Forderung der Länder:Stromsteuer-Senkung: So viel könnten Sie sparen
Die Ministerpräsidenten der Länder fordern eine rasche Senkung der Stromsteuer für alle, um Haushalte finanziell zu entlasten. Wie viel würde das bringen? Ein paar Rechenbeispiele.
Der Arbeitskreis Steuerschätzung erwartet für 2027 10,9 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen. Die Ministerpräsidenten fordern eine Senkung der Stromsteuer für alle.
22.10.2026 | 1:37 minDie Bundesländer machen bei der Stromsteuer Druck auf die schwarz-rote Bundesregierung. Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Steuer auch für private Haushalte zu senken. Angesichts hoher Energiepreise sollte das "schnellstmöglich" geschehen, forderten die Länder nach ihrer Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag.
Doch wie würde sich die geringere Stromsteuer im Portemonnaie der Menschen bemerkbar machen?
Wie sich der Strompreis zusammensetzt
Dazu ist zunächst wichtig, wie sich die Stromkosten in Deutschland zusammensetzen. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag der durchschnittliche Preis einer Kilowattstunde Strom im August 2026 für private Haushalte bei rund 37 Cent. Davon entfielen:
- 15,2 Cent auf Beschaffung und Vertrieb
- 9,2 Cent auf Netzentgelte
- und 12,6 Cent auf Steuern, Abgaben und Umlagen, wovon die Stromsteuer 2,05 Cent ausmacht.
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Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, die Stromsteuer auf das "europäische Mindestmaß" zu senken. Dieses liegt bei 0,10 Cent je Kilowattstunde.
Eine Kilowattstunde würde dann also 1,95 Cent weniger kosten. Außerdem sinkt die Mehrwertsteuer um rund einen halben Cent je Kilowattstunde. Gerundet würde die Stromsteuer so um insgesamt 2,35 Cent fallen.
Knapp 40 Cent pro Kilowattstunde im Schnitt – wir zahlen den höchsten Strompreis in Europa. DEALS zeigt, wer profitiert und warum Strom in Deutschland so teuer ist.
22.10.2025 | 21:15 minVerivox: Zwei-Personen-Haushalt spart 65 Euro
Das Vergleichsportal Verivox hat berechnet, welche Einsparungen sich dadurch für unterschiedliche Haushalte ergeben. Verivox rechnet dabei mit Daten von Oktober, der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde lag laut dem Vergleichsportal bei 34,36 Cent. Wenn die Steuer wie gefordert gesenkt wird, würde laut Verivox...
- ein Ein-Personen-Haushalt, mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 1.500 Kilowattstunden im Jahr, etwa 35 Euro im Jahr sparen.
- ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 2.800 Kilowattstunden 65 Euro sparen.
- ein Drei-Personen-Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch 93 Euro sparen.
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Rechnet man mit Daten des Statistischen Bundesamts, wären die Einsparungen noch etwas höher. Der zugrundeliegende Verbrauch von 2021 (neue Daten liegen nicht vor) ist dort allerdings auch etwas höher angegeben:
- Demnach verbrauchte ein Ein-Personen-Haushalt im Durchschnitt 2.100 Kilowattstunden und würde so etwa 49 Euro sparen.
- Bei Drei-und-mehr-Personen-Haushalten (5.400 Kilowattstunden) wären es rund 127 Euro. Neuere Daten liegen nicht vor.
Klingbeil: Kein Spielraum im Haushalt
Ob die Stromsteuer tatsächlich gesenkt wird, ist allerdings offen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht sich zwar wie die Länderchefs dafür aus, Spielräume im Haushalt zu nutzen, um die Stromsteuer wie versprochen zu senken.
Laut Steuerschätzung kann der Staat bis 2030 mit zusätzlichen Milliardeneinnahmen rechnen. Doch laut Finanzminister Klingbeil wird es trotzdem keine "neuen Spielräume" geben.
22.10.2026 | 2:48 minDoch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat auf die Forderung zunächst abwehrend reagiert. Obwohl Bund, Länder und Kommunen in den kommenden Jahren wohl mehr Steuern einnehmen werden als erwartet, gebe es nicht genug Spielraum für solche Zusatzausgaben.
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