Linke wählt neues Spitzenduo: Pantisano nur knapp gewählt

Luigi Pantisano und Ines Schwerdtner:Neue Linken-Chefs gewählt - Pantisano nur knapp

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Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano sind die neuen Linken-Chefs. Schwerdtner erhielt 85,7 Prozent, Pantisano kam auf nur 53,3 Prozent. Zuvor hatte er die CDU scharf attackiert.

 Luigi Pantisano (Die Linke,l), Parteivorsitzender, und Ines Schwerdtner (Die Linke), Parteivorsitzende, sind die neue Doppelspitze der Linken.

Auf dem Parteitag der Linken in Potsdam ist Ines Schwerdtner erneut zur Vorsitzenden gewählt worden. Luigi Pantisano folgt auf Jan van Aken und sorgte zuvor mit einem Interview für Kritik.

20.06.2026 | 1:35 min

Die Linke hat eine neue Doppelspitze: Neben der bisherigen Co-Vorsitzenden Ines Schwerdtner wählte ein Parteitag in Potsdam den Bundestagsabgeordneten Luigi Pantisano. Der 46-Jährige erzielte mit nur gut 53 Prozent ohne Gegenkandidaten allerdings ein schwaches Ergebnis.

Pantisano wird Nachfolger von Jan van Aken, der seiner Partei zum Abschied ein ehrgeiziges Ziel setzte: Sie soll "Volkspartei" werden und 20 Prozent der Wählerstimmen erzielen.

Van Aken führte Linke zu Wahlerfolg

Der 65-jährige van Aken hatte aus gesundheitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Seit 2024 führte er mit Schwerdtner die Partei und hatte erheblichen Anteil an ihrem erneuten Einzug in den Bundestag 2025. Die Linke erreichte 8,8 Prozent der Stimmen und liegt inzwischen in Umfragen sogar bei zehn bis zwölf Prozent.

Schwerdtner wurde mit knapp 86 Prozent im Amt bestätigt - für die Linke ein sehr gutes Ergebnis.

Ines Schwerdtner, Vorsitzende der Partei Die Linke, spricht beim Bundesparteitag der Linken in der Metropolishalle in Potsdam.

Nach ihrem Umfragehoch wählt die Linke eine neue Parteispitze. Zugleich sorgen Streit über Nahost und Vorwürfe gegen die Linksjugend für Diskussionen.

19.06.2026 | 2:43 min

Pantisano verfehlt bei Wahl sein Ziel

Pantisano erreichte sein Wunschziel von mehr als 70 Prozent hingegen nicht. Pantisano ist ein Bundestagsabgeordneter aus Baden-Württemberg, 46 Jahre alt, Sohn italienischer Einwanderer, bislang verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion und stellvertretender Vorsitzender.

Er formuliert bisher oft schärfer als van Aken. In seiner Vorstellungsrede beim Parteitag sagte er, er "versuche auch zu polarisieren, das werdet ihr mit mir auch bekommen".

So sagte Pantisano in einem "Bild"-Videointerview auf dem Parteitag: "Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst." Auf ZDF-Nachfrage stellte Pantisano klar, dass er die Formulierung "für verkürzt" halte.

Der neue Linken-Vorsitzende Pantisano kritisiert am ZDF-Mikrofon die CDU.

Vor seiner Wahl zum neuen Linken-Vorsitzenden hat Luigi Pantisano die CDU scharf kritisiert. Die Partei würde "immer mehr politische Narrative und Programmpunkte der AfD" übernehmen, sagt er.

20.06.2026 | 0:25 min

Systematisch organisierte Proteste geplant

Er will verstärkt Arbeiterinnen und Arbeiter in Betrieben ansprechen. "Und wenn wir möglichst viele der Kollegen und Kolleginnen für unsere Partei gewinnen, dann sind wir in der Lage, echte Veränderung zu erreichen", sagte der Politiker.

In den nächsten Wochen will die neue Parteispitze systematisch Proteste gegen Sozialreformen der Regierung und gegen höhere Verteidigungsausgaben mobilisieren. "Wir organisieren den Aufstand: gegen Sozialabbau und Militarisierung", hieß es in einem Dringlichkeitsantrag zum Parteitag.

Schaltgespräch vom 20.06.2026 mit ZDF-Korrespondentin Andrea Maurer zum Bundesparteitag der Linken

Beim Linken-Parteitag bewirbt sich der Fraktionsvize Luigi Pantisano für die Doppelspitze. Er will "die Partei in den Betrieben etablieren", berichtet ZDF-Korrespondentin Maurer.

20.06.2026 | 1:06 min

Er knüpft an die Proteste gegen die Agenda 2010 der einstigen rot-grünen Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an, die der damaligen PDS und der Neugründung WASG Auftrieb gab. Aus diesen Parteien entstand 2007 die Linke.

Neue inhaltliche Linien

Bei dem dreitägigen Parteitag justiert die Linke auch inhaltlich ihre Linie neu, nachdem sie in den vergangenen Jahren enorm gewachsen ist. Die Partei hat inzwischen rund 126.000 Mitglieder. Von den gut 500 Delegierten sind etwa die Hälfte Neumitglieder aus der Zeit nach 2023.

Am späten Freitagabend hatte der Parteitag einen Antrag zu den Konflikten im Nahen Osten beschlossen, der sich erstmals den Begriff "Völkermord" für das israelische Vorgehen im Gazastreifen zu eigen macht. Darin heißt es: "Internationale Organisationen, Menschenrechtsorganisationen und zahlreiche Völkerrechtler*innen sprechen von einem Völkermord an den Palästinenser*innen in Gaza. Wir schließen uns dieser Einschätzung an."

sgs andrea maurer

Heidi Reichinnek droht mit Konsequenzen bei Linienüberschreitungen. Die Linke wird aktivistischer und spricht nun von „Genozid in Gaza“, sagt ZDF-Korrespondentin Andrea Maurer.

19.06.2026 | 1:45 min

ZDF-Korrespondentin: Weiter Antisemitismus-Streit bei der Linken

ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Dorthe Ferber sagt dazu, dass die Linke beim Thema Nahost nicht zur Ruhe komme. "Kein Platz für Stalinismus, Antisemitismus und autoritäre Ideologien in unserer Partei!" steht über dem Dringlichkeitsantrag, der am Sonntag auf dem Potsdamer Parteitag eingebracht werden soll und ZDFheute vorliegt.

Die 72 Unterzeichnenden, darunter auch die kompletten Landesverbände Sachsen-Anhalt und Saarland, beziehen sich auf die Recherche des Bayerischen Rundfunks zur Linksjugend. Diese zeigt, dass in internen Chats Aussagen wie "Israel verrecke" gepostet wurden und Stalin, Mao und die DDR verherrlicht wurden.

19.06.2026, Brandenburg, Potsdam: Ines Schwerdtner, Vorsitzende der Partei Die Linke, spricht beim Bundesparteitag der Linken in der Metropolishalle in Potsdam.

Auf ihrem Bundesparteitag stimmen die Linken kämpferische Töne gegen Rechts und die Politik der Regierung an. Schwerdtner und Reichinnek kündigen einen "Klassenkampf von unten" an.

19.06.2026 | 0:20 min

Nun fordern Parteimitglieder wie Eva van Angern, Spitzenkandidatin der Linken in Sachsen-Anhalt, einen deutlichen Beschluss: "Antisemitismus hat in der Partei Die Linke keinen Platz" lautet die Formulierung im Antrag. Die Antragsteller führen aus, die aktuelle Medienberichterstattung zur Linksjugend offenbare "ein politisches Problem, das nicht länger relativiert oder verschwiegen werden darf."

Quelle: dpa, AFP, ZDF
Über das Thema berichtete das ZDF mehrfach, unter anderem am 20.06.2026 in mehreren heute Xpress-Sendungen ab 09:50 Uhr.

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