Europäischer Beirat für Klimawandel:Europa nicht ausreichend auf Klimawandel vorbereitet
Dem Europäischen Beirat für Klimawandel zufolge fehlt es an Kohärenz, Koordination und Budget. Europa müsse mehr in Schutz vor Extremwetter und in Klimaanpassung investieren.
Laut dem Wissenschaftlichen Beirat der EU ist der Staatenverbund nicht genügend auf den Klimawandel vorbereitet. Einsätze gegen Überschwemmungen und Co. müssten besser koordiniert werden.
17.02.2026 | 0:28 minDie Europäische Union ist nach Einschätzung ihrer unabhängigen Berater nicht ausreichend auf den sich verschärfenden Klimawandel vorbereitet. Die EU müsse dringend mehr in den Schutz von Menschen und Infrastruktur vor zunehmenden Überschwemmungen, Waldbränden und extremen Hitzewellen investieren, erklärte der Europäische Wissenschaftliche Beirat für Klimawandel am Dienstag.
Die wirtschaftlichen Schäden an europäischen Infrastrukturen und Gebäuden durch Wetter- und Klimaextreme beliefen sich inzwischen auf 45 Milliarden Euro pro Jahr - fünfmal höher als in den 1980er Jahren.
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Der deutsche Beiratsvorsitzende Ottmar Edenhofer sagte:
Es mangelt an Kohärenz, an Koordination und auch am Budget.
Ottmar Edenhofer, Europäischer Wissenschaftlicher Beirat für Klimawandel
Und weiter: "Wetter- und klimabedingte Extremereignisse verursachen bereits heute schwere Verluste in ganz Europa." Allein extreme Hitze habe in den letzten Jahren zu Zehntausenden vorzeitigen Todesfällen geführt, so Edenhofer.
Die Klimakrise bringt vieles mit sich, was uns Anlass zur Sorge gibt. Aber die Auswirkung, die wir wohl am direktesten wahrnehmen, ist Hitze.
02.11.2021 | 16:09 minEuropa erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Welt
Diese Gefahren dürften sich dem Beirat zufolge weiter verschärfen. Europa ist nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie der sich am schnellsten erwärmende Kontinent - etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt.
Die Auswirkungen seien in allen Regionen spürbar. Neben dem Klimaschutz sei die Klimaanpassung entscheidend.
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Der Beirat schlägt mehrere Maßnahmen vor, um die EU widerstandsfähiger zu machen - darunter "verbindliche und einheitliche Klimarisikobewertungen". Außerdem empfiehlt er eine klare gemeinsame "Vision für eine klimaresistente EU bis 2050", die Mobilisierung öffentlicher und privater Investitionen und die Verankerung des Themas in allen Politikbereichen.
Die EU solle sich auf verschiedene Zukunftsszenarien vorbereiten und Maßnahmen zur Klimaanpassung laufend überwachen und auswerten, hieß es. Dazu gehörten etwa der Verzicht auf Wohnungsbau in hochwassergefährdeten Gebieten oder Unterstützungspläne für von Dürre betroffenen Landwirte. Derzeit seien nur ein Viertel der klimabedingten wirtschaftlichen Verluste in der EU versichert.
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