Hamburg, Berlin, München und Köln:Mieten für WG-Zimmer stark gestiegen
Deutschlandweit sind WG-Mieten laut Analyse stabil geblieben - doch in den Millionenstädten Hamburg, Berlin, München und Köln zogen die Preise vor dem Wintersemester deutlich an.
Die Wohnkosten gehen in Hochschulstädten immer weiter auseinander. Das zeigt eine Analyse des Moses-Mendelssohn-Instituts. Demnach hängt die Wahl des Studienortes immer mehr von den Wohnkosten ab.
19.09.2026 | 0:20 minIn den deutschen Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln sind die Mieten für Zimmer in kleineren Wohngemeinschaften deutlich teurer geworden.
In den vier Städten wurden solche Zimmer vor Beginn des anstehenden Wintersemesters für durchschnittlich 692 Euro angeboten - 23 Euro mehr als noch ein halbes Jahr zuvor. Das geht aus einer Auswertung des Moses Mendelssohn Instituts hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Deutschlandweit hat sich der durchschnittliche Angebotspreis für Zimmer in WGs mit zwei bis drei Personen demnach kaum verändert. Er lag dem Institut zufolge bei 510 Euro nach 512 Euro vor Beginn des Sommersemesters 2026 im Frühjahr.
Der weitgehend stabile Deutschlandwert verdeckt allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulstandorten.
Moses Mendelssohn Institut
Projektleiter: Miethöhe entscheidet über Studienort mit
"Für junge Menschen, die zum Studium in eine andere Stadt ziehen, macht es einen erheblichen Unterschied, wo sie studieren", sagte Stefan Brauckmann, Geschäftsführender Direktor des Moses Mendelssohn Instituts, laut Mitteilung. "Ob ein WG-Zimmer 400, 500 oder 650 Euro kostet, kann erheblich darüber mitentscheiden, welcher Studienort überhaupt finanzierbar ist."
Am teuersten sind die WG-Zimmer der Auswertung zufolge in München. Dort kosten 50 Prozent der Zimmer mehr als 850 Euro im Monat. Dieser sogenannte Median lag in Berlin und Hamburg bei 650 Euro, in Köln bei 640 Euro.
Berlin ist eine Mieterstadt mit rund 1,8 Millionen Mietwohnungen. Steigende Preise, Verdrängung und fehlender Wohnraum - die Wohnungskrise ist Spitzenthema im Wahlkampf.
01.09.2026 | 2:05 minAm günstigsten kommen in diesem Vergleich Menschen in Trier sowie den ostdeutschen Städten Jena, Magdeburg, Halle und Chemnitz davon. In Chemnitz lag der Median bei 305 Euro.
Leerstehende Büros, Supermärkte mit riesigen Grundstücken, Baulücken: Deutschland hat viel Wohnraumpotenzial. Was passieren muss, damit es auch genutzt wird.
28.08.2026 | 1:39 minPreise beinhalten oft sämtliche Versorgungskosten
Das Moses Mendelssohn Institut untersucht seit 2011 die Wohnungsmärkte für Studierende und Auszubildende. In die aktuelle Analyse wurden alle Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden einbezogen.
Ausgewertet wurden öffentlich zugängliche Wohnungsangebote auf der Plattform wg-gesucht.de. Die Stichprobe umfasste fast 3.900 Inserate für Wohngemeinschaften mit zwei oder drei Personen.
Nicht berücksichtigt wurden WG-Neugründungen, Tauschangebote, befristete Angebote und Angebote für möblierte WG-Zimmer. Bei den Angebotspreisen handelt es sich in der Regel um Warmmieten, zum Teil sind auch weitere Versorgungskosten integriert.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Thema Mieten
Mieten, Wohnen, Bauen:Wohnungskrise in Berlin: Was die Parteien wollen
von Sylvia Bleßmannmit Video2:05Wohnungsmangel in Deutschland:Mietenreport: Jeder Zweite fürchtet erfolglose Wohnungssuche
mit Video1:35Wohnen auf dem Supermarkt als Beispiel:Wie sich der Wohnungsbau in Deutschland ankurbeln lässt
von Frank Bethmannmit Video1:39Bezahlbarer Wohnraum in München:90-Jähriger verschenkt Millionen für 27 günstige Wohnungen
von Benedikt Karlmit Video4:36