CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern:Peters fürchtete um die Glaubwürdigkeit "der gesamten Union"
von Julian Vulturius
Es ging um mehr als Jens Spahn, sagt der erste CDU-Landeschef, der dessen Rücktritt forderte. Schaden für seinen eigenen Wahlkampf fürchtet Peters nicht - unter einer Bedingung.
Es sei nicht akzeptabel, "wenn ein Politiker selbstgeschaffenes, selbstverantwortetes Recht so umgeht", sagt Daniel Peters, CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern zum Rücktritt von Jens Spahn.
20.07.2026 | 4:31 minAls erster CDU-Landesvorsitzender forderte er den Rücktritt von Jens Spahn: Im ZDF-Morgenmagazin spricht Daniel Peters, CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern, darüber, weshalb er den Rückzug des Vorsitzenden der Unionsfraktion "folgerichtig" findet. Und er erklärt, wie er als Spitzenkandidat der CDU bei den Landtagswahlen im Herbst erfolgreich sein will - aller Aufregung um Jens Spahn zum Trotz.
Sehen Sie oben das gesamte Interview oder lesen Sie es hier in Auszügen:
Peters: Ging um Glaubwürdigkeit der gesamten Union
Wenn ein Politiker "selbst geschaffenes, selbst verantwortetes Recht so umgeht", dann sei das "nicht akzeptabel" und "eine Frage der Glaubwürdigkeit", findet Peters:
Die Glaubwürdigkeit nicht nur der Person Jens Spahn - sondern der gesamten Union.
Daniel Peters, CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern
Damit sei es letztlich auch um die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung gegangen. Der Rücktritt Spahns sei deshalb "folgerichtig", betonte Peters. Die fachliche Arbeit des jetzt zurückgetretenen Fraktionsvorsitzenden würdigte er: Spahn sei einer "der Stabilitätsanker" in der schwarz-roten Koalition gewesen und habe den Reformprozess "sehr gut begleitet und entwickelt".
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn beraten sich CDU und CSU, mit wem der Posten des Fraktionsvorsitzenden neu besetzt werden soll.
20.07.2026 | 1:40 minCDU-Landeschef für "zügige" Personalentscheidungen
Zu Wort gemeldet hätte er sich auch ohne die in Mecklenburg-Vorpommern im September bevorstehenden Landtagswahlen, sagt Peters, der am Freitag als erster CDU-Landeschef Spahn öffentlich als "nicht mehr tragbar" kritisiert hatte.
Dass die Aufregung um Spahn einen Schaden für seine dortige CDU darstellen könnte, glaubt er nicht - unter einer Bedingung: Man müsse "zügig" zu Personalentscheidungen in Berlin kommen. Er vertraue darauf, dass die beiden Parteichefs Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) "einen klugen Vorschlag machen".
In Mecklenburg-Vorpommern müsse man jetzt klarmachen, dass es auf die CDU als "Partei der Mitte" ankomme.
Wir brauchen in Mecklenburg-Vorpommern keine Fortsetzung linker Politik und wir brauchen auch keine AfD-Politik.
Peters bekräftigt CDU-Position zu Leihmutterschaft
Die Position der Union, eine Leihmutterschaft abzulehnen, findet Peters weiter richtig:
Eine Schwangerschaft ist keine Dienstleistung.
Daniel Peters, CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern
Zudem sei die Rechtslage eindeutig, betont Peters. In Deutschland sind nach dem Embryonenschutzgesetz Tätigkeiten von Ärzten strafbar, die im Zusammenhang mit Leihmutterschaften stehen. Unter Strafe steht auch die Leihmutterschaftsvermittlung. "Wunscheltern" machen sich hingegen nicht strafbar.
Jens Spahn habe "die Partei und die Fraktion sehr, sehr spät über das alles informiert", sagt Friedrich Merz zu Jens Spahns Vorgehen, deutsches Recht mittels einer Leihmutter in den USA zu umgehen.
20.07.2026 | 2:18 minSpahn-Rücktritt folgte auf massive Kritik
Spahn war am Samstag zurückgetreten, nachdem es innerhalb der Union massive Kritik an ihm gegeben hatte. Am Mittwoch war durch einen "Bild"-Bericht die Elternschaft des CDU-Politikers und seines Mannes mithilfe einer Leihmutter in den USA bekannt geworden. Leihmutterschaften sind in Deutschland gesetzlich verboten.
Auch Spahn hatte sich in der Vergangenheit öffentlich wiederholt gegen Leihmutterschaften ausgesprochen und erst im Februar bekräftigte ein Parteitagsbeschluss den ablehnenden Standpunkt der CDU.
Warum Jens Spahn diesen Weg gegangen ist, das müssen Sie letztlich ihn fragen.
Daniel Peters, CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern
Das Interview im ZDF-Morgenmagazin führte Andreas Wunn.
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