"Kaum Neues": Weidel kritisiert Merz-Rede in Davos

AfD-Chefin über den Kanzler:"Kaum Neues": Weidel kritisiert Merz-Rede in Davos

Johannes Lieber

von Johannes Lieber

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Hat Friedrich Merz in Davos die richtigen Worte in Bezug auf Donald Trump gefunden? Nein, sagt die Opposition und kritisiert verschiedene Punkte.

Friedrich Merz vor blauem Hintergrund am Rednerpult in Davos

Sehen Sie hier die Rede von Bundeskanzler Merz in Davos. Er spricht von einer "neuen Welt der Großmächte".

22.01.2026 | 22:01 min

AfD-Chefin Alice Weidel hat die Rede von Kanzler Friedrich Merz in Davos kritisiert. Sie habe "kaum Neues" enthalten und seine "Erkenntnis", dass die Zeit der regelbasierten Ordnung vorbei sei, komme "reichlich spät", sagt Weidel ZDFheute.

Deutschland und Europa seien von der Realität "längst überrollt" worden.

Dass Deutschland in dieser rauen Welt hilflos dasteht, ist in erster Linie die Schuld der etablierten Parteien, vor allem die der CDU.

Alice Weidel, AfD-Bundessprecherin

Besonders kritisch sieht Weidel das Bekenntnis von Merz zur Europäischen Union. Das klinge nach "mehr Zentralismus in Brüssel" und nicht "nach Stärkung Deutschlands". Brüssel sei vielmehr "Teil des Problems", so Weidel.

Mathis Feldhoff vor dem Brandenburger Tor

Die Rede von Bundeskanzler Merz ist eine Reaktion auf Donald Trump - "ohne Trump wirklich zu erwähnen", sagt ZDF-Hauptstadtkorrespondent Mathis Feldhoff. Merz habe die Werte des Westens betont.

22.01.2026 | 8:43 min

Linke: Merz vergisst "hart arbeitende Menschen"

Auch von den Linken gibt es Kritik an Merz. Parteichef Jan van Aken wirft Merz vor, dieser denke nur an "seine Millionäre, die ihn im Wahlkampf finanziert haben" und nicht an die "hart arbeitenden Menschen hierzulande", sagt van Aken ZDFheute.

Mit der Forderung nach mehr Wettbewerbsfähigkeit meine Merz eigentlich, dass Menschen in Deutschland "länger arbeiten, krank arbeiten, für weniger Lohn arbeiten, später in Rente gehen" sollen, sagt van Aken.

Ich glaube ja, dass wir erst dann wieder wettbewerbsfähig werden, wenn Merz hier nichts mehr zu sagen hat.

Jan van Aken, Parteichef "Die Linke"

Ulf Röller auf vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos

Aus Sicht von ZDF-Korrespondent Ulf Röller handelte es sich bei Merz' Rede in Davos "in der Sache" um "eine klassische Anti-Trump-Rede". Den Präsidenten habe er jedoch "nicht klar angegriffen."

22.01.2026 | 11:30 min

Grüne vermissen Schulterschluss mit Kanada

Grünen-Parteichefin Franziska Brantner hätte sich von Merz ein noch klareres Bekenntnis zu Kanada gewünscht. Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte sich in seiner Rede in Davos für eine stärkere Zusammenarbeit seines Landes mit der EU ausgesprochen.

Merz zitierte Carney zwar, dennoch habe der Kanzler die "ausgestreckte Hand" des kanadischen Premiers "nur halbherzig ergriffen", so Brantner. Allgemein sei Merz "anscheinend nicht in der Lage, eine klare Antwort auf Trumps Aggressionen zu geben".

Carney: "Ende einer angenehmen Fiktion, Beginn einer brutalen Realität"

20.01.2026 Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos

21.01.2026 | 29:47 min

Unterstützung vom Koalitionspartner

"Ausdrückliche" Unterstützung für seine Rede erhält Merz dagegen von der SPD. Mitglieder der Sozialdemokraten hatten in den vergangenen Tagen die Handlungen Trumps in Venezuela und rund um Grönland schärfer kritisiert als die Union.

Der Bundeskanzler habe "zentrale Leitlinien für eine handlungsfähige, selbstbewusste und verantwortungsvolle deutsche Außenpolitik formuliert", sagt der außenpolitische Sprecher der SPD, Adis Ahmetović, ZDFheute.

Links zu sehen ist US-Präsident Donald Trump, rechts sieht man Mirko Drotschmann. Das Bild hat keine ZDF-Logos
22.01.2026 | 9:29 min

Die "europäische Geschlossenheit" sei jetzt "nicht optional", sondern "eine strategische Notwendigkeit". Auch die Notwendigkeit die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas und Deutschlands auszubauen, unterstreicht Ahmetović.

Über dieses Thema berichtet das ZDF in vielen aktuellen Sendungen, unter anderem in "heute in Deutschland" am 22.01.2026 ab 14:00 Uhr und in "ZDFheute live" ab 09:20 Uhr.

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