"Sächsische Separatisten" vor Gericht: Prozessauftakt in Dresden

Acht Männer angeklagt:Prozess in Dresden: "Sächsische Separatisten" vor Gericht

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Sie sollen überzeugt gewesen sein, dass ein Zusammenbruch Deutschlands bevorsteht. Nun müssen sich mutmaßliche Mitglieder der "Sächsischen Separatisten" vor Gericht verantworten.

Polizisten bringen die bei der Razzia gegen mutmaßliche Rechtsextreme Festgenommenen zum Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof, der über die Untersuchungshaft entscheidet.

Am Dresdner Oberlandesgericht beginnt der Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder der Neonazi-Gruppe "Sächsische Separatisten". Die Angeklagten waren 2024 bei einer Razzia festgenommen worden.

23.01.2026 | 0:25 min

Acht junge Männer aus der rechten Szene stehen in Dresden unter anderem wegen Terrorismus-Verdachts vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft rechnet sie der militanten Neonazi-Gruppe "Sächsische Separatisten" zu. Die Männer im Alter zwischen 22 und 26 Jahren sollen sich wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und weiterer Anklagepunkte verantworten.

Noch vor Verlesen der Anklageschrift stellte ein Verteidiger einen Antrag zum Ausschluss der Öffentlichkeit. Zur Begründung des Antrages wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Prozess um "Separatisten": Vorwurf der apokalyptischen Überzeugungen

"Die Angeklagten sollen einer im Februar 2020 gegründeten Vereinigung angehört haben, die sich selbst 'Sächsische Separatisten' nannte und deren Mitglieder rassistische, antisemitische und teilweise apokalyptische Überzeugungen vertraten", gab das Gericht vorab bekannt.

Laut Anklage der Bundesanwaltschaft waren sie überzeugt, dass ein unbestimmter "Tag X" mit dem Zusammenbruch Deutschlands bevorsteht. Dabei hätten sie einen möglichst großen Teil Sachsens erobern und dort einen an der Ideologie des Nationalsozialismus ausgerichteten Staat errichten wollen.

AfD-Politiker unter Festgenommenen
:Wer sind die "Sächsischen Separatisten"?

Sie sollen sich vorbereitet haben, um beim Zusammenbruch Deutschlands Gebiete zu erobern: Acht mutmaßliche "Sächsische Separatisten" wurden festgenommen - darunter drei AfD-Männer.
Polizisten während einer Razzia gegen mutmaßliche Rechtsextreme im Dresdner Stadtteil Cotta, aufgenommen am 05.11.2024
FAQ

Angeklagte sollen paramilitärische Trainings absolviert haben

Hierzu habe man eine Liquidierung von Vertretern der staatlichen Ordnung und ethnische Säuberungen geplant, gab das OLG bekannt. Die Männer hatten laut Bundesanwaltschaft wiederholt paramilitärische Trainings mit Kampfausrüstung absolviert. In einer früheren Mitteilung der Behörde hieß es:

Dabei wurden vor allem der Häuserkampf, der Kampf mit (Schuss-)Waffen, Nacht- und Gewaltmärsche sowie Patrouillengänge eingeübt.

Mitteilung der Bundesanwaltschaft

Zudem habe sich die Gruppe militärische Ausrüstungsgegenstände besorgt.

AfD wies Verbindungen zu Angeklagten zurück

Im November 2024 hatten Einsatzkräfte an mehreren Orten in Sachsen sowie in Polen bei einer Razzia die acht Männer festgenommen. Durchsuchungen gab es auch in Österreich.

Zu der Gruppierung sollen auch drei AfD-Mitglieder gehört haben. Der sächsische Landesverband der AfD hatte rasch jegliche Verbindung zu der betroffenen Gruppierung zurückgewiesen. Zum Prozessauftakt hatte im Zuschauerraum auch ein AfD-Landtagsabgeordneter Platz genommen.

Ein Angeklagter im Prozess gegen insgesamt acht mutmaßlich militante Neonazis sitzt im Oberlandesgericht neben Martin Kohlmann (r), Rechtsanwalt.

Acht junge Männer aus der rechten Szene stehen seit Freitag in Dresden unter anderem wegen Terrorismus-Verdachts vor Gericht.

Quelle: dpa

19 Verteidiger bei Prozess in Dresden

Neben den Beschuldigten, die aus der Untersuchungshaft in Handschellen in den Verhandlungssaal gebracht worden, nahmen insgesamt 19 Verteidiger Platz. Ein Beschuldigter lässt sich von fünf Juristen verteidigen, alle anderen von zwei. Das Gericht verhandelt unter dem Vorsitz von Richterin Simone Herberger.

Der Prozess läuft wie in solchen Fällen üblich unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Das Oberlandesgericht Dresden hat nach Prozessbeginn zunächst 67 weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 23.01.2026 ab 05:30 Uhr.

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