Staaten Lateinamerikas:Was wir über Trumps "Shield of the Americas" wissen
von Katharina Schuster, Washington D.C.
US-Präsident Donald Trump hat einen "Shield of the Americas" gegründet. US-Sonderbeauftragte soll Ex-Heimatschutzministerin Kristi Noem werden. Was wir über die Allianz wissen.
US-Präsident Trump hat die Staaten Lateinamerikas zu einem härteren Vorgehen gegen Drogenkartelle aufgerufen und sicherte US-Unterstützung zu. 17 Länder gründeten daraufhin eine Militärkoalition.
08.03.2026 | 0:19 minWährend der Krieg mit Iran die Schlagzeilen bestimmt, richtet US-Präsident Donald Trump den Fokus auf die westliche Hemisphäre. Am Samstag lud er zum ersten Treffen der neu gegründeten Sicherheitsinitiative "Shield of the Americas".
Vor den zwölf in seinen Golfclub in Florida geladenen Staats- und Regierungschefs sagte er:
So wie wir eine Koalition gebildet haben, um den IS zu bekämpfen, brauchen wir jetzt eine Koalition, um die Kartelle zu bekämpfen.
Donald Trump, US-Präsident
Eine wichtige Rolle in der Koalition soll Kristi Noem spielen. Als US-Sondergesandte wolle sie "Kartelle zerschlagen, die Drogen in unser Land geschwemmt und unsere Kinder und Enkelkinder getötet haben", schrieb sie auf der Plattform X.
Kristi Noem, ehemalige Heimatschutzministerin
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Am Donnerstag hatte Trump Noem als seine Heimatschutzministerin entlassen. Sie ist damit die erste Kabinettsministerin, die die zweite Trump-Administration verlässt.
US‑Heimatschutzministerin Kristi Noem wird von Präsident Trump abberufen. Nachfolger soll Senator Markwayne Mullin aus Oklahoma werden. ZDF‑Korrespondentin Heike Slansky berichtet.
06.03.2026 | 1:44 minWer war bei dem Treffen dabei?
Insgesamt 17 lateinamerikanische Länder verpflichteten sich der Koalition, zwölf nahmen am ersten Gipfeltreffen teil. Darunter auch der argentinische Präsident Javier Milei und der salvadorianische Präsident Nayib Bukele, die als politische Verbündete Trumps gelten.
Die Zusammenkunft in Trumps Golfclub Doral war das Gründungstreffen der Initiative "The Shield of the Americas".
Quelle: AP"Wir müssen erkennen, dass das Epizentrum der Kartellgewalt Mexiko ist", wo "die Kartelle einen Großteil des Blutvergießens und Chaos in dieser Hemisphäre schüren und orchestrieren", erklärte Trump am Samstag.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum wurde jedoch nicht eingeladen zum ersten Treffen des "Shield of the Americas", genauso wie die ebenfalls linken Staats- und Regierungschefs Kolumbiens und Brasiliens.
Dass diese großen Akteure nicht eingeladen wurden, könnte ein Hinweis darauf sein, dass Präsident Trump versucht, mehr Druck auf Kuba auszuüben, erklärt US‑Politikwissenschaftler Jackson Janes gegenüber ZDFheute.
Es könnte eine Botschaft an diese Länder sein, den Einfluss Chinas oder Russlands in Lateinamerika und Südamerika einzudämmen.
Jackson Janes, US-Politikwissenschaftler
Mehrere hochrangige Mitglieder der US-Regierung waren ebenfalls anwesend, darunter:
- Marco Rubio (US-Außenminister)
- Pete Hegseth (US-Verteidigungsminister)
- Scott Bessent (US-Finanzminister)
- Howard Lutnick (US-Handelsminister)
- Stephen Miller (stellvertretender Stabschef für Politik und Berater für innere Sicherheit)
Warum will Trump das Projekt?
Der Lateinamerika-Experte Ryan C. Berg schreibt in einer Analyse für den Washingtoner Thinktank "Center for Strategic and International Studies", das Treffen sei eine gute Gelegenheit für die Trump-Regierung, ihre außenpolitische Ausrichtung auf die westliche Hemisphäre fortzusetzen.
Wie eng die USA mit dieser Region verbunden bleiben, könnte entscheidend dafür sein, auf wessen Seite die Länder künftig in einer von den USA und China dominierten Welt stehen.
Ryan C. Berg, Politikwissenschaftler
In ihrem ersten Jahr nach Amtsantritt sei es der Regierung gelungen, wichtige Einflusskanäle zu öffnen, um China in Amerika entgegenzuwirken. "Shield of the Americas" biete daher Möglichkeiten, um weitere Abkommen, Verträge und Initiativen etwa in den Bereichen Wirtschaft, Verteidigung, Sicherheit und Regierungsführung voranzubringen.
Die Münchner Sicherheitskonferenz findet laut dem Vorsitzenden Ischinger dieses Jahr unter enormen geopolitischen Spannungen statt. In seiner Rede nimmt er die USA und China in die Pflicht.
13.02.2026 | 7:20 minTrump: Kuba ist am Ende
Am Ende seiner Rede richtete Trump den Blick auf Kuba. Das Land befinde sich "in den letzten Momenten seines Lebens", erklärte er und führte dies – nach seiner Darstellung – auf den von den USA erzwungenen Wegfall venezolanischer Öllieferungen zurück.
Während der unmittelbare Schwerpunkt nun auf Iran liege, werde die Regierung schon bald wieder verstärkt in die westliche Hemisphäre schauen, so Trump.
Katharina Schuster ist Reporterin im ZDF-Studio in Washington D.C.
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