Pistorius zu K-pekulationen: "Wir haben einen Bundeskanzler"

K-Spekulationen in der SPD:Pistorius: "Wir haben einen Bundeskanzler"

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Verteidigungsminister Pistorius liegt in Umfragen weit vor Scholz - will aber nicht Kanzlerkandidat werden. "Wir haben einen Bundeskanzler", sagt er und weist Spekulationen zurück.

Seit Monaten liegt Boris Pistorius in den Umfragen der beliebtesten Politiker auf Platz eins. Mit dem Bruch der Ampel-Koalition schießen Spekulationen ins Kraut, der Verteidigungsminister könne den unpopulären Amtsinhaber Olaf Scholz als SPD-Kanzlerkandidat ersetzen und die Sozialdemokraten vor den Neuwahlen aus dem Umfrage-Tief holen.

Der 64-jährige Pistorius scheint an seiner Rolle als "gefühlter Kanzlerkandidat" aber keinen Gefallen zu finden. "Wir haben einen Bundeskanzler, und der ist der designierte Kanzlerkandidat", sagte er am Montag bei einer Diskussionsveranstaltung.

Ich sehe niemanden in der Partei, der daran etwas verändern möchte.

Boris Pistorius, Bundesverteidigungsminister

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Es rumort in der SPD wegen K-Frage

Das stimmt jedenfalls für die Parteiführung, die sich diese Woche demonstrativ hinter Scholz stellte. Angesichts von SPD-Umfragewerten von mageren 15 bis 16 Prozent traute sich in der hinteren Reihen aber in den letzten Tagen der ein oder andere aus der Deckung. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich räumte ein "Grummeln" zur K-Frage in der Partei ein.

ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Christiane Hübscher über die Bilanz des neuen Verteidigungsministers Boris Pistorius

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Schon im September hatte Pistorius aber vor dem "Irrglauben" gewarnt, jemand könne als "Messias" einen Umschwung bringen. Dies wecke "Erwartungen, die im Zweifel einer alleine gar nicht erfüllen kann".

Vom Innenminister zum Spitzenreiter in Umfragen

Dass Pistorius aber schnell umschalten kann, zeigt sein Wechsel nach Berlin. Tags zuvor noch Innenminister in Niedersachsen, wurde er am 19. Januar 2023 als Nachfolger der unglücklich agierenden Verteidigungsministerin Christine Lambrecht vereidigt.

Er absolvierte darauf einen Truppenbesuch nach dem anderen und fand vier Jahrzehnte nach seinem Wehrdienst sichtlich Gefallen daran, wieder in Bundeswehr-Parka über Truppenübungsplätze zu stapfen. Ruhig, hemdsärmelig, geerdet - dieses Bild brachte ihn auch in den Umfragen auf den Spitzenplatz.

Pistorius reformiert Strukturen der Bundeswehr

Als neuer Verteidigungsminister machte sich Pistorius sofort daran, das seit Jahren als träge kritisierte Beschaffungswesen der Bundeswehr und die Strukturen in der Truppe zu straffen - eine Reform, an der sich seine Vorgängerinnen und Vorgänger die Zähne ausgebissen haben und die auch Pistorius bis heute beschäftigt.

  • Pistorius-Plan: Zu viel oder nicht genug?

Kaum ein halbes Jahr im Amt kündigte er zur Überraschung vieler die dauerhafte Stationierung einer deutschen Brigade mit bis zu 5.000 Soldaten in Litauen an - ein ehrgeiziges Projekt, mit dem Pistorius Deutschlands Willen demonstrieren will, Russland nach dem Überfall auf die Ukraine die Stirn zu bieten. 





Kritik gerade auch aus der SPD gab es an Pistorius' Äußerung von Ende 2023, Deutschland müsse "kriegstüchtig" werden. Pistorius wollte damit aufrütteln - auch um nach der Ausschöpfung des 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens für genug Haushaltsmittel für die Bundeswehr zu werben.

Aktuelle Entwicklungen nach dem Ampel-Aus in unserem Liveblog:

Quelle: AFP

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