CO2-Ausstoß stagniert: Wo Deutschland jetzt nachbessern muss

Neue Emissionszahlen vom Umweltbundesamt:CO2-Ausstoß stagniert: Wo Deutschland jetzt nachbessern muss

Terra X | Nano - Die Wissens-Kolumne: Elisa Miebach

von Elisa Miebach

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Neue Zahlen des Umweltbundesamts mahnen mehr Ehrgeiz für das Erreichen der Klimaziele an. 2025 sanken die Emissionen fast nicht. Die Regierung muss nun Ende März nachlegen.

Bad Lauchstädt: Blick auf das Braunkohlekraftwerk Schkopau.

Im vergangenen Jahr sank der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland nur minimal. Zum Erreichen der Klimaziele brauche es zusätzliche Anstrengungen, sagte Umweltminister Schneider.

14.03.2026 | 1:46 min

Rund 80 Milliarden Euro hat Deutschland zuletzt für fossile Energien aus dem Ausland bezahlt. Diese Zahl nannte Bundesumweltminister Carsten Schneider bei der Vorstellung der neuen Emissionsdaten des Umweltbundesamts in Berlin.

Im vergangenen Jahr hat Deutschland seine Abhängigkeit von fossilen Energien jedoch nicht nennenswert verringert. Der neue Bericht zeigt: Zwar haben sich die Emissionen seit 1990 fast halbiert, aber im vergangenen Jahr sind Deutschlands Treibhausgase nur um knapp eine Million Tonnen gesunken - ein Rückgang von 0,1 Prozent.

Grafik: Entwicklung der Treibhausgasemissionen

Quelle: ZDF

Regierung muss bei Gesetzen nachschärfen

Ab 2026 müsse der Rückgang massiv steigen - um 42 Millionen Tonnen pro Jahr, um das gesetzliche Klimaschutzziel von 2030 zu erreichen. Bis 2045 will Deutschland dann klimaneutral sein. Die Klimaziele seien erreichbar, so das Umweltbundesamt. Es brauche aber einen neuen Schub und zusätzliche politische Maßnahmen.

Die Regierung muss gesetzlich verpflichtend Ende März ein neues Klimaschutzprogramm vorlegen, in dem sie zeigen soll, wie sie die Ziele erreichen will.

Auf der rechten Seite des Bildes zu sehen ist Host Mirko Drotschmann. Im Hintergrund zu sehen ist dürrer, ausgedrockneter Boden, mittig zu erkennen ist ein Wald in Form der BRD. Inmitten der BRD ist ein Fußabdruck sichtbar.

Vor wenigen Jahren war das Thema "Klima“ noch allgegenwärtig. Vernachlässigt Schwarz-Rot das Thema? Mirko Drotschmann blickt auf die Klimapolitik der Bundesregierung.

12.03.2026 | 8:33 min

"Sorgenkinder" Verkehr und Gebäude

Der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, sprach bei der Vorstellung des Berichts von "Sorgenkindern" und meinte damit die Bereiche Verkehr und Gebäude. Hier waren die Emissionen 2025 gestiegen, statt gesunken.

Das könnte langfristig auch aufgrund von EU-Regeln teuer werden. Die EU verlangt in Sektoren wie Verkehr und Gebäuden bis 2030 von Deutschland eine Reduktion von 50 Prozent im Vergleich zu 2005. Wer die Ziele verfehlt, kauft Zertifikate von anderen Staaten zu.

Warum geht es so langsam voran?

Mehrere Gründe führten zum geringen Rückgang der Treibhausgase 2025, darunter ein kalter Winter. Der habe mehr Emissionen aus noch fossil betriebenen Heizungen verursacht. Doch die UBA-Modelle zeigen diverse Bremsklötze, darunter:

  • mehr Kohle im Strommix wegen niedrigerer CO2-Preise,
  • verzögerter Windenergieausbau auf See,
  • langsamer Hochlauf der Elektromobilität,
  • geringere Sanierungsraten im Gebäudesektor.

Österreich, Neustift Im Stubaital: Ein Blick auf die Skipisten am Stubaier Gletscher.

Die Alpen erwärmen sich im globalen Durchschnitt doppelt so schnell wie andere Regionen. In 25 Jahren wird die Hälfte der Gletscher dort verschwunden sein. Dennoch boomt der Wintertourismus.

21.02.2026 | 3:20 min

Expertin: Aktuelle Politik "klimapolitischer Kurzschluss"

Dabei beruht die Analyse noch auf den politischen Maßnahmen aus dem vergangenen Jahr (Stand November). In den vergangenen Monaten hatten aber eine Reihe neuer Regierungsprojekte im Energiebereich Aufsehen erregt:

Wenn gleichzeitig der CO2-Preis eingefroren, die Luftverkehrssteuer gesenkt oder die Solarförderung gekürzt wird, wächst die Klimalücke weiter.

Claudia Kemfert, Energieökonomin

Wenn die Pläne so umgesetzt werden, wäre das "ein klimapolitischer Kurzschluss", kritisiert Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Auf der rechten Seite des Bildes zu sehen ist Host Mirko Drotschmann. Im Hintergrund zu sehen ist dürrer, ausgedrockneter Boden, mittig zu erkennen ist ein Wald in Form der BRD. Inmitten der BRD ist ein Fußabdruck sichtbar.

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12.03.2026 | 8:33 min

Gebäudemodernisierungsgesetz könnte Lage verschärfen

Auch das vorgeschlagene neue Gebäudemodernisierungsgesetz war Teil der Diskussion bei der Vorstellung der neuen Daten. Zuvor hatte das Ökoinstitut berechnet, dass mit Umsetzung dieses Gesetzes die Lücke zu den Klimaschutzzielen noch größer würde.

UBA-Präsident Messner sagte, sein Amt sei nicht besonders glücklich darüber, dass fossile Pfade verlängert werden sollen. Die sogenannte Biotreppe, wonach bis 2035 90 Prozent des Brennstoffs einer Heizung fossil bleiben kann, könne das UBA nicht zufriedenstellen.

Das Amt habe aber keine Berechnungen zu den Auswirkungen des Gesetzes veröffentlicht, weil man noch auf die genaue Ausgestaltung warte.

Trump-Regierung hebt Einschätzung zu Treibhausgasen auf

US-Präsident Trump hat die Grundlage des Klimaschutzes in den USA widerrufen. Trotz klarer wissenschaftlicher Lage sollen Treibhausgase nicht mehr als gesundheitsschädlich gelten.

13.02.2026 | 1:27 min

Minister will Ziele sogar übererfüllen

Umweltminister Schneider verkündete, er wolle sich für eine höhere Akzeptanz der Wärmepumpe und für finanzielle Anreize einsetzen. Jeder, der heute auf den Gaspreis schaue, tue gut daran, eine Investition von 20 bis 25 Jahren rational durchzurechnen, sagte er.

Er werde dafür sorgen, dass die Klimaziele nicht nur erreicht, sondern übererfüllt werden. Abzuwarten bleibt, welche Anreize und Regelungen die Regierung am 25. März vorstellen wird.

Experten stellen infrage, ob allein mit der Hoffnung, dass etwa im Gebäudesektor Privathaushalte durch finanzielle Anreize im großen Stil eigeninitiativ umrüsten, eine Emissionsminderung von 42 Millionen Tonnen in jedem der nächsten Jahre bis 2030 erreicht werden könne. Vielmehr brauche es klare politische Rahmenbedingungen.

Elisa Miebach ist Reporterin der ZDF-Umweltredaktion.

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Die Temperaturen steigen weltweit, im Norden deutlich stärker als im Süden. Erfahren Sie am interaktiven Globus, wie die Erderwärmung die Kontinente trifft.
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Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 14.03.2026 um 14:16 Uhr im Beitrag "Deutsche Treibhausgasemission leicht gesunken" und die heute-Sendung ab 19:00 Uhr.

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