Nach Koalitionsausschuss:Koalitionsspitzen einigen sich im Streit um Rentenpaket
Bis in die Nacht haben Union und SPD miteinander verhandelt. Nun gibt es eine Einigung im Streit um das Rentenpaket. Kanzler Merz betonte, die Koalition sei "arbeitsfähig".
Bei einer Nachtsitzung hat sich der Koalitionsauschuss auf ein Rentenpaket geeinigt – es bleibt, wie urspünglich vereinbart. Offen ist, ob die Zustimmung im Bundestag reichen wird.
28.11.2025 | 1:57 minDie Spitzen der schwarz-roten Koalition haben sich im Streit um das Rentenpaket geeinigt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellte die Einigung am Freitagmorgen in Berlin gemeinsam mit SPD-Chef Lars Klingbeil und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder vor. In der Nacht hatten die Spitzen von Union und SPD ihre Beratungen im Koalitionsausschuss nach fast sechs Stunden abgeschlossen.
Das Gesetz mit einer Stabilisierung des Rentenniveaus soll unverändert bleiben. Dies sei Wunsch der Sozialdemokraten gewesen. "Darauf haben wir uns auch gestern verständigt", erklärte Merz.
In einem Begleittext für das geplante Rentengesetz ist auch festgehalten, eine große, weitere Reform der Alterssicherung zu erarbeiten.
Kanzler Merz könnte "Anlass zur Hoffnung" haben, was die Zustimmung der Jungen Union zum Rentenpaket angeht, berichtet ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese aus Berlin.
28.11.2025 | 1:19 minEndgültige Entscheidung soll nächste Woche fallen
Man werde am kommenden Dienstag in der Unionsfraktion endgültig über das Rentenpaket beraten, so Merz. Er rechne mit einer Zustimmung auch der "Jungen Gruppe" der Fraktion, die sich zuvor gegen die Pläne gewandt hatten.
So kündigte Merz die Förderung der privaten Altersvorsorge mit zehn Milliarden Euro an, um den Streit mit jungen Unionsabgeordneten beizulegen.
Die Bundesregierung will den Gesetzentwurf zum Rentenpaket trotz der Kritik junger Abgeordneter nicht mehr ändern. Hier im Video erklärt Kanzler Merz die Einigung im Rentenstreit.
28.11.2025 | 6:02 minMerz und Klingbeil betonen Handlungsfähigkeit der Koalition
Bundeskanzler Merz betonte nach der Einigung, dass die Koalition "arbeitsfähig" sei. Finanzminister Klingbeil sagte, er sei "sehr zufrieden" mit den Ergebnissen des Ausschusses. Die Koalition habe gezeigt, dass die Koalition "handlungsfähig" sei. CSU-Chef Söder sprach davon, dass "einige dicke Brocken" abgeräumt worden seien.
Der Koalitionsausschuss gilt als zentrales Entscheidungsgremium des Bündnisses von CDU, CSU und SPD. Neben Merz und Klingbeil gehören ihm acht weitere Männer und eine Frau an - Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas.
Immer mehr Boomer gehen vorzeitig in Rente – und nutzen die Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren ohne Abschläge aus dem Berufsleben auszuscheiden. Doch das sorgt für hohe Kosten im Rentensystem.
25.11.2025 | 9:02 minVerbrenner-Aus: Bundesregierung will bei EU Ausnahmen einfordern
Zudem will sich die schwarz-rote Koalition auf EU-Ebene für Lockerungen beim geplanten Aus für neue Verbrenner-Autos ab 2035 einsetzen. Merz kündigte an, dass er Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Brief bitten werde, die Regulierung "anzupassen und zu korrigieren". Auch Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sprach sich für eine "Überarbeitung" der Regulierung aus.
Ich werde darum bitten, dass die Kommission auch nach 2035 neben rein batterieelektrischen Fahrzeugen auch weiterhin Fahrzeuge mit einem doppelten Antrieb zulässt.
Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler
Konkret geht es Merz zufolge um Hybrid-Antriebe, also Autos, die Elektro- und Verbrennermotor kombinieren. Der Kanzler sagte, zudem werde der Brief auf den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz verweisen, die sich auch für Ausnahmen für fossil betriebene Reichweitenverstärker, sogenannte Range Extender, sowie "hocheffiziente Verbrenner" ausgesprochen hatte.
Um die Klimaziele zu erreichen, hatte die EU beschlossen, dass ab 2035 keine Neuwagen mehr zugelassen dürfen, die klimaschädliche Abgase verursachen. Der Klimaschutz solle und dürfe nicht relativiert werden, sagte Merz. Man wolle die Klimaziele aber "technologieoffen erreichen" und Arbeitsplätze in Europa und der deutschen Automobilindustrie erhalten.
Bei ihrem Koalitionsausschuss haben Union und SPD mehrere Beschlüsse zur Wirtschaft gefasst. Beim Verbrenner-Aus gebe es weiter "Zwist", so ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese.
13.11.2025 | 2:05 minSöder: "Einige dicke Brocken abgeräumt"
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich zufrieden mit den Entscheidungen der Koalition zum Verbrenner-Aus. Das sei "das Aus vom ganz starren Verbrenner-Aus", sagte Söder. Die Hartnäckigkeit habe sich gelohnt. Das Ganze entspreche dem, worauf Automobilindustrie und auch die Gewerkschaften gehofft hätten, und gebe nun Rückenwind. "Das Auto ist und bleibt die zentrale Wertschöpfung in unserem Land", sagte er.
Wir haben einige dicke Brocken abgeräumt. Statt Vertagen und Verschieben war Entscheiden das Motto, das wir gestern getroffen haben.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident Bayern
Demnach lobte Söder die Kompromisse der Koalitionsspitzen, auch beim Thema Rente. Das Paket sei gut für Deutschland, gut für die Wirtschaft, und schlecht für Radikale.
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