Minister mahnt mehr Anstrengungen an:Klimaschutz: Deutsche Emissionen sinken nur minimal
Deutschland erreicht sein Klimaziel. Das Problem dabei: Die Emissionen wurden nur minimal reduziert, alte Sorgenkinder bleiben bestehen.
Deutschlands Treibhausgasemissionen sind 2025 kaum gesunken. Laut Klimabilanz ging der Ausstoß um 0,1 Prozent zurück. Besonders in den Sektoren Verkehr und Gebäude stiegen die Emissionen an.
14.03.2026 | 0:25 min
Bundesumweltminister Carsten Schneider mahnt mehr Anstrengungen beim Klimaschutz in Deutschland an. Die Fortschritte bei der Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes seien zu gering, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Deutschland hielt nach den Daten des Umweltbundesamts (UBA) im vergangenen Jahr seine Klimaziele zwar ein - aber nur knapp.
Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen habe sich verlangsamt, teilte das Amt mit. Nach den UBA-Daten sank der Ausstoß an Treibhausgasen 2025 um 0,1 Prozent gegenüber 2024. Die gesamten Emissionen lagen bei 648,9 Millionen Tonnen sogenannter CO2-Äquivalente. Damit wurde die nach dem Klimaschutzgesetz zulässige Gesamtmenge um rund 12,8 Millionen Tonnen unterschritten.
Uneinigkeit in der Klimapolitik: Während die SPD auf eine Führungsrolle Deutschlands beim Klimaschutz setzt, mehren sich in der Union die Stimmen, die die Klimaziele aufweichen wollen.
09.11.2025 | 4:15 minSeit 1990 habe Deutschland damit seine Treibhausgasemissionen um 48 Prozent reduziert, heißt es im UBA-Bericht. Das gesetzliche Ziel, den Ausstoß bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, bleibe nach der aktuellen Projektion erreichbar. Dafür brauche es allerdings zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen.
Die Bundesregierung will Ende März ein Klimaschutzprogramm vorstellen. Die UBA-Berechnungen werden nun von einem Expertenrat für Klimafragen, einem unabhängigen Wissenschaftler-Gremium, überprüft. Es legt später einen eigenen Bericht vor.
Sorgenkinder Gebäude und Verkehr
In den einzelnen Sektoren ergibt sich ein gemischtes Bild. In der Industrie sanken 2025 aufgrund der schwachen Konjunktur die Emissionen. Das UBA nannte als wesentlichen Grund geringere Produktionsmengen in energieintensiven Branchen und den sinkenden Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Nahezu unverändert blieben die Emissionen in der Energiewirtschaft und der Landwirtschaft.
Großen Handlungsbedarf sieht das Umweltbundesamt im Verkehr und bei Gebäuden. In beiden Sektoren stiegen die Emissionen sogar, Klimaziele wurden erneut verfehlt. Trotz eines stetig wachsenden Bestands an Elektroautos sei 2025 der Absatz fossiler Kraftstoffe verglichen mit dem Vorjahr gestiegen. Im Gebäudesektor sei die Steigerung der Emissionen vor allem auf die kühlere Witterung in der Heizperiode zurückzuführen, heißt es. Das Tempo beim Umstieg auf klimafreundliche Energien sei noch zu niedrig.
Droht "Klimalücke" durch Reform?
Union und SPD wollen das von der Ampel und maßgeblich vom früheren Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vorangetriebene Gebäudeenergiegesetz grundlegend reformieren. Zentrale Vorgaben des "Heizungsgesetzes" sollen gekippt werden. Eckpunkte für eine Reform sehen vor, dass der Einbau von Gas- und Ölheizungen weiter möglich sein soll, wenn ab 2029 anteilig klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden.
Was bedeutet die Reform des Gebäudeenergiegesetzes für Mieter und Vermieter? Und wie wirken sich die Vorhaben auf den Klimaschutz aus? Wulf Schmiese vom ZDF-Hauptstadtstudio Berlin ordnet ein.
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