Debatte über Ehegattensplitting spaltet Koalition

Prien für Reformpläne:Streit über Ehegattensplitting spaltet Koalition

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Reformpläne für das Ehegattensplitting sorgen wieder für politischen Streit. SPD und Teile der CDU zeigen sich offen, CSU und andere Unionspolitiker lehnen Änderungen ab.

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27.02.2026 | 10:12 min

Die seit Jahren immer wieder aufflammende Debatte um das Ehegattensplitting sorgt wieder für Streit in der schwarz-roten Koalition. Während Bundesfrauenministerin Karin Prien als führende CDU-Politikerin eine Reform befürwortet und dafür Rückhalt aus der SPD erhält, stellt sich die CSU kategorisch dagegen.

Aus den Reihen der Grünen kam die Forderung an Kanzler Friedrich Merz, "seine Politik aus dem letzten Jahrhundert zu überdenken". Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) erklärte, das Ehegattensplitting gehöre "in die politische Mottenkiste".

Prien spricht sich für Reform aus

Prien betonte gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dass das Ehegattensplitting traditionell ein wichtiges Thema für die CDU sei. Gleichzeitig gebe es viele Parteimitglieder, die eine Weiterentwicklung befürworteten. "Dazu gehöre ich", sagte die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende.

Es wäre viel gewonnen, wenn man die Steuerklassen drei und fünf abschaffen würde. Das hat die Ampel nicht geschafft, das sollten wir jetzt umsetzen. Das macht es für Frauen attraktiver, mehr zu arbeiten.

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Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht während der 62. Sitzung des Deutschen Bundestages in der Aktuellen Stunde.

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08.03.2026 | 0:24 min

Kritik kommt aus der CSU

Kritik kam jedoch auch aus den eigenen Reihen. Die CSU lehnt eine Abschaffung des Ehegattensplittings seit jeher ab. "Das Ehegattensplitting abzuschaffen bedeutet nichts anderes, als Familien höher zu besteuern - und das in einer Zeit, in der die Menschen ohnehin schauen müssen, wie sie über die Runden kommen", sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek.

Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht während der 62. Sitzung des Deutschen Bundestages in der Aktuellen Stunde.

Bundesfamilienministerin Prien erinnert am Weltfrauentag daran, dass Gleichberechtigung ein Verfassungsauftrag sei. Weltweit demonstrieren Frauen für gleiche Rechte und Schutz vor Gewalt.

08.03.2026 | 0:24 min

Auch aus der CDU meldeten sich Kritiker: Gordon Schnieder, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, erklärte:

Für mich ist klar: Mehr Belastungen für Ehepaare wird es mit der CDU nicht geben.

Gordon Schnieder, CDU-Politiker

SPD befürwortet Reform bis zum Sommer

Unterstützung für Prien kommt von der stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Wiebke Esdar. Sie plädierte dafür, "dass wir bis zum Sommer 2026 eine gerechte und zeitgemäße Reform des Ehegattensplittings auf den Weg bringen".

Nach Esdar sei das aktuelle System Ausdruck einer handfesten Benachteiligung von Frauen und schade zugleich der Wirtschaft. Eine Reform solle niemandem etwas wegnehmen, sondern die Steuerlast partnerschaftlich verteilen und Familien entlasten.

Karin Prien redet an ihrem Platz im Bundestag ins Mikrofon und gestikuliert dabei.

Familienministerin Prien (CDU) hat dafür geworben, die Abstimmung über das Rentenpaket zu verschieben. Für eine gerechte Lösung müsse man weiter das Gespräch über Generationen hinweg suchen.

17.11.2025 | 1:39 min

Auch die Grünen sprechen sich für grundlegende Änderungen aus. Andreas Audretsch, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, erklärte, dass das aktuelle System viele Frauen davon abhalte, mehr zu arbeiten.

Splitting bevorzugt Ehepaare mit unterschiedlichen Einkommen

Das Ehegattensplitting begünstigt vor allem Paare mit stark unterschiedlichen Einkommen: Während ein geringer verdienender Partner, meist die Frau, finanziell profitiert, schrumpft der Vorteil, sobald sie mehr arbeitet.

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15.02.2026 | 0:21 min

Laut einer DIW-Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung könnte eine Reform allein bei Frauen ab 45 Jahren das Arbeitsvolumen um knapp fünf Prozent steigern - das entspricht rund 175.000 zusätzlichen Vollzeitstellen. Gleichzeitig würde die Zahl weniger gesicherter Minijobs sinken.

Eine aktuelle Umfrage unter Frauen zwischen 45 und 66 Jahren zeigt, dass sich das Splitting oft als Hemmschuh für eine Rückkehr oder Ausweitung der Berufstätigkeit erweist. Etwa die Hälfte der Teilzeitbeschäftigten gab an, mehr Arbeitsstunden lohnten sich finanziell nicht, und rund ein Drittel der Nichterwerbstätigen sah keinen Anreiz, wieder zu arbeiten.

Quelle: dpa
Über das Thema berichtete die ZDF-Sendung Volle Kanne am 27.02.2026 ab 09:05 Uhr.

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