfel. Thema sind Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs.

10.04.2026 | 0:27 min

Statement parallel zu Arbeitsgespräch von Klingbeil

Die Pressekonferenz von Ministerin Reiche fand parallel zu einem Arbeitsgespräch von Finanzminister Klingbeil statt. Der hat Vertreter aus der Wirtschaft und der Gewerkschaften in sein Haus geladen. Aus dem Wirtschaftsministerium ist nur die Teilnahme von zwei Abteilungsleitern angekündigt.

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, darunter "heute in Deutschland" am 09.04.2026 ab 14 Uhr.

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