Trotz Kältewelle in Europa und den USA:Copernicus: Weltweit fünftwärmster Januar der Geschichte
Der Januar war global gesehen der fünftwärmste seit Beginn der Aufzeichnung. Insgesamt war der Jahresauftakt laut Copernicus aber vor allem eines: extrem.
Der Januar 2026 war weltweit einer der wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn. Während Europa den kältesten Januar seit 2010 erlebte, war es etwa in der Arktis und im Westen Nordamerikas zu warm.
10.02.2026 | 0:36 minAuch wenn weite Teile der Nordhalbkugel eine Kältewelle erlebten, so war der vergangene Monat weltweit der fünftwärmste bisher gemessene Januar. Die Durchschnittstemperatur lag bei 12,95 Grad Celsius, wie der EU-Klimawandeldienst Copernicus in Bonn mitteilte. Das waren 0,51 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Der bisher wärmste Januar war der von 2025 - da lag die Temperatur 0,28 Grad über dem Januar 2026.
Anderes Bild auf der Nordhalbkugel
Blickt man nur auf Europa, ergibt sich ein anderes Bild: Dort war der Januar der kälteste seit 2010, bei einer Durchschnittstemperatur von -2,34 Grad Celsius - 1,63 Grad kälter als im Durchschnitt von 1991 bis 2020. Auch andere Regionen der Nordhalbkugel waren von extremer Kälte betroffen, so gab es Ende Januar schwere Schneestürme in den USA.
Rund 200 Millionen US-Amerikaner bereiten sich auf einen Wintersturm vor. Laut Wetterdiensten ist es der Größte seit Jahren. Es ist mit viel Schnee und extremen Minustemperaturen zu rechnen.
24.01.2026 | 1:13 minRekordhitze in der südlichen Hemisphäre
Dies wurde aber in der Statistik für den Gesamtplaneten durch Rekordhitze auf der Südhalbkugel mehr als ausgeglichen. Während in den letzten Januarwochen ein mäandrierender Polarfront-Jetstream eisige Luft nach Europa und Nordamerika brachte, sorgte in der südlichen Hemisphäre die Rekordhitze für extreme Bedingungen, darunter Waldbrände mit dramatischen Ausmaßen wie in Australien, Chile und Patagonien. Aber auch an Süd- und Nordpol wurden überdurchschnittlich hohe Temperaturen gemessen.
Im Südosten Australiens wüten noch immer mehr als 60 Brände, mehrere Häuser wurden zerstört. Die australischen Behörden warnen vor einer risikoreichen Waldbrandsaison.
07.12.2025 | 0:21 minExpertin: Anpassung an zunehmende Extreme wichtig
Der Januar 2026 war eine eindringliche Erinnerung daran, dass das Klimasystem gleichzeitig sehr kaltes Wetter in einer Region und extreme Hitze in einer anderen hervorbringen kann.
Samantha Burgess, Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage
Dies zeige, wie wichtig Anpassung an zunehmende Extreme sei, um die Gesellschaft auf erhöhte Klimarisiken vorzubereiten.
Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur betrug im Januar 20,68 Grad und war damit die vierthöchste für diesen Monat - sie lag 0,29 Grad unter dem Rekord vom Januar 2024. Rekordwerte verzeichneten allerdings Teile des Nordatlantiks, einschließlich der Norwegischen See.
Anlässlich der COP30 fordert Astrophysiker Harald Lesch eine entschiedenere Klimapolitik. Es werde oft so getan, als ob Ökonomie und Ökologie im Widerspruch zueinander stünden.
12.11.2025 | 7:10 minWeniger Meereseis als im Durchschnitt
In der Arktis lag die durchschnittliche Meereseisausdehnung im Januar sechs Prozent unter dem Durchschnitt. Dies sei der drittniedrigste Wert für diesen Monat, so Copernicus. In West-, Süd- und Osteuropa war der Januar nasser als üblich. Starke Niederschläge führten zu Überschwemmungen und erheblichen Schäden, unter anderem in Italien, im westlichen Balkan und in Großbritannien.
Der Klimawandeldienst Copernicus der Europäischen Union veröffentlicht regelmäßig Daten zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse beruhen auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfließen.
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