ZDF-Politbarometer Extra:Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: SPD im Aufwind
Wenn schon heute Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wäre, gäbe es zwischen SPD und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer Extra.




In Mecklenburg-Vorpommern gelingt es der SPD im Wahlkampfendspurt dank des hohen Ansehens der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) von der Polarisierung gegen die AfD zu profitieren.
Projektion Landtagswahl
Weiterhin ist noch nicht klar, wer am Schluss stärkste Partei werden wird, die SPD oder die AfD. Aktuell ergäben sich die folgenden Projektionswerte: Die SPD käme auf 37 Prozent (plus drei) und die AfD auf 36 Prozent (minus eins). Die CDU würde sechs Prozent (minus eins) erreichen, die Linke neun Prozent (minus eins), die Grünen lägen bei fünf Prozent (unverändert), das BSW bei vier Prozent (unverändert) und für die anderen Parteien ergäben sich zusammen drei Prozent (unverändert).
Damit hätte die amtierende Regierung aus SPD und Linke knapp keine parlamentarische Mehrheit mehr.
Vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Neue Zahlen vom ZDF-Politbarometer zeigen die politische Stimmung im Land.
17.09.2026 | 1:04 minDiese Projektionswerte geben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Neben den zu berücksichtigenden statistischen Fehlerbereichen von Umfragen kann es bis zum Wahlsonntag durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge der verschiedenen Parteien noch zu Veränderungen kommen.
"In den letzten Wochen ist es nochmal deutlich nach oben gegangen für die SPD", sagt der ZDF-Studioleiter in Mecklenburg-Vorpommern Bernd Mosebach. So liegt sie nahezu gleichauf mit der AfD.
18.09.2026 | 4:08 minAufgrund dieser Faktoren ist es auch keineswegs sicher, welche Partei am Schluss die Nase vorne haben und wer die Fünf-Prozent-Grenze schaffen wird. Zudem wissen zurzeit 21 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Bei der letzten Landtagswahl 2021 erreichte die SPD 39,6 Prozent, die AfD 16,7 Prozent, die CDU 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent, die Grünen 6,3 Prozent und die anderen Parteien zusammen 14,2 Prozent.
Sieben Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben sich in der ZDF-Sendung "moma vor der Wahl" live aus Schwerin den Fragen von ZDF-Moderator Andreas Wunn gestellt. In der Sendung waren: Sabine Firnhaber (BSW), Jakob Schirmer (FDP), Claudia Müller (Bündnis 90/Die Grünen), Enrico Schult (AfD), Simone Oldenburg (Die Linke), Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Daniel Peters (CDU). Sehen Sie hier die Interviews:
"Ausgrenzung ist nie der richtige Weg", sagt Sabine Firnhaber über Zusammenarbeit mit der AfD. Die BSW-Spitzenkandidatin fordert zudem russisches Gas über die Nord-Stream-Pipeline zu importieren.
Die FDP ist im Landtag nur noch als Gruppe vertreten. Spitzenkandidat Jakob Schirmer will das ändern: "Wir werden weiterkämpfen." Seine Partei setzt auf Bürokratieabbau und erschwingliches Bauen.
"Klimaschutz ist Treiber von Wirtschaftsentwicklung", sagt Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller. Windkraft und maritime Wirtschaft sollen mehr Arbeitsplätze schaffen und die Abwanderung bremsen.
AfD-Spitzenkandidat Schult ist zur Koalition bereit: "Natürlich wollen wir regieren." Im Wahlprogramm wirft die AfD der Landesregierung vor, die deutsche Bevölkerung systematisch ersetzen zu wollen.
Linken-Spitzenkandidatin Simone Oldenburg will wieder eine Koalition mit der SPD. "Wir haben wirklich gut miteinander regiert." Sie setzt auf Investitionen in Bildung und den Ausbau der Infrastruktur.
Nach 28 Jahren SPD-Regierung kämpft Manuela Schwesig im Nordosten um den Machterhalt. Die Spitzenkandidatin ist zufrieden mit ihrer Bilanz: "Wir haben milliardenschwere Aufträge an Land gezogen."
Die CDU steht in Umfragen so schlecht da wie nie. Spitzenkandidat Peters macht auch die Bundespolitik verantwortlich. "Wir leiden auch darunter, dass in Berlin Entscheidungen nicht getroffen werden."
Gewünschte/r Ministerpräsident/in:
In Mecklenburg-Vorpommern dominiert die Amtsinhaberin: Im direkten Vergleich mit ihrem Herausforderer Leif-Erik Holm von der AfD, den nur 30 Prozent zukünftig als Ministerpräsidenten wollen, spricht sich eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent für Manuela Schwesig (SPD) aus (keinen von beiden: vier Prozent; kenne nicht/weiß nicht: fünf Prozent).
Die Umfragen zu diesem Politbarometer Extra wurden wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 14. bis 17.9.2026 unter 1.395 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern telefonisch und online erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte. Das nächste Politbarometer für den Bund sendet das ZDF am Freitag, den 25.9.2026. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.
Inflation, Wirtschaft und Bildung bestimmen den Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern. Im Fokus der Wahl: Das Duell zwischen der AfD und der seit 28 Jahren regierenden SPD, die um ihre Mehrheit kämpft.
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