Katastrophenschutz: dbb-Chef Geyer fordert mehr Digitalisierung

Für Katastrophenschutz und Sicherheit:dbb-Chef Geyer: Staat muss digital und leistungsfähig werden

Ina Baltes

von Ina Baltes

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Stromausfälle, Cyberangriffe, Personalmangel: Auf seiner Jahrestagung warnt der Deutsche Beamtenbund unter anderem vor Defiziten im Katastrophenschutz und fordert Investitionen.

Behördendigitalisierung

In Köln findet die Jahrestagung des Beamtenbunds statt. Eines der Themen: die Vereinfachung und Digitalisierung der Verwaltung; beides ist in vielen Bereichen noch nicht ausreichend umgesetzt.

12.01.2026 | 2:05 min

Ein großes Thema der Jahrestagung des Deutschen Beamtenbundes dbb in Köln ist die Digitalisierung. 600.000 Beamte fehlen laut dbb im öffentlichen Dienst. Man hofft, einen Teil dieser Lücke durch mehr Digitalisierung zu schließen.

Das zweite große Thema könnte brisanter nicht sein: Es geht um die Resilienz des Staates. Krisen jedweder Art nehmen zu, da sind sich Katastrophenschützer einig. Und meinen Naturkatastrophen, Anschläge von Extremisten oder feindlichen Staaten und die unsicher gewordene Weltlage.

Wegner: Stromanschlag professionell geplant

"Hier spielt man bewusst mit dem Leben von Menschen", so Kai Wegner (CDU), Bürgermeister von Berlin, zum Stromausfall. Er wolle die Strominfrastruktur deutlich sicherer machen.

05.01.2026 | 5:43 min

Berliner Stromausfall macht Bedrohungslage deutlich

Aktuell ist die Bedrohungslage am Beispiel des Stromausfalls in Berlin noch einmal deutlich geworden - und damit auch die schwierige Aufgabe des Staates im Ernstfall. Im Jahresbericht 2025 des Berliner Rechnungshofes war genau davor gewarnt worden: "Die Berliner Katastrophenschutzbehörden sind organisatorisch und personell nicht ausreichend auf Katastrophen und Großschadensereignisse vorbereitet."

Gerade in Notsituationen zeige sich, so der Vorsitzende des dbb, Volker Geyer, dass es schwierig sei, den Staat kaputtzusparen.

SGS Slomka Atug

Der Berliner Senat sei beim Katastrophen-, Bevölkerungsschutz und Notfallmanagement überfordert, sagt Manuel Atug von der AG Kritische Infrastrukturen zu dem Brandanschlag in der Hauptstadt.

05.01.2026 | 4:52 min

Verteidigungsbereitschaft, sagt Geyer, dürfe eben nicht nur militärisch gedacht werden. Sondern man müsse den Staat so aufstellen, dass er digital und leistungsfähig sei, um sich das Vertrauen der Menschen zu verdienen.

Verteidigungsbereitschaft heißt auch, das Berufsbeamtentum … zu stärken, um das Fundament dieses Landes zu festigen.

Volker Geyer, Vorsitzender dbb

Katastrophenschutz in Deutschland durch Länder und THW

In Deutschland ist der Katastrophenschutz in Friedenszeiten stufenartig organisiert. Zuständig bei Katastrophen sind zunächst die Kommunen. Bei größeren Schadenslagen übernimmt das Land die Koordination.

Sirenen, Schutzräume & Co.
:Dobrindt: Bund steckt Milliarden in Zivilschutz

Bis 2029 sollen laut Innenminister Dobrindt zehn Milliarden Euro in den Bevölkerungsschutz fließen. Geplant seien neue Warnsysteme, Krisenübungen und zusätzliche Schutzräume.
mit Video1:33
Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, nimmt am Tag der offenen Tür der neuen Bundesregierung im Bundespresseamt an einem Bühnengespräch teil. (Archiv)

Unterstützend tätig ist das Technische Hilfswerk THW und auch das BBK, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Der Bund ist im Prinzip jedoch erst in Kriegszeiten für den Schutz des Landes zuständig. Das BBK sagt, die dezentrale Organisation sei ein Vorteil, weil vor Ort entschieden werden könne. Das bestätigt auch Florian Weber, Abteilungsleiter Einsatz, vom THW.

Im weltweiten Vergleich ist Deutschland ziemlich gut aufgestellt.

Florian Weber, Technisches Hilfswerk THW

Aber er sagt auch: Einhundertprozentigen Schutz gebe es nicht, und Deutschland tue gut daran, die Verwundbarkeit seiner Infrastruktur unter die Lupe zu nehmen.

Ein Auto des Katastrophenschutzes

Laut Hilfsorganisationen müsse die Zivilgesellschaft im Falle einer Katastrophe besser vorbereitet und geschützt werden. Darum werden diese nun selbst aktiv.

24.03.2025 | 1:32 min

Ganz oben auf der "Problemliste" der Katastrophenschützer stehen dabei die Strom- und die Trinkwasserversorgung. Solche Anlagen müssen in Deutschland zunächst durch die Betreiber selbst geschützt werden.

"Kritis Dachgesetz" soll kritische Infrastruktur schützen

Unter anderem dafür soll es dazu künftig das sogenannte "Kritis Dachgesetz" geben, das bereits im Kabinett verabschiedet wurde und jetzt im Parlament diskutiert wird.

Das ist eine Initiative der EU, die auch in Deutschland dafür sorgen soll, dass die Betreiber künftig regelmäßig Risikoanalysen ihrer Anlagen durchführen müssen. Aber einen hohen Zaun bauen, so Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) auf der dbb-Tagung, reiche nicht.

Blick auf das beleuchtete Berlin (Fernsehturm, Rotes Rathaus) bei Nacht

Klärwerke, Strom, Gas-Pipelines, Krankenhäuser, Bahntrassen - die Kritische Infrastruktur in Deutschland ist permanent im Visier von Hackern.

14.02.2023 | 13:20 min

Dobrindt warnte die Unternehmen vor allem vor Hackerangriffen und Cyberkriminalität. Das sei das größte Problem. Mit einem digitalen Anschlag treffe man gleichzeitig Millionen Menschen. Er selbst wolle nach dem Berliner Anschlag nun mehr Mitarbeiter beim Verfassungsschutz einstellen, die verstärkt auf Linksextremisten schauen.

Es ist nicht akzeptabel, dass der Staat blind ist auf dieser Seite.

Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister (CSU)

Deutschland als Ziel von Cyberangriffen

Cyberspione greifen laut BSI zunehmend deutsche Behörden an. IT‑Experte Markus Beckedahl warnt vor Chaos im Ernstfall und fordert deutlich besser aufgestellte Sicherheitsbehörden.

11.11.2025 | 4:37 min

Umfragen zeigen, dass die Bevölkerung auf dem Land in Deutschland schon relativ gut auf Katastrophen vorbereitet ist und zum Beispiel Vorräte bereithält. In den Städten gibt es da Nachholbedarf.

Auf jeden Fall so das Credo der Fachleute: Katastrophenschutz erfordert immer auch Investitionen, sowohl in technisches Gerät als auch vor allem in die Digitalisierung und ins Personal.

Ein Teilnehmer trägt bei einer Demonstration vom dbb Beamtenbund und Tarifunion zu Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder auf dem Theaterplatz eine dbb Weste.

Der Beamtenbund macht auf seiner Jahrestagung auch im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes Druck. Ohne verhandlungsfähiges Angebot würden Warnstreiks ausgeweitet, warnt dbb-Chef Geyer.

12.01.2026 | 0:21 min

Über die dbb-Jahrestagung berichtete auch die ZDF-Sendung heute in Deutschland am 12.01.2026 ab 14:00 Uhr und die heute-xpress am 12.01.2026 ab 15:00 Uhr.

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  3. Vorstellung des BSI-Lageberichts 2025

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