AfD-Politiker will Ministerpräsident werden:Siegmund-Wahl in Sachsen-Anhalt: CDU will Saal verlassen
von Anne Herzlieb, Magdeburg
Die CDU in Sachsen-Anhalt will an der im Dezember anstehenden Ministerpräsidentenwahl nicht teilnehmen. Die Abgeordneten stimmten dafür, währenddessen den Saal zu verlassen.
Sven Schulze (2. von rechts) bei einer Landtagssitzung in Sachsen-Anhalt (Archivbild).
Quelle: Jan Woitas / dpaGut drei Stunden tagte die CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt, dann trat der noch amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) vor die Presse und verkündete: Die CDU werde an der Ministerpräsidenten-Wahl im Dezember nicht teilnehmen, sondern den Plenarsaal verlassen.
Von 15 Abgeordneten hätten 14 für diesen Kurs gestimmt. Sein Vorgänger Guido Heuer habe sich enthalten - er wolle noch einen juristischen Rat einholen, sagte Schulze weiter.
Der Landtag in Sachsen-Anhalt hatte zuvor Tobias Rausch von der AfD zum Landtagspräsidenten gewählt. Dabei erhielt er auch Stimmen außerhalb von BSW und AfD.
06.10.2026 | 2:41 minEin sicherer Weg, um AfD-Kandidat Ulrich Siegmund als Ministerpräsident zu verhindern, sei das allerdings nicht, sagte der Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky gegenüber dem ZDF: "Ulrich Siegmund könnte, entgegen seiner Ankündigung, bis zum dritten Wahlgang kandidieren. Dann braucht er nur noch die Mehrheit der abgegebenen Stimmen und wäre, wenn die Union wieder der Abstimmung fernbleibt, auch gewählt, wenn das BSW sich enthält und die anderen Parteien gegen ihn stimmen."
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