USA stimmen Verkauf zu:Merz: Einigung auf Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern
Deutschland hat sich mit den USA auf den Kauf von Mittelstreckenwaffen des Typs Tomahawk geeinigt. Das sagte Kanzler Merz (CDU) bei einer Regierungserklärung im Bundestag.
Die USA haben dem Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland zugestimmt, sagte Kanzler Merz im Bundestag (Symbolbild).
Quelle: ddpDeutschland wird nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz von den USA Tomahawk-Marschflugkörper kaufen. "Wir haben [...] am Rande des Nato-Treffens in Ankara mit der amerikanischen Regierung vereinbart, dass amerikanische Tomahawk-Raketen von uns erworben und in Deutschland stationiert werden", sagte Merz in einer Regierungserklärung im Bundestag.
Wir schließen damit eine wichtige strategische Lücke in unserer Verteidigung und wir werden gleichzeitig daran arbeiten, eigene europäische Systeme zu entwickeln und in Europa zu stationieren.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Die Bundesregierung will mit der Beschaffung der Marschflugkörper, die eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern haben, eine Lücke in den militärischen Fähigkeiten schließen.
Der Nato-Gipfel endet mit einer gemeinsamen Erklärung und neuer Unterstützung für die Ukraine. Parallel dazu gibt es aber auch einen neuen Angriff der USA gegen Iran.
09.07.2026 | 2:32 minBiden-Versprechen von 2024 nicht eingelöst
Beim Nato-Gipfel 2024 hatten die USA unter Präsident Joe Biden für das Jahr 2026 in Aussicht gestellt, Tomahawk sowie Raketen vom Typ SM-6 und neu entwickelte Hyperschallwaffen in Deutschland zu stationieren.
Unter US-Präsident Donald Trump gab es zuletzt eine Absage an das Vorhaben. Der Kauf von Tomahawk ist nun eine Alternative dazu.
Bei Tomahawk handelt es sich um einen US-Marschflugkörper, der mit Unterschallgeschwindigkeit in extrem geringer Höhe fliegt, um feindliches Radar zu unterlaufen. Mit einer Reichweite der konventionellen Varianten von bis zu 1.600 bis 1.700 Kilometern könnte die Bundeswehr damit Ziele in Russland treffen.
Der Bundeswehr zufolge hatten Deutschland und die USA vereinbart, dass ab 2026 US-Tomahawk-Marschflugkörper auf deutschem Boden zeitweise stationiert werden sollen. Die Stationierung sollte eine Fähigkeitslücke in der Nato-Verteidigung schließen und insbesondere gegen russische Raketendrohungen schützen.
Quellen: Bundeswehr, US-Verteidigungsministerium
Erklärtes Ziel: Abschreckung Russlands
Das deutsche Verteidigungsministerium hatte bereits 2024 erklärt, der russischen Bedrohung mit den Tomahawk-Marschflugkörpern von 2026 an wirksame Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten entgegensetzen zu wollen.
"Russland hat nuklearfähige Iskander-Raketen in der Exklave Kaliningrad stationiert. Darüber hinaus verlegt Moskau seit 2022 russische Kampfjets mit Luft-Boden-Hyperschall-Raketen vom Typ Kinschal dorthin. Zudem hat Russland angekündigt, Nuklearwaffen in Belarus zu stationieren", verlautete damals aus dem Verteidigungsministerium. Und weiter hieß es:
Da Russland damit Westeuropa massiv bedroht - die Flugkörper haben Reichweiten von bis zu 2.000 Kilometer - muss die Nato etwas dagegen unternehmen.
Erklärung deutsches Verteidigungsministerium, 2024
Die europäischen Nato-Staaten verfügen derzeit noch nicht über eigene Mittelstreckenwaffen. Mittelfristig wollen mehrere Verbündete ein eigenes Waffensystem für weitreichende Präzisionsangriffe ("deep precision strikes") auf sogenannte Hochwertziele eines Gegners beschaffen. Dazu wurde 2024 auf dem Nato-Gipfel in Washington das Projekt Elsa ("European Long-Range Strike Approach") angestoßen.
Der US-Truppenabzug beunruhigt den Verteidigungsminister weniger - vielmehr aber das drohende Aus für die Tomahawks: Europa müsse diese Fähigkeitslücke nun selbst schließen.
04.05.2026 | 7:02 minMehrere europäische Nato-Verbündete wollen unter diesem gemeinsamen Dach einen eigenen Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern entwickeln. Im vergangenen Jahr hatte das deutsche Verteidigungsministerium erklärt, die Arbeiten an dieser neuen Fähigkeit weitreichender Waffen hätten begonnen.
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