Friedrich Merz: "Minderheitsregierung für mich keine Option"

Erster Jahrestag von Schwarz-Rot:Merz: "Minderheitsregierung für mich keine Option"

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Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat Spekulationen über eine Minderheitsregierung oder eine Neuwahl zurückgewiesen. Trotz wachsender Spannungen setzt er auf die Koalition mit der SPD.

Die Regierungskoalition unter Merz fiel in den letzten Monaten immer wieder durch Uneinigkeiten zwischen den Parteispitzen auf.

Morgen ist die Bundesregierung seit einem Jahr im Amt. CDU und SPD wollen den Abwärtstrend in den Umfragen durch umfassende Reformen aufhalten.

05.05.2026 | 2:14 min

Noch am Vorabend des ersten Jahrestags der schwarz-roten Regierung erteilte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) allen Spekulationen über eine Minderheitsregierung oder eine Neuwahl des Bundestags eine klare Absage. "Ich sage hier sehr klar und deutlich: Eine Minderheitsregierung ist für mich keine Option", betonte er auf einer Tagung des CDU-Wirtschaftsrats.

Und bitte träume auch niemand von Neuwahlen. Was soll denn danach dabei herauskommen?

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Der CDU-Vorsitzende verwies darauf, dass ein solcher Schritt eine wochenlang eingeschränkte Handlungsfähigkeit Deutschlands bedeuten würde. "Glaubt irgendwer ernsthaft, dass ein Land im Wahlkampf inmitten einer solchen Wirtschaftskrise die notwendigen Entscheidungen treffen kann, die wir jetzt brauchen?"

 Bundeskanzler Friedrich Merz (r, CDU) spricht mit Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen

Ein Jahr nach Amtsantritt steht die Bundesregierung unter Kanzler Merz (CDU) unter Druck. In der Koalition blockieren sich die Partner, obwohl Reformen dringender denn je sind.

03.05.2026 | 2:46 min

Merz: Keine Alternative zur SPD

Vor diesem Hintergrund bekannte sich der Kanzler klar zur Fortsetzung der Koalition mit der SPD bis zum Ende der Legislaturperiode in drei Jahren.

Wir wollen und wir müssen mit dieser Koalition, die wir jetzt haben, erfolgreich sein.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Merz räumte ein, dass es zwischen Union und SPD "fundamentale Unterschiede" gebe. Aber daraus dürfe kein Stillstand werden.

Berlin: Friedrich Merz in der ARD-Sendung bei Caren Miosga.

Die Steuerpläne der SPD sehen eine stärkere Besteuerung höherer Einkommen vor. Kanzler Merz hat diesen Plänen eine Absage erteilt. Im Mittelstand sei die Steuerbelastung ohnehin bereits zu hoch.

04.05.2026 | 0:32 min

Der Kanzler forderte die SPD erneut zu mehr Kompromissbereitschaft auf. "Ich bin sehr geduldig gewesen mit unserem sozialdemokratischen Partner", sagte er. "Die Union ist in den letzten zwölf Monaten sehr viele Kompromisse eingegangen. Und gerade deshalb ist es jetzt Zeit für mehr Flexibilität, für mehr Kompromissbereitschaft, auch auf Seiten der SPD."

Debatte über Minderheitsregierung

Der Jahrestag der Regierung fällt in die bisher schwierigste Phase von Schwarz-Rot. In allen Umfragen haben Union und SPD keine Mehrheit mehr. Die größte Oppositionspartei AfD hat die Union in mehreren Umfragen bereits überholt und liegt mit bis zu vier Prozentpunkten vorn.

Politbarometer Sonntagsfrage

In den Umfragen des aktuellen Politbarometers liegt die AfD erstmals mit 26 Prozent vor der CDU mit 25 Prozent. Grund könnte die Unzufriedenheit mit der Krisenpolitik der Bundesregierung sein.

17.04.2026 | 1:57 min

Angesichts wachsender Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung wird in der Union über eine Minderheitsregierung spekuliert. Dafür müsste Merz die SPD-Minister entlassen oder die Sozialdemokraten müssten sich aus der Regierung zurückziehen. Der Bundestag würde dann Entscheidungen mit wechselnden Mehrheiten treffen.

CDU: Keine Kooperation mit AfD und Linken

Das Problem: Jenseits der SPD hat die Union nur zwei Optionen, zu Mehrheiten zu kommen: entweder mit der AfD oder mit den Grünen und der Linken zusammen. Eine Zusammenarbeit mit AfD und Linkspartei hat die CDU aber per Parteitagsbeschluss ausgeschlossen.

Merz bekräftigte in seiner Rede, dass es mit ihm keine Zusammenarbeit mit diesen Kräften geben werde. "Ich habe mich entschlossen, und ich sag's hier sehr klar und sehr deutlich: Ich werde unser Land nicht den radikalen Kräften überlassen. Ich werde es nicht tun." Mit einer Minderheitsregierung gäbe es Stillstand im Bundestag und keine Reformen.

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Quelle: dpa, Reuters
Über den Zustand von Schwarz-Rot berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem beim heute journal am 05.05.2026 ab 21:45 Uhr.

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